Regatta
America's Cup: Deutsches Schatten-Team unter Strom

Zum zweiten Mal nach 2007 könnte im America's Cup ein Team unter deutscher Flagge aufkreuzen. Das erfuhr YACHT online am Gründonnerstag exklusiv aus Cup-Kreisen

  • YACHT Redaktion
 • Publiziert vor 2 Monaten
Das Emirates Team New Zealand gewann den 36. America's Cup am 17. März zum vierten Mal seit 1995 Das Emirates Team New Zealand gewann den 36. America's Cup am 17. März zum vierten Mal seit 1995 Das Emirates Team New Zealand gewann den 36. America's Cup am 17. März zum vierten Mal seit 1995

ACE | Studio Borlenghi Das Emirates Team New Zealand gewann den 36. America's Cup am 17. März zum vierten Mal seit 1995

Während die neuseeländischen Cup-Verteidiger mit ihrem neuen britischen "Challenger of Record" (Royal Yacht Squadron Racing/Ineos Team UK) noch über das Format und den Austragungszeitraum für den 37. America’s Cup ringen, sammeln sich die ersten Herausforderer für den nächsten Gipfelsturm. Unter den interessierten Rennställen soll nach Exklusiv-Informationen von YACHT online auch ein neues deutsches Team sein. Hinter der Kampagne von prominenten Cup-Jägern und Olympiaseglern sollen sich bereits die Bundesregierung und ein namhaftes Unternehmen aus der Automobilbranche formiert haben.

G.-M. Raget Die älteste internationale Trophäe der Sportwelt: der America's Cup

Parallel zu den jüngsten Diskussionen um die Reduzierung künftiger Cup-Crews von elf auf sechs Segler und die damit verbundene Notwendigkeit des Einsatzes von Batterieantrieben für die Bordhydraulik der futuristischen Yachten der AC75-Klasse, hatten die Projektinitiatoren bei potenziellen Sponsoren mit einem "E-Cup-Konzept" gepunktet. Das passt ideal zu den aktuellen Bemühungen der Regierung und der deutschen Automobilindustrie, bis 2023 1000 neue Ladestationen an deutschen Autobahnen zu errichten. Für das ehrgeizige bundesweite Stromtankstellen-Projekt sind Investitionen von rund zwei Milliarden Euro geplant. Fünf Prozent der Summe soll ab 2022 die zweite deutsche America’s-Cup-Kampagne beflügeln und unter Segeln für E-Fortschritt "Made in Germany" werben. Dabei wollen die designierten Partner und Sponsoren vor allem vom frischen Profil des Segelsports profitieren und so das eigene angestaubte Image aufpolieren. Aus höchsten Regierungskreisen war zu erfahren, dass sich angeblich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel – Physikerin wie Martin Fischer im Luna Rossa Prada Pirelli Team – für die futuristischen Krakenfoiler im America’s Cup begeistert.

ACEA/A. Kingman Jimmy Spithill freut sich auf die deutschen Herausforderer und kommentierte die Neuigkeiten mit einem Satz, den er von seinem österreichischen Sponsor gelernt hat: "Der Cup verleiht euch Flügel!"

Die Initiatoren der Kampagne sind in Hamburg beheimatet, werden aber von erfahrenen Cup-Machern in der gesamten Republik unterstützt, darunter Vordenker in der Matchrace-Hochburg Langenargen oder sturmerprobte Manager der Heldenarena der Kieler Woche. Die führenden Teammitglieder der noch hinter geschlossenen Vorhängen, aber schon in vollem Galopp operierenden deutschen Cup-Antreiber wollen sich aber zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht outen oder näher zu den Plänen äußern. Ein der Redaktion namentlich bekanntes Mitglied der Management-Gruppe sagte: "Wir befinden uns in den finalen Verhandlungen und sind mehr als optimistisch, dem deutschen Segelsport schon bald die spannendste Kampagne seiner Geschichte bescheren zu können. Sie wird nachhaltiger sein als alles bisher Bekannte. Sämtliche deutsche Top-Segler und Experten sind mit von der Partie. Ebenso weitere im Segelsport bereits bekannte Unternehmen."

ACE | Studio Borlenghi Auf die Frage nach den künftigen Outfits der deutschen Cup-Jäger musste "Luna Rossa"-Steuermann Francesco Bruni lachen: "Wir haben Prada, die Deutschen Hugo Boss. Noch Fragen?"

Ricardo Pinto/ACEA Kann den winkenden Händen aus Deutschland viel abgewinnen: Sir Ben Ainslie freut sich über den zu erwartenden Zuwachs im Kreis der künftigen Cup-Herausforderer. "Wir sehen uns zur Tea Time auf dem Kurs", sagte der viermalige Olympiasieger

Wie YACHT online aus Teamkreisen erfuhr, wurden bereits Gespräche mit Design-Koryphäen wie dem in Hamburg lebenden Rolf Vrolijk und dem heute im neukaledonischen Numea beheimateten Martin Fischer aus Celle in Niedersachsen geführt. Das deutsch-holländische Dream Team wird aktuell von mehreren Cup-Kampagnen intensiv umworben. Beide Cup-Stars haben aber signalisiert, dass sie einem starken deutschen Angebot nicht werden widerstehen könnten. Das "E" könnte auf der schnell wachsenden deutschen Cup-Welle nicht nur für "Elektroantrieb", sondern auch für eine ganz neue "Einheit" stehen. Die Macher haben schon vor der für den Sommer geplanten offiziellen Teamvorstellung eine Fanpage ins Leben gerufen, um den Rückhalt in der Bevölkerung zu messen. Hier geht es zur Fanpage (bitte anklicken!) .

Lloyd Images Haben die deutsche Cup-Bewegung bereits im Visier: die neuseeländischen Verteidiger und 49er-Olympiasieger Peter Burling und Blair Tuke. Burlings Kommentar: "Erst wollen uns Erik Heil und Thomas Plößel im Sommer in Enoshima von unserem schönen Thron schubsen und nun gieren sie auch noch nach unserem Silber… Lasst es euch gesagt sein: Emirates fly better!"


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Themen: America's CupDeutschland

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