America's Cup
Kiwis blamieren Luna Rossa

Team New Zealand donnerte Luna Rossa schon am Start davon und siegte mit haushohem Vorsprung. Es war quasi ein Schaulaufen mit zwei Booten

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 14.07.2013

Gilles Martin-Raget/ACEA Schlüsselmoment: Vor dem Start würgen die Kiwis die Italiener in bester Matchrace-Manier ab

Die groß angekündigte erste Wettfahrt des Louis Vuitton Cup, bei der zwei Boote am Start waren, das kann rundheraus und vorweg gesagt werden, war ein Flop. Es wurde zwar gefoilt und toll gesegelt, Aufregung kam aber keine auf. In der Vorstartphase "würgte" Dean Barker, der Skipper von Team New Zealand, sein Gegenüber Chris Draper auf Luna Rossa in bester Matchrace-Manier ab, um in der sicheren Leestellung mit Vollgas zwei Bootslängen voraus über die Linie zu donnern.

Auf der ersten Runde konnten die Italiener den Abstand noch einigermaßen respektabel halten, aber die Kiwis waren einfach in allen Belangen deutlich überlegen und siegten mit beinahe unfassbaren 5:23 Minuten Vorsprung bei einer Renndauer von nur 45 Minuten. Peinlich: Ohne sichtbare Probleme oder Defekte schaffte es Luna Rossa nicht, innerhalb des Zeitlimits von fünf Minuten (nach Zieldurchgang des Siegers) ins Ziel zu kommen. Mag sein, dass die stark auflaufende Tide den Italienern übel mitspielte, doch es ist bekannt, dass dieser Kurs nur ganz wenige Überholmöglichkeiten bietet, solange keiner patzt, weshalb den Starts größte Bedeutung zukommt.  

Abner Kingman/ACEA Duell: Der sportliche Wert der Veranstaltung war fraglich. Immerhin stimmt die Kulisse

Der Hergang erinnerte an den letzten Cup in Valencia, bei dem die Boote auch schnell segelten, aber vom Potenzial einfach zu unterschiedlich waren, um echte Spannung aufkommen zu lassen. Luna Rossa, die im Wesentlichen den Typ Boot betreiben, der den Neuseeländern als Testplattform diente, wird trotz dieser enttäuschenden Vorstellung stärker eingeschätzt als die immer noch bastelnden Jungs von Artemis, die bisher einen AC72 noch keinen Meter auf Foils bewegt haben. 

Bliebe es bei diesem Leistungsgefälle, wären das keine rosigen Aussichten für die Ausscheidung und den Sponsor Louis Vuitton, der angeblich bis zu drei Millionen US-Dollar seines investierten Geldes zurückfordert. Selbst den beiden Skippern waren die Fragen nach der Wettfahrt peinlich.  "Wir sind eine gute Raume gesegelt …”, bemühte sich der zerknirscht wirkende Max Sirena von Luna Rossa. "Schon etwas anderes mit zwei Booten…” begann der nervös lachende Dean Barker. 

Zusammenfassung Luna Rossa gegen ETNZ

Man kann nur hoffen, dass sich die Kräfteverhältnisse einigermaßen angleichen, um bald Wettfahrten zu sehen zu bekommen, die diese Bezeichnung auch tatsächlich verdienen. Auf den Beginn des Cupfinales am 7. September zu vertrösten, wie es aus dem Dunstkreis des Veranstalters schon wiederholt zu hören war , würde die Geduld von Publikum und Sponsoren wohl bis jenseits der Grenzen strapazieren.  

Heute geht das Schaulaufen weiter, allerdings nur mit einem Boot, dem von Team New Zealand. Denn Gegner Artemis ist weiterhin am Basteln.


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