America's Cup
CAS-Richter urteilen im Fall de Ridder

Der Internationale Sportgerichtshof hat seine Entscheidung im Fall Dirk de Ridder getroffen: Die Strafe bleibt, die Sperre wird reduziert

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 11.12.2014

YACHT Archiv Dirk de Ridder

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hat über das Berufungsgesuch des America's-Cup-Profis Dirk de Ridder entschieden. Grundlage des Verfahrens war ein hartes Urteil, das der Welt-Seglerverband (Isaf) im April dieses Jahres gegen den Cup-Segler aus dem Oracle Team USA gefällt hatte.

Die Isaf hatte den holländischen Segler mit einer dreijährigen Wettbewerbssperre belegt, weil der zu einer Gruppe von Seglern und Mitarbeitern in Larry Ellisons Cup-Team gezählt hatte, die mit einer unerlaubten Bootsmanipulation eines AC-45-Katamarans (es wurde regelwidrig zusätzliches Bleigewicht ergänzt) in Verbindung gebracht werden konnte. De Ridder selbst wurde schon während des 34. America's Cup gesperrt. Weitere Teammitglieder wurden teilweise gesperrt oder verwarnt.

Für Profi Dirk de Ridder kam die dreijährige Isaf-Sperre einem Berufsverbot gleich. Deswegen hatte er beim Sportgerichtshof Berufung eingelegt. Laut seiner Argumentation sei die Beweislage zu dünn, die Strafe übermäßig hart und die Isaf rechtlich nicht zuständig gewesen. Die Anhörung aller Parteien und Zeugen hatte am 1. und 2. Oktober stattgefunden.

Die drei CAS-Richter Conny Jörnklint (Präsident, Schweden), Anita de Frantz (USA) und Michael Beloff (Großbritannien) haben das Isaf-Urteil nun bestätigt, die Strafe jedoch gemildert und die Wettbewerbssperre von drei Jahren auf 18 Monate reduziert. Das aktuelle Volvo Ocean Race hat der erfahrene Weltumsegler aus den Niederlanden bereits auslassen müssen. Einem künftigen America's-Cup-Einsatz stünde jedoch nichts mehr im Wege.

In Deutschland wurde de Ridder bekannt, als er 2002 mit der Illbruck-Challenge unter deutscher Flagge und mit US-Skipper John Kostecki das Volvo Ocean Race gewann. Der Amerikaner ist mit Ann-Marie de Ridder verheiratet und Dirk de Ridders Schwager. Auch im Oracle Team USA waren sowohl Kostecki als auch de Ridder im Einsatz. Kostecki hatte im 34. Cup-Duell gegen Team New Zealand nach den ersten wenig überzeugenden Rennen seinem Nachfolger und Triumphator Ben Ainslie auf der Position des Taktikers Platz machen müssen. In der Folge gelang den Verteidigern ein historisches Comeback und der Sieg über die neuseeländischen Herausforderer, obwohl sie aufgrund der Manipulation bei den Vorregatten mit zwei Minuspunkten in das Duell gestartet waren.

G. Grenier / Oracle Team USA Zwei-Boot-Training von Oracle Team USA auf der Bucht von San Francisco


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Themen: America's CupCASDirk de RidderIsafJohn KosteckiSportgerichtshof

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