Italien meldet
Luna Rossa im America's Cup

Vermutung weicht Gewisstheit: Das Team von Bertelli ist beim 34. Cup dabei – und holt sich von den Kiwis wertvolle Starthilfe

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 02.11.2011

ACEA Spätstarter: Luna Rossa fordert Cup-Verteidiger Oracle Racing heraus

Wie YACHT online schon vor gut zwei Wochen gemeldet hatte, erweitert sich der Kreis der Herausforderer um einen  ebenso bekannten wie respektierten Namen. Das italienische Syndikat Luna Rossa wird an den AC-Wettfahrten teilnehmen. Das gab soeben der Veranstalter, die America's Cup Event Authority, bekannt.

Giles Martin Raget Greift wieder an: Bertelli (l.)

Zuvor schon hatte die Wahl zweier italienischer Austragungsorte für die auf AC-45-Kats gesegelte World Series darauf hingedeutet. Jetzt ist der Deal offenbar perfekt. Und er verspricht eine schlagkräftige Kampagne. Denn das Team um Prada-Chef Patrizio Bertelli erhält technologische und taktische Unterstützung durch die derzeit führenden Neuseeländer von Grant Dalton. Die Kiwis werden Luna Rossa beim Design des AC 72 helfen und ein gemeinsames Trainingscamp beziehen. Eine Partnerschaft, die den Kreis der Favoriten möglicherweise von drei auf vier erhöht. Bislang galten neben Verteidiger Oracle Racing nur Team New Zealand und Artemis Racing als siegfähige Kampagnen. Jetzt könnten die Italiener dazustoßen. Als Herausforderer sind sie bereits bestätigt.

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Und Multihull-Erfahrung bringen sie auch mit. In der Extreme Sailing Series rangiert Luna Rossa derzeit auf Rang 1, nicht zuletzt dank Paul Campbell James, einem jungen, aber erfahrenen Katamaransegler, der das Team enorm verstärkt. Der Umstieg auf die noch leistungsfähigeren, vor allem wendigeren AC 45 mit Flügelrigg sollte ihm und seiner Crew nicht schwer fallen. Patrizio Bertelli sagte in einer ersten Stellungnahme: "Ich bin sicher, dass die Zusammenarbeit mit Emirates Team New Zealand hervorragende Ergebnisse ermöglicht, die beiden Teams eine schnellere und effizientere Entwicklung sowohl der Technik als auch im seglerischen Bereich bringt."

Interessanter noch das Statement von Grant Dalton: Der sieht die Vorteile nicht nur im Sportlichen, sondern auch wirtschaftlich. Die Kooperation sei ein weiterer Schritt vorwärts in dem langfristigen Bemühen, sich als "Zulieferer von Technik und Dienstleistungen zu etablieren". Damit werde Neuseelands Know-how im maritimen Bereich hervorgehoben.

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Mit der Meldung eines weiteren Teams kommen Larry Ellison und Russell Coutts ihrem Ziel näher, den 34. America's Cup auf ein neues Fundament zu stellen. Nachdem Kritiker anfangs mutmaßten, der Sport werde durch die radikalen Regeländerungen teurer, die Zahl der Teams bleibe auf drei bis vier begrenzt, sieht es nun mehr und mehr so aus, als setze sich die Idee durch. Denn auch die Briten, so hört man, arbeiten noch an einer Kampagne, wie Segelstar Ben Ainslie gegenüber "Yachting World" hat durchblicken lassen. Zwar nur für die "Vorrunde" auf AC-45 – aber ein Einstieg vom Ausstieg wäre es dennoch, nachdem Team Origin seine Ambitionen vor Jahresfrist beenden musste.


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Themen: 34. America's CupBertelliEmirates Team New ZealandLuna Rossa

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