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Krach im America's Cup und das Aus für Malta?

Die Teams der Cup-Verteidiger und ihres italienischen "Challenger of Record" Luna Rossa sind erbost. Herausforderer American Magic agiere "wettbewerbsfeindlich"

Tatjana Pokorny am 15.03.2019
36. America's Cup
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Der 36. America's Cup findet zwar erst 2021 statt, doch es geht jetzt schon zur Sache

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Das Tauziehen um die Last-Minute-Herausforderer im 36. America's Cup nähert sich dem Finale. Nach gesicherten Informationen hat der amerikanische Cup-Experte und Sailing-Illustrated-Blogger Tom Ehman über Nacht berichtet, dass sich mindestens die Malta Altus Challenge am Freitag zurückziehen wird. Das habe er vom Team selbst erfahren. Ob die holländische Kampagne DutchSail und die zweite amerikanische Initiative Stars & Stripes den Meldegeldforderungen rechtzeitig gerecht werden können, blieb zunächst offen.

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Team DutchSail

In einer Pressemitteilung der Cup-Veranstalter und Verteidiger hieß es am Donnerstag gegen Mitternacht, dass alle drei "Spätmelder" – die Malta Altus Challenge, DutchSail und Stars & Stripes – vom Cup-Schiedsgericht unter Vorsitz des Australiers David Tillett als gültig anerkannt worden sind. Für die Niederländer gilt das mit der Einschränkung, dass sie nicht – wie ursprünglich geplant – mit ihren beiden Heimatclubs, dem Royal Maas Yacht Club und dem Royal Netherlands Yacht Club, in die Cup-Schlacht ziehen dürfen, sondern nur mit einem. 

36. America's Cup

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Tief blicken ließ die Pressemitteilung der Cup-Ausrichter in die schon jetzt offenbar stark angespannten Beziehungen zwischen dem Emirates Team New Zealand und seinem italienischen "Challenger of Record" Luna Rossa (Italien) auf der einen und den Herausforderern und Cup-Rekordsiegern des New York Yacht Club mit seinem Team American Magic auf der anderen Seite. In der Pressemitteilung aus Neuseeland hieß es: "Der Challenger of Record und der Verteidiger hatten schon eine Einigung erreicht, in deren Rahmen die (späten) Herausforderungen akzeptiert worden waren. Dazu war eine Protokoll-Ergänzung veröffentlicht worden, die den drei späten Herausforderern eine Ratenzahlung der Meldegelder erlaubt hatte. Trotz dieser kooperativen Vereinbarung hat sich der New York Yacht Club entschieden, den Fall weiter zu verfolgen. Diese wettbewerbsfeindliche Haltung hat weitere Verzögerungen und Unsicherheit für die Teams verursacht und den Challenger of Record und die Verteidiger frustriert, die im besten Interesse der Veranstaltung zusammengearbeitet haben."

Den "Schwarzen Peter" im schwierigen Ringen um möglichst viele Cup-Mitspieler haben die Kiwis und die Italiener damit vorerst den Amerikanern zugeschoben. Es gäbe nun "Bedenken", dass die Malta Altus Challenge weitermachen könne. Gleichzeitig versicherten Verteidiger und Challenger of Record, die Last-Minute-Herausforderer DutchSail und Stars & Stripes vom Long Beach Yacht Club weiter intensiv in ihren Bemühungen unterstützen zu wollen. Ob die beiden Teams jedoch die geforderten Meldegelder und Leistungsgarantien von bislang insgesamt 1,5 Millionen US-Dollar bis Freitag werden bezahlen können, blieb zunächst unklar.

Zu den jüngsten Entscheidungen des Schiedsgerichts bezüglich ausstehender Zahlungen geht es hier.

Zur Schiedsgerichtsentscheidung in Fall 4 geht es hier.

Tatjana Pokorny am 15.03.2019

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