ACWS
Coutts baut sich mit Vollgas ein

Er sah am Start ein Lücke, wo keine war. Dann knallte es ordentlich, worauf der Oracle-Kat und das Startschiff bestens perforiert waren

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 25.08.2012

Es gab ein bisschen mehr Sonne auf der Bay, auflaufende Tide und auch etwas mehr Luftzug, was so manche knappe Kalkulation durcheinanderbrachte. Arg erwischte es Russell Coutts vom Oracle Team, der durch das Startschiff segeln wollte, was ihm gründlich mislang. „Das war hart, ich dachte nicht, dass es übermäßig riskant war”, kommentierte Coutts, der erfolgreichste AC-Segler aller Zeiten, den lauten Crash, bei dem niemand zu Schaden kam. Ausgerechnet sein Mannschaftskollege Jimmy Spithill machte da oben beim Startschiff die Tür zu, als das Feld volle Kanne in Richtung Linie beschleunigte. „Jeder hat so was schon gemacht”, sagte Spithill nachher. „Manchmal ist da eine Lücke, manchmal nicht ... ab und zu gibt’s halt auch crash & burn, das gehört dazu.” Damit war für Coutts der Tag zu Ende und der Absturz von Platz 2 auf Platz 10 in der Fleetrace-Gesamtwertung die Folge.

Gilles Martin-Raget/ACEA Spithill und die Fans

Spithill, der es sichtlich genoss, vor gut besetzten Rängen seine Show abzuziehen, bleibt in der Kategorie mit einem 7. und einem 1. Platz klar voran, gefolgt von Nathan Outteridge und Team Korea, das heute mit den Plätzen 4 und 2 das beste Tagesresultat ersegelte. Hätten sie im ersten Lauf nicht eine Strafe kassiert, wäre da noch mehr drin gewesen. Dritter ist nunmehr Luna Rossa Piranha mit Chris Draper, die einen Zweiten und Fünften anschrieben, vor dem französischen Energy Team, das bei dieser Regatta von Yann Guichard gesteuert wird, der mit den Rängen 3 und 5 aufzeigen konnte. Weiter nur Randerscheinung ist Ben Ainslie mit JP Morgan BAR, der mit den Rängen 9 und 4 dem Tabellenende nahe ist.

Gilles Martin-Raget/ACEA Gut in Schuss. Team Korea schob sich auf Platz 2 nach vorn

Sehr peinlich war ihm der verpennte Start im Matchrace Viertelfinale, der Team New Zealand  den Weg zu einem ungefährdeten Sieg ebnete. „Tut mir leid, ich muss mich an das alles erst gewöhnen”, lautete der knappe, aber doch menschliche Kommentar des vierfachen Olympiasiegers. Im zweiten Viertelfinallauf des Tages wurde nichts hergeschenkt: Der später gecrashte Coutts musste hart kämpfen, um sich gegen Energy Team am Schluss knapp durchzusetzen, nachdem die Franzosen zwischendurch die Führung innegehabt hatten. Im Semifinale kommt es heute zu den Partien Artemis Racing White gegen Oracle Coutts und zum Heuler Oracle Spithill gegen Emirates Team New Zealand.

Gilles Martin-Raget/ACEA Souvenir. Ein Stück vom Bug des Coutts-Kats steckt in der Bordwand

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Gilles Martin-Raget/ACEA Auf und ab: Bei Ainslie und JP Morgan BAR wechseln bisher Licht und Schatten

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