America's Cup
Frischer Wind, Jugend forsch

Typische San-Francisco-Verhältnisse machten die ACWS-Matchrace-Quali zur Schwerarbeit. Es gab Favoritensiege und ein „Italienersterben"

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 04.10.2012

Gilles Martin-Raget/ACEA Einstich und Abgang: Beide Boote von Luna Rossa schieden in der Matchrace-Quali aus

Gute 5 Beaufort aus West und eine flotte Tide aus Ost sorgten beim Auftakt der America's-Cup-World-Serie für Bedingungen, die an einen Hauptwaschgang erinnern: steile Welle und Löcher im Wasser, die glatt einen Volkswagen-Käfer verschlucken könnten. Die Qualifikanten im Matchrace-Wettbewerb hatten dementsprechend alle Hände voll zu tun, die bockenden Boote auf Kurs und in korrekter Schwimmlage zu halten. Dabei mussten sie bis knapp an die Grenzen und manchmal auch darüber hinaus gehen. Grenzenlos hingegen war die Enttäuschung bei den Italienern, denn beide Boote von Luna Rossa überstanden die Vorrunde nicht.

Gilles Martin-Raget/ACEA Alles im Griff: Altmeister Loick Peyron und Energy Team rasen dem Ziel entgegen

Freude hingegen bei den Koreanern, bei denen mit Peter Burling der jüngste Skipper des Feldes erstmals am Steuer saß und gleich beim ersten Auftritt Luna Rossa Piranha mit dem sonst so famosen Chris Draper schlagen konnte. Der Vorsprung im Ziel betrug lächerliche zwei Sekunden. Es half auch, dass sich die Italiener durch unerlaubtes Überschreiten der virtuellen Kursbegrenzung eine Strafe einhandelten. Doch Burling ließ sich davon die Laune nicht verderben: „Wir sind über diesen Sieg sehr froh“, gab er zu Protokoll. „Nach einem guten Start lagen wir weit vorn, doch am Schluss machten wir es uns noch schwer."

Phil Robertson und China Team, die Kellerkinder der ACWS, gelang ein sensationeller Sieg gegen Luna Rossa, doch dabei ging in einer Halse der Flügel kaputt. Im entscheidenden Lauf gegen Artemis Red mussten die Chinesen deshalb passen. Die Aufsteiger: Artemis Racing Red (Nathan Outteridge), J. P. Morgan BAR (Ben Ainslie), Team New Zealand (Dean Barker), Energy Team (Loïck Peyron).

Gilles Martin-Raget/ACEA Mal nicht hinten: China Team besiegte überraschend Luna Rossa, doch der defekte Wing beendete den Tag vorzeitig

Die Viertelfinal-Paarungen
Do. 12:25 PDT (21:25 MESZ)): Team Korea vs. Artemis Racing – White
Do. 12:42 PDT (21:42 MESZ): Energy Team vs. Emirates Team New Zealand
Fr. 16:05 PDT (Sa. 01:05 MESZ): Artemis Racing – Red vs. Oracle Team USA Coutts
Fr. 16:22 PDT (Sa. 01:22 MESZ): J. P. Morgan BAR vs. Oracle Team USA Spithill

TV, YouTube etc.
Insgesamt werden die Rennen von 35 Fernsehsendern gezeigt. das ist gut für die Veranstalter, doch weit weniger fein für die Millionen von Internetnutzern, die  nicht mehr die populären Kurzzusammenfassungen des Tagesgeschehens auf YouTube abrufen können, wie dies in der ersten ACWS-Saison noch der Fall war. In Deutschland, Österreich und der Schweiz soll am Sonntag auf Sport1 und Servus TV jeweils eine Zusammenfassung der Regattahighlights gezeigt werden, doch genaue Sendezeiten waren nicht zu eruieren. Mobil ist das Geschehen mit der America's-Cup-App zu verfolgen, die nun in einer aktualisierten Version für iPhone und Android zum Download bereitsteht.

Die digitalen Vertriebskanäle
YouTube: http://www.youtube.com/user/AmericasCup
Facebook: https://www.facebook.com/americascup
Twitter:  http://twitter.com/americascup
VirtualEye: http://americascup.virtualeye.tv/ (erfordert Download des Unity VideoPlayers)
Website: http://www.americascup.com

Liveübertragungen beginnen mit dem heutigen Veranstaltungstag auf dem AC-YouTube-Kanal, allerdings werden nur Fleetraces gezeigt (Fr. 01:30 MESZ).

Ungereimtheiten
Die Cup-Organisatoren hatten ursprünglich geplant, alle Teambasen samt Hospitality auf den Piers 30–32 zu installieren. Doch davon ist nun nicht mehr die Rede, und das geht einigen gegen den Strich. Zu weit weg vom Regattageschehen, zu wenig Besucherverkehr, lautete die offizielle Begründung. Die dafür bereitstehende Million US-Dollar, so Stephen Barclay, Chef der America's Cup Event Authority, sei besser in Marina Green investiert, auf der Nordseite der Stadt, wo der Regattakurs ausgelegt ist und sich die Masse der Zuschauer einfindet.

„Ich bin geschockt", erklärte Dean Barker, der Skipper von Team New Zealand, das sich darauf eingestellt hatte, dass die Veranstalter, wie besprochen, die von den Teams benötigte Infrastruktur auf den Piers 30–32 (ca. 5 km von Marina Green entfernt) schaffen würden. „Das ist jetzt nur ein Brocken Beton mit nichts drauf. Und wir müssen uns nun um Kräne, Stege und den ganzen Rest selber kümmern." Kurz und schlecht: Beim America's Cup können die Teams jetzt irgendwo am Hafen ihre Basen aufschlagen, müssen aber die nötige Infrastruktur selber schaffen und auch aus ihrem Budget bezahlen.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: ACWSAmerica's CupAmerica's Cup World SeriesBen AinslieLuna RossaSan FranciscoTeam New Zealand

Anzeige