Regatta
America's Cup: 53 Knoten – Tiefflug im Rennmodus

Das amerikanische Boot "Patriot" stellte zwar einen Rekord auf, war in beiden Races jedoch deutlich unterlegen gegen Luna Rossa

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 29.01.2021
Einer der kapitalen Abstürze von "Patriot" Einer der kapitalen Abstürze von "Patriot" Einer der kapitalen Abstürze von "Patriot"

COR 36 | Studio Borlenghi Einer der kapitalen Abstürze von "Patriot"

Der erste Tag des Prada-Cup-Halbfinales hätte für Luna Rossa nicht besser laufen können. Das italienische Team gewann beide Rennen überlegen gegen American Magic. Die beiden Steuerleute des "Roten Mondes", Jimmy Spithill und Francesco Bruni, fuhren zwei perfekte Starts gegen ihren Kontrahenten Dean Barker auf dem amerikanischen Boot. Darauf folgten jeweils zwei konstante, saubere Rennen, bei denen sie ihren Vorsprung vor den Amerikanern weiter ausbauten.

Die Wiederholung beider Rennen

Der Wind wehte mit zeitweise bis zu 22 Knoten, American Magic gelang im ersten Rennen ein Geschwindigkeitsrekord für die 75-Fuß-Krakenfoiler von 53,31 Knoten.

Das konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Team um Skipper Terry Hutchinson offenbar nach der spektakulären Kenterung in der Round Robin und der anschließenden aufwändigen Reparatur seine leichte Überlegenheit bei Starkwind eingebüßt hat. Mit einem verkleinerten Großsegel und winziger Genua wurde augenscheinlich der Widerstand so stark gesenkt, dass der Geschwindigkeitsrekord aufgestellt werden konnte, das Boot segelte dabei im Vergleich zu den Italienern jedoch instabil.

So fiel "Patriot" auf dem Vormwindgang mehrfach von den Foils, was bei dieser Windstärke nicht passieren dürfte. Auch die Manöver und Tonnenrundungen sahen wackeliger aus als bei den Italienern, welche beide Rennen recht entspannt und unbedrängt von der Spitze in Ziel brachten.

COR 36 | Studio Borlenghi American Magic in Lee, kontrolliert von Luna Rossa

Luna-Rossa-Steuermann Francesco Bruni zeigte sich sehr zufrieden: "Wir kommen nicht aus einer großartigen Zeit, da wir nicht dem Standard entsprachen, den wir wollten, also gab es ein bisschen Spannung. In der Vergangenheit war das Boot bei starkem Wind nicht das schnellste. Aber wir wussten, dass wir einige große Leistungsverbesserungen vorgenommen hatten, wir sahen sehr gute Zahlen, und heute spürten wir auf dem Wasser auch den Unterschied."

Terry Hutchinson war offenbar vor allem erst einmal zufrieden, es überhaupt wieder zurück ins Rennen geschafft zu haben: "Vor zwölf Tagen hätte ich nicht gedacht, dass dies möglich wäre. Es ist zwar eine kurze Serie, aber wir haben noch etwas Fleisch am Knochen, um weiter an uns zu arbeiten."

Für die kommenden zwei Wettfahrten, Start heute Nacht ab 3.00 Uhr, sind vor Auckland 15 Knoten mit stärkeren Böen vorhergesagt. Gelingt es den Amerikanern nicht, entscheidend zurückzuschlagen, und fährt Luna Rossa zwei weitere Siege ein, ist für "Pariot" dieser Cup beendet, und die Italiener gesellen sich zu Ineos Team UK ins Finale des Prada Cup.

Alle Wettfahrten werden live kostenlos übertragen und sind auf der  Cup-Webseite , auf  Youtube  sowie  Facebook  zu verfolgen. Für Mobilgeräte ist keine Extra-App erforderlich. Die Wiederholungen sollen direkt nach Ende jeder Wettfahrt auf diesen Kanälen bereitgestellt werden.


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Themen: America's Cup

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