Regatta

America's Cup: Ab Samstag wird wieder gesegelt

Die Italiener haben sich durchgesetzt, der Veranstalter ist offensichtlich nicht amüsiert. Jeden Tag zwei Rennen bis zum Sieg

Lars Bolle am 18.02.2021
Prada Cup 2021
COR 36 / Studio Borlenghi

Luna Rossa gegen Ineos Team UK: Die Briten stehen unter Zugzwang

Der Streit zwischen dem Veranstalter des Prada Cups, der Qualifikation der Herausforderer, und dem italienischen Team Luna Rossa scheint beigelegt zu sein. Am Samstag wird wieder gesegelt, zwei Rennen pro Tag, bis einer der beiden Herausforderer, neben den Italienern die Briten, sieben Siege eingefahren hat. Die Italiener führen mit 4:0.

Der Cup-Veranstalter wollte die Rennen eigentlich wegen eines Corona-Ausbruchs in Neuseeland um eine Woche verschieben, bis für Auckland nur noch die Warnstufe 1 gelten würde. Das hätte ermöglicht, wie bisher ein großes Publikum zuzulassen, verbunden mit entsprechenden Einnahmen.

Doch das italienische Team Luna Rossa wollte davon nichts wissen, bestand auf den vereinbarten Terminen und konnte sich offenbar durchsetzen. Die Italiener wollten ihre Siegserie nutzen, außerdem sind für das Wochenende eher leichte Winde vorhergesagt, die ihnen bisher besser lagen als den Briten.

Der Veranstalter musste einknicken, ist darüber aber offensichtlich nicht amüsiert. In einer Erklärung sagt Tina Symmans, Vorsitzende von America's Cup Events: "Dies ist eine enttäuschende Situation. Seit Sonntag haben wir im Namen aller in Auckland und aller Kiwis sehr hart gearbeitet, um dem Challenger of Record (Luna Rossa, d. Red.) die Möglichkeit zu geben, Ehre und Respekt für dieses Land zu zeigen und den Prada Cup zu verschieben, bis wir eine größere Chance haben, dass es alle genießen können und davon profitieren. Offensichtlich haben sie die Worte ihres Chefs Patrizio Bertelli (Teameigner von Luna Rossa und Prada-Boss, d. Red.) bei der Eröffnungspressekonferenz vergessen, der darüber sprach, wie privilegiert jeder ist, ohne wesentliche Covid-Einschränkungen in Auckland zu sein, und dass daher jeder die Verantwortung hat, großartige Sportlichkeit zu zeigen, damit der Prada Cup ein großes Sportereignis sein kann. "

Symmans wird noch deutlicher: "Dieses Plädoyer ist auf taube Ohren gestoßen, und es ist klar, dass ihr Fokus ausschließlich auf Luna Rossa liegt, die den Prada Cup gewinnen soll und nicht auf dem Wohl des Landes, das so hart gearbeitet hat, um in der Lage zu sein, dieses Ereignis zu inszenieren."

So lange die Corona-Warnstufe 2 wie jetzt gelte, müssen Zuschauer weitgehend außen vor bleiben. Die Einschränkungen sehen wie folgt aus:

Die Rennstrecken B und C (dicht am Ufer) werden nicht verwendet, um die Wahrscheinlichkeit großer öffentlicher Versammlungen an Land zu verringern.
Keine öffentlichen Besichtigungsmöglichkeiten wie Dock-Out-Shows oder öffentliche Vorführungen von Rennen im Race Village.
Versammlungen von maximal 100 Personen im America's Cup Race Village oder an öffentlichen Aussichtspunkten für Zuschauer in Auckland.
Begrenzte Aktivitäten im Race Village mit nicht mehr als 100 Personen.
Zwei Meter physische Distanz und Gesichtsmasken empfohlen.
Alle Bars, Restaurants und Cafés rund um das Race Village können gemäß den Covid-19-Level-2-Richtlinien des Gesundheitsministeriums geöffnet bleiben.
Die Öffentlichkeit wird daran erinnert, stets die NZCOVID19 Tracer App zu scannen.

Das fünfte Race zwischen Luna Rossa und Ineos Team UK beginnt am Samstag um 16:15 Uhr neuseeländischer Zeit, 04:15 Uhr am Samstagmorgen in Deutschland. Alle Wettfahrten werden live kostenlos übertragen und sind auf der Cup-Webseite, auf Youtube sowie Facebook zu verfolgen. Für Mobilgeräte ist keine Extra-App erforderlich. Die Wiederholungen sollen direkt nach Ende jeder Wettfahrt auf diesen Kanälen bereitgestellt werden.

Lars Bolle am 18.02.2021

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