America's Cup
Die Cup-Verteidiger auf Schmusekurs

Dem offenen Brief von vier potenziellen Herausforderern im 35. America's Cup lassen die Verteidiger nun eine eigene Erklärung folgen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 29.07.2014

Guilain Grenier/Oracle Team USA Mindestens so rasant wie in dieser Szene soll der America's Cup in die Zukunft rauschen. Nur: Wo?

Einigkeit statt Zwist. Blick in die Zukunft statt Klein-klein im Hier und Jetzt. Die amerikanischen Cup-Verteidiger sind sichtlich bemüht, die Wogen bei der Cup-Planung zu glätten und den Blick der Öffentlichkeit in eine strahlende Zukunft zu lenken. Dem wohlwollenden offenen Brief vier europäischer potenzieller Herausforderer ließ das Team Oracle Team USA heute die ebenso wohlwollend klingende Ergebniszusammenfassung eines Meetings mit dem Herausforderer-Quartett folgen. Ein Team allerdings war erneut nicht mit von der Partie: Team New Zealand hüllt sich in Schweigen und glänzte mit Abwesenheit.

Vertreter der Teams Luna Rossa Challenge, Ben Ainslie Racing, Artemis Racing und Frankreich aber trafen sich mit den Verteidigern in London zum Austausch ihrer Argumente. In einer Pressemitteilung von den Amerikanern hieß es anschließend, das Meeting sei positiv verlaufen und die Teams hätten sich auf folgende Punkte geeinigt:

  1. Es sollen künftig regelmäßige Meetings mit allen Teams stattfinden, um das Potenzial der kommenden und auch zukünftiger Cup-Auflagen zu optimieren.
  2. Jedes Team plant eine Regatta der America's-Cup-Weltserie. Entweder im eigenen oder einem anderen Land seiner Wahl.
  3. Alle anwesenden Teams stimmten zu, sich im Falle eines Cup-Sieges im Jahr 2017 zur Fortsetzung der America's-Cup-Weltserie zu verpflichten.
  4. Alle Teams wollen daran arbeiten, die Kosten für die kommende und zukünftige Cup-Auflagen weiter zu reduzieren.
  5. Alle Teams wollen den noch zu wählenden Austragungsort unterstützen – ob es nun San Diego oder Bermuda wird.
  6. Eine Arbeitsgruppe soll sich auf ein Datum und ein Format für den 36. America's Cup einigen, um damit die Grundlagen für eine nachhaltige Regatta zu legen.

Während die Punkte 1, 2, 4 und 5 zumindest teilweise Sinn zu machen scheinen, sind die Punkte 3 und 6 aus heutiger Sicht kaum realisierbar und werfen viele Fragen auf. Denn noch immer gilt im America's Cup das Recht der Stiftungsurkunde, die dem Sieger die Gestaltung der nächsten Cup-Auflage zugesteht. Es klingt also etwas absurd, wenn jetzt schon Pläne für die übernächste Auflage geschmiedet werden sollen, obwohl der Sieger noch lange nicht feststeht und seine (sich dann möglicherweise auch verändernde) Meinung kundtun kann.

Guilain Grenier/Oracle Team USA Im Nebel: Der Austragungsort für den 35. America's Cup und viele weitere Details


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