America's Cup

Cup-Boss Coutts über Oracles Pedal-Experimente

Zuletzt brodelte es in der Cup-Gerüchteküche. Wird Oracle die "Pedal-Power" der Kiwis im Last-Minute-Manöver nachahmen? Coutts weist auf einen Mittelweg hin

Tatjana Pokorny am 13.05.2017
Russell Coutts
Screenshot/VLog/ACEA

Russell Coutts

Die Zeit der großen Experimente ist vorbei. Das sagt Russell Coutts in seiner jüngsten Video-Botschaft aus Bermuda. 13 Tage vor dem ersten Startschuss zur Qualifikationsrunde am 26. Mai und kurz vor dem letzten freien Training der Teams in der kommenden Woche sieht der fünfmalige Cup-Gewinner und Boss der Veranstaltungsagentur ACEA (America's Cup Event Authority) die sechs Teams auf die Zielgerade einbiegen. "Viele Teams werden jetzt ihre finalen Foils und Kontrollsysteme implementieren", so der 55-Jährige, "und viele werden neue Technologien in Form ihrer Foils und Ruder präsentieren." 

In seiner jüngsten Video-Botschaft berichtet Cup-Boss Russell Coutts über die Vorbereitungen auf den America's Cup auf Bermuda und Oracles Bemühungen, das Grinding-System des Teams zu verstärken

Auf die Frage nach den Gerüchten, dass "sein" Oracle Team USA daran arbeite, das mit Pedalkraft angetriebene "Grinding"-System der Neuseeländer nachzuahmen, antwortet Coutts vielsagend: "Ich glaube, es ist noch genügend Zeit für Innovationen. Mein Verständnis ist, dass sie ihr bestehendes Grinding-System nicht ändern, sondern testen, wie sie etwas hinzufügen können – hinten im Cockpit." Man darf also gespannt sein, ob die amerikanischen Verteidiger womöglich mit einer Mischung aus klassischem Grinding und aus Pedalkraft angetriebenem System aufkreuzen werden. Die Kraft aus Armen und/oder Beinen wird benötigt, um den Druck der Hydrauliksysteme aufrecht zu erhalten.

35. America's Cup

Das Emirates Team New Zealand ist – gut sichtbar – mit Pedalkraft im Einsatz

Übereinstimmende Berichte besagen, dass Oracle nun eine Pedal-Station direkt hinter der Position von Skipper Jimmy Spithill eingerichtet hat. Hier soll dann voraussichtlich Taktiker Tom Slingsby für zusätzliche Pedalkraft sorgen, um die Systeme anzutreiben, während die beiden regulären Grinder-Plätze bestehen bleiben. Blair Tuke, 49er-Olympiasieger mit Peter Burling und Flügel-Trimmer im Emirates Team New Zealand, erklärte der Tageszeitung "New Zealand Herald": "Sie haben einen der Jungs hinten stationiert, um dann zusätzliche Kraft zu generieren, wenn sie benötigt wird. Das ist sicher nicht das Ausmaß, in dem wir es betreiben. Aber sie haben offensichtlich einige Vorteile in dem gesehen, was wir tun, und versucht, das ein bisschen zu kopieren."

Neuseelands erfahrener Coach Ray Davies sagte, Oracle hätte nicht viel Zeit, das neue System für die Anfangsphase der Rennen zu entwickeln, es aber durchaus bis zum Match um den America's Cup vernünftig auf die Reihe bekommen könnte. "Sie haben die Mittel und Möglichkeiten, ihr Boot komplett neu zu gestalten, wenn sie es denn wollten. Und sie haben ja ein bisschen mehr Zeit als die anderen Wettbewerber. Also, wer weiß schon, wo sie damit am Ende landen werden."

Tatjana Pokorny am 13.05.2017

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