America's Cup
Drittes Rennen, dritter Bruch in Folge

Beim 3. Lauf des LVC-Finales gab’s endlich etwas Sport, bis Luna Rossa mit Flügelschaden aufgab. Danach wurde Segeln wegen Windes abgesagt

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 20.08.2013

Chris Cameron/ETNZ Kiwi-Power bei 40 Knoten

Es soll einfach nicht sein. Endlich hatten Chris Draper und die Jungs von Luna Rossa einen guten Start und waren den Kiwis knapper auf den Fersen denn je zuvor. "Ich dachte, wir rasseln ihnen auf der ersten Raumen drüber, aber wir hatten einen kleinen Crash nach dem Start”, erklärte Draper. "Wenn du ein Loch erwischst und der Anstellwinkel des Schwerts ein bisschen daneben liegt, bleibst du gleich stehen.”  

An der ersten Boje nach dem Start waren sie dennoch gleichauf, aber auf der Außenbahn. Dann kosteten zwei mäßige Halsen wertvolle Meter, was die Neuseeländer eiskalt nutzten, um ihren Vorsprung auszubauen. Dennoch durfte man auf ein echtes Rennen hoffen, weil der Rückstand der Italiener am Leefass 21 Sekunden betrug. Nur 21 Sekunden muss das heißen, gemessen an dem, was in den Vorrunden so zu sehen war. 

Gilles Martin-Raget/ACEA Luna (l.) parkt und die Kiwis fliegen

Doch dann brach am Prada-Silberpfeil ein Umlenkblock im Schotsystem, das den 40 Meter hohen Flügel kontrolliert und zwang die Italiener zur Aufgabe. Fazit: Team New Zealand, das sich von dem spektakulären Stecker am Samstag und dem Defekt am Sonntag offenbar erholt hatte, segelte locker fertig und führt nun mit 2:1 Punkten. Eine weitere Wettfahrt kam bei auslaufender Tide nicht mehr zustande, weil der freche West am Nachmittag wieder stärker als das von der Rennleitung festgelegte Limit von 19,4 Knoten blies. Am Mittwoch soll der Lauf nachgeholt werden.

Und wie immer brodelt’s in der Gerüchteküche: Oracle demonstrierte, dass man nun auch das Foilen am Wind beherrscht. Ob es eine Finte ist oder tatsächlich was bringt (mehr Speed, aber auch mehr Abdrift und damit weitere Wege), wird sich im Lauf des Wettbewerbs zeigen müssen. Die Amerikaner versuchen mit ihren zwei Booten, die von Jimmy Spithill beziehungsweise von Sir Ben Ainslie pilotiert werden, so etwas wie ein In-House-Sparring zu betreiben, um Schwachstellen auszuloten, die Crews auf Trab zu halten und dem nicht eben verwöhnten AC-Publikum vor Ort ein bisschen Show zu bieten.

Oracle beim Foilen auf der Kreuz

An der zweiten Nebenfront wurde bekannt, dass sich eine internationale Jury mit den Anschuldigungen der illegalen Manipulation der AC45-Kats durch Oracle und dem damit verbundenen groben Fehlverhalten des Teams befassen werde. Eine Anhörung ist für demnächst angesetzt. Über Details wird Stillschweigen bewahrt.

Das weitere Programm: 

Dienstag ist Ruhetag.

Mi. 21.8. Race 4 (13:10 Ortszeit/22:10 MESZ), Race 5 (14:10/23:10)

Fr. 23.8. Race 6 (Startzeit TBD)

Sa. 24.10. Race 7 (13:10/22:10), Race 8 (14:10/23:10)


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