Regatta
Covid-Neuausbruch erschüttert Aucklands America's-Cup-Welt

Für Großbritanniens America's-Cup-Jäger gab es auch am zweiten Prada-Cup-Finaltag gegen Italien kein Comeback. Doch das Covid-Virus ist zurück in Neuseeland

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 14.02.2021
Prada Cup 2021 Prada Cup 2021 Prada Cup 2021

COR 36 / Studio Borlenghi Prada Cup 2021

Die Bilder der vergangenen Wochen wirkten paradiesisch: Zehntausende Fans hatten in der aktuellen America's-Cup-Hauptstadt Auckland fröhlich zusammen gefeiert. Inmitten des neuseeländischen Sommers genossen sie die Live-Übertragungen im Cup-Hafen oder beobachteten die Rennen von Land und auf dem Wasser. Doch nun ist das Fest vorerst vorbei, denn die Covid-Pandemie ist auf den Inselstaat zurückgekehrt.

Zwar konnten Italiens Cup-Jäger nach fulminantem 2:0-Auftakt auch die Rennen drei und vier im Herausfordererfinale um den Prada Cup gewinnen und ihren Vorsprung in der "First to win seven"-Serie auf 4:0 ausbauen, doch das war bis auf Weiteres der letzte Segelakt beim Cup-Gipfel vor Auckland, denn noch am Sonntag verfügte Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern einen Level-3-Lockdown für die "City of Sails" und einen Level-2-Lockdown für den Rest des pazifischen Inselstaates für mindestens drei Tage.

Was die Segler zu den Rennen und dem Covid-Lockdown in Auckland sagten

COR 36 / Studio Borlenghi Die Abstände waren teilweise extrem knapp, doch am Bild vom Vortag änderte sich auch an Tag zwei im Prada-Cup-Finale nicht viel: Das italienische Luna Rossa Prada Pirelli Team setzte den Maßstab, das Ineos Team UK kämpfte intensiv, konnte aber das Blatt zunächst nicht wenden

Die Covid-Pandemie ist zurück in Neuseeland und hat auch Auswirkungen auf das Geschehen im America's Cup. Den nächsten, für den 17. Februar angesetzten Renntag der Finalserie um den Prada Cup haben die Veranstalter der America's Cup Event Ltd. bereits auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie haben den Veranstaltungsort im Hafen Aucklands für die Öffentlichkeit gesperrt und eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden bei der weiteren Planung angekündigt.

COR 36 / Studio Borlenghi Bislang problemlos möglich: das Fan-Fest im Hafen von Auckland. Nach Bekanntwerden der neuen Covid-Fälle wurden die nächsten Begegnungen vorerst vertagt und der Zugang zum Race Village verboten

Nach Berichten der neuseeländischen Tageszeitung "New Zealand Herald" gibt es im Süden Aucklands mit einer Mutter, einem Vater und einer Tochter aus Papatoetoe drei "neue und aktive" Covid-Fälle. Neuseeland war der Pandemie bislang stets erfolgreich mit harten Lockdowns begegnet. Einreisende auch der America's-Cup-Teams hatten sich strikten Quarantäne-Auflagen zu unterziehen. Die Pandemie schien im Inselstaat bis zu diesem Neuausbruch besiegt – weshalb Zehntausende Fans im neuseeländischen Sommer bei fröhlichen Fan-Events ohne besondere Schutzmaßnahmen zusammengekommen waren. Das alles ist zunächst vorbei. Wie es mit dem Herausforderer-Finale um den Prada Cup und dem America's Cup weitergehen kann, wollen die Veranstalter in den kommenden Tagen bekanntgeben.

Das Prada-Cup-Finale geht beim Stand von 4:0 für Patrizio Bertellis Luna Rossa Prada Pirelli Team gegen das britische Ineos Team UK in die Warteschleife. Ermittelt wird der Herausforderer für America's-Cup-Verteidiger Neuseeland. Das 36. Match um den America's Cup soll am 6. März beginnen.

Noch ohne Covid-Lockdown-Unterbrechung möglich: die Rennen vom zweiten Finaltag im Prada-Cup-Finale im Replay

COR 36 / Studio Borlenghi Sir Ben Ainslie und sein Ineos Team UK stehen beim Stand von 0:4 im Herausforderer-Finale vor großen Aufgaben. Wie die Briten sie meistern wollen, beobachtet auch "Luna Rossa"-Steuermann Francesco Bruni ganz genau

COR 36 / Studio Borlenghi Werden sie die Herausforderer für das Emirates Team New Zealand im 36. Match um den America's Cup sein? Beim Stand von 4:0 für die Italiener im Prada-Cup-Finale deutet vieles darauf hin. Dennoch mahnte Steuermann Francesco Bruni zur Vorsicht: "Das Blatt kann sich schnell wenden."

COR 36 / Studio Borlenghi Ainslie-Fans Nummer eins und zwei: Ehefrau Lady Georgie Ainslie und die gemeinsame Tochter Bellatrix

Zu den Rennen selbst in zunächst um 16 Knoten und später weniger Wind äußerten sich die Segler trotz der Aufregung in Neuseeland in der anschließenden Pressekonferenz. Der britische Skipper Sir Ben Ainslie, dessen Team vor durchaus umkämpften und engen Begegnungen beide Starts verloren hatte, sagte: "Wir müssen einfach besser von der Linie wegkommen. Ich denke, dass wir es mit zwei gleichstarken Booten zu tun haben. Sie (Red.: die Italiener) haben einen wirklich beeindruckenden Tag gehabt und keine Fehler gemacht. Wir werden wiederkommen und noch härter kämpfen. Wir wissen, dass wir bei Wind das richtige Boot haben. Wir wissen, dass wir Rennen gewinnen können. Wir müssen über den gesamten Kurs besser segeln." Dass am kommenden Mittwoch nicht gesegelt werden kann, bedauerte Ainslie mit Blick auf die vorhergesagten stärken Winde, sagte aber gleichzeitig, dass die Gesundheit der Menschen im Vordergrund stehen müsse. Für die Italiener zogen die beiden Co-Steuermänner Francesco Bruni und Jimmy Spithill Bilanz. Spithill sagte: "Heute haben unsere Grinder die anderen Jungs mit simpler Muskelkraft geschlagen." Angesprochen auf den in der italienischen Heimat stark zunehmenden Fanjubel, erzählte Luna Rossas Steuermann Francesco Bruni: "Ich bekomme täglich Tausende Mails. Doch wir müssen fokussiert bleiben. Das Blatt kann sich schnell wenden." Dafür hat nun zunächst das Covid-Virus gesorgt.

Hier geht es zu den Ergebnissen und weiteren Informationen (bitte anklicken!).

Dieser Video-Clip entwickelte sich am Wochenende nicht nur in America's-Cup-Fankreisen zum Hit. So sieht das Luna Rossa Prada Pirelli Team die Lage im Prada-Cup-Finale…


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Themen: America's CupIneos Team UKLuna Rossa Prada Pirelli TeamPrada Cup

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