Regatta

America's Cup: Streit um erneute Verschiebung

Dem Prada-Cup-Finale droht eine weitere Verschiebung. Die Briten würden mitziehen, die Italiener wollen am Programm festhalten

Lars Bolle am 17.02.2021
America's Cup
COR 36 | Studio Borlenghi

Zuschauermassen wie diese, dicht gedrängt und ohne Gesichtsmasken, waren wegen Corona-Freiheit in Neuseeland bisher möglich. Dieses Szenario sorgt nun für Streit

Wegen eines Covid-19-Ausbruchs in Neuseeland wurden die Finalrennen des Prada Cups, welche am vergangenen Samstag begannen und heute fortgeführt werden sollten, auf Freitag verschoben. In diesem Finale segeln das italienische Team Luna Rossa und Ineos Team UK um das Recht, im America's Cup gegen die Neuseeländer antreten zu dürfen.

Zwar wurden mittlerweile die Kontaktketten weitgehend identifiziert und die landesweite Alarmstufe von 3 auf 1 herabgesetzt; für Auckland jedoch, vor dessen Ufern die Cup-Teams segeln, gilt immer noch Stufe 2. Diese erschwert öffentliche Veranstaltungen mit Zuschauern.

Die Organisatoren der Veranstaltung, kurz ACE, haben nun zwei neue Optionen ins Spiel gebracht. Wenn in Kürze auch für Auckland Warnstufe 1 gelte, könne am Wochenende wieder gesegelt werden. Sei dies nicht der Fall, und es würde Stufe 2 oder gar 3 gelten, würde man den Neustart des Prada Cups um eine Woche auf den 27. Februar verschieben, der Start des America's Cups würde ebenfalls um eine Woche auf den 13. März verschoben.

Hintergrund der Veranstalter sind offenbar finanzielle Interessen. Denn große Zuschauermengen, wie bisher zu sehen, bedeuten Einnahmen. Unter hohen Warnstufen wären diese Zuschauerzahlen jedoch nicht möglich.

Die beiden von einer Verschiebung betroffenen Teams reagierten unterschiedlich, aus nachvollziehbaren Gründen. Die Briten schlossen sich dem Standpunkt des Veranstalters an. Sie würden mit einer erneuten Verschiebung wertvolle Zeit gewinnen, um noch technische Verbesserungen am Boot vornehmen zu können. Außerdem sind für das Wochenende eher schwache Winde knapp oberhalb des Windlimits von 6,5 Knoten vorhergesagt. In diesen Bedingungen hatten die Italiener zuletzt Vorteile. Eine Verschiebung würde die Chance der Briten auf mehr Wind erhöhen, im Starkwindbereich gelten sie als die Besseren.

Die Italiener wiederum wollen von einer erneuten Verschiebung nichts wissen. Sie liegen mit 4:0 vorn und benötigen nur noch drei Siege, um den Prada Cup zu gewinnen. Sie haben das Momentum einer Siegserie auf ihrer Seite und wollen natürlich den Briten keine zusätzliche Chancenerhöhung zugestehen. Laut ihrer Argumentation sei es ja sogar erlaubt gewesen, unter Warnstufe 3 zu trainieren, warum solle man dann bei einer geringeren Stufe nicht auch Rennen fahren können? Ob dies mit oder ohne Zuschauer geschehe, sei unerheblich.

Außerdem habe man sich in den Wettkampfregeln nun mal auf einen Zeitplan geeinigt, welcher besage, dass der Prada Cup am 24. Februar ende. Wenn bis dahin nicht gesegelt werden könne, sei eben das Team Sieger, welches bis dahin vorn liege. Das wären, Überraschung, die Italiener.

Wie der Zwist ausgeht, ist völlig offen, von einer gütlichen Einigung bis zu einem Streit vor dem Schiedsgericht ist alles möglich.

Lars Bolle am 17.02.2021

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