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Jablonski beim America's Cup

Der Weltranglisten-Erste unterschreibt für das italienische Toscana-Syndikat. Budget: 90 Millionen Euro

Carsten Kemmling am 04.11.2003

Karol Jablonski

Der ehemalige "Pinta"-Steuermann und Weltranglisten-Erste im Match-Race Karol Jablonski unterschreibt nach eigenen Angaben am Freitag beim neuen italienischen America's-Cup-Syndikat Toscana Challenge einen Vier-Jahres-Vertrag.

Das Team wird von Gualtiero Pantani geführt, der für den Yacht Club Livorno antritt.

Das Budget von 90 Millionen Euro soll laut Jablonski schon gesichert sein. Dahinter stehen vier Hauptsponsoren und zahlreiche kleinere Unternehmen aus der Region Toskana, die jeweils 100.000 Euro zahlen. Pantani hat die beiden Cupper von Dennis Conners Stars&Stripes-Syndikat gekauft und will dessen Taktiker Terry Hutchinson verpflichten. Als Designer sind unter anderem die Conner-Designer Reichel/Pugh im Gespräch.

40 Leute sollen bereits auf der Gehaltsliste stehen. "Die Idee ist, ein Team ohne die ganz großen Namen aufzubauen", sagt der Deutsch-Pole Jablonski gegenüber YACHT online. "Pantani will Leute, die noch hungrig sind. Die sind günstiger und haben mehr Potenzial. Für mich und meine vier Männer aus dem Match-Race-Team, die auch verpflichtet werden, ist das eine große Chance. Aber wir müssen hart arbeiten, um uns durchzusetzen."

Ein bischen wehmütig trauert er noch dem polnischen Syndikat nach, das er in Danzig aufbauen wollte. Es war gescheitert, weil er keinen Großsponsor auftreiben konnte. Dennoch hofft er jetzt noch, einige einheimische Sponsoren für das neue Team zu gewinnen. Die konstanten Leistungen auf der Match-Race-Tour seien für die Verpflichtung ausschlaggebend gewesen. Besonders seine Erfolge in Italien.

"Bei den vergangenen Rennen waren wir regelmäßig im Halbfinale vertreten und schlugen alle Stars aus dem America's Cup. Besonders durch den dritten Platz bei der Match-Race-WM am Gardasee haben wir ein großes Forum in Italien erreicht. Das hat unseren Kontakt zu den Italienern beflügelt."

Laut Jablonski ist in Italien immer noch das ehemalige Prada-Team um den Skipper Francesco de Angelis bemüht, Sponsoren für einen neuen Anlauf zu gewinnen. Die Aussichten seien aber nicht so gut. Dagegen bestätigt der Mann, der viele Jahre am Steinhuder Meer gewohnt und gesegelt hat, die Gerüchte, dass der Reeder Vincento Onorato mit seinem Team Mascalzone Latino ein Joint venture mit den Neuseeländern plant.

Zum Thema America's-Cup-Ort, der am 26. November bekannt gegeben werden soll, sagt Jablonski: "Ich bin mir sicher, dass es Valencia wird."

Derweil wurde am Rande eines YACHT-Gesprächs über die Zukunft des olympischen Segelns in Deutschland unter anderem mit Jochen Schümann (erscheint in YACHT 25) bekannt, dass Alinghi tatsächlich in engen Verhandlungen mit dem ehemaligen Oracle-BMW-Steuermann Peter Holmberg steht. "Das ist ein sympathischer Mann und wie ich und Russell ein ehemaliger Finn-Segler. Wir sprechen eine Sprache. Aber es ist noch nichts entschieden."

Carsten Kemmling am 04.11.2003

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