America's Cup
Ainslie ist Erster – wer sonst?

Ben Ainslie war schon bei Olympia gern Erster. Jetzt hat sein Team Ben Ainslie Racing als erste Mannschaft Bermudas Cup-Revier erobert

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 29.01.2015

LLOYD IMAGES / BAR Ben Ainslie im Einsatz

Ben Ainslie macht nichts lieber als Siegen. Goldmedaillen, WM-Titel oder der historische Olympiarekord – lauter erste Plätze – prägen sein Leben. Erster sein, das ist diesem smarten Ausnahmeathleten wichtig. Und so ließ er es sich auch nicht nehmen, sein America's-Cup-Team Ben Ainslie Racing (BAR) als erste Mannschaft ins neue Cup-Revier vor Bermuda zu führen. Dort haben die Briten eine Woche intensiv auf ihren kleinen 20-Fuß-Trainingskatamaranen trainiert und verkündeten nun ganz stolz, aber auch mit einem Augenzwinkern: "Wir waren die Ersten, die hier auf Foils auf – und unter – dem Regattakurs unterwegs waren."

Ben Ainslies Männer haben ihr Training im neuen Cup-Revier vor Bermuda aufgenommen. Vorerst testen sie Wind, Wellen und Strömung noch auf kleinen Trainingskatamaranen, um ein Gefühl für den Kurs zu bekommen, auf dem sie 2017 gewinnen, den America's Cup mit nach Hause nehmen und zurück zu seinen Wurzeln bringen wollen.

Letzteres war allerdings nicht als Scherz mit Blick auf mögliche verunglückte Segelmanöver gemeint, sondern als seriöser Hinweis auf unzählige Tauchübungen, die Ainslies Mannschaft regelmäßig mit Sauerstoff-Notgeräten absolviert, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Ainslies Freund und seglerischer Wegbegleiter Andrew "Bart" Simpson wurde am 9. Mai 2013 bei einem Trainingseinsatz im Cup-Revier vor San Francisco infolge einer Kenterung eingeklemmt und ist unter dem Wrack ertrunken.

Am Ende des Trainingslagers auf Bermuda zog Teamchef und Skipper Ben Ainslie zufrieden Zwischenbilanz: "Es war großartig für das Team zu versuchen, den Austragungsort, die Windrichtungen und die Wellenbewegungen auf unseren 20-Fuß-Trainingsbooten auf Foils kennenzulernen. Wir haben sehr viel gelernt. Wir können jetzt zu unserem Design-Team zurückkehren und damit beginnen, unser Regattaboot für 2017 zu entwickeln."

Ganz so einfach wird es zwar nicht werden, doch den psychologischen Vorteil des Blitzstarts hat Ainslie nun auf seiner Seite. Dieses Signal hat er nicht ohne Absicht in alle Welt gefunkt. Seine Botschaft: Seht her, wir sind schon da und arbeiten intensiv für unser großes Ziel. Bei der Gelegenheit gab es auch viel Lob für die künftigen Cup-Gastgeber. Ainslie preiste Bermuda als "allerschönste Insel" und die Gastgeber als "überaus freundlich, herzlich und voller Vorfreude auf den Cup". Die Gelobten wiederum erwiesen sich jetzt schon als treue Fans. Ein älterer Einwohner der Inselgruppe sagte schmunzelnd: "Na, ist doch klar: Sie sind als erstes Team hier, dann sollten sie auch als Erste über die Ziellinie gehen. Das sind doch britische Jungs!" Ainslies Team wird sich im America's Cup in zwei Jahren über mangelnde Fans sicher nicht beschweren können, denn Bermuda ist ein britisches Überseegebiet. Dem viermaligen Olympiasieger und seinem Team dürften viele Herzen zufliegen.

BARs Sailing Team Manager Jono Macbeth sagte: "Wir sind hierher gekommen, um unsere Segelfähigkeiten auf Foils zu schulen und unsere körperliche Fitness zu erhöhen. Wir haben jeden Tag fünf, sechs Stunden auf dem Wasser verbracht. Viel Zeit für andere Aktivitäten blieb den Jungs nicht. Vom Abendessen ging es direkt ins Bett. Es ging hier um Training und Segeln. Wir haben gelernt, dass der Kurs ziemlich klein sein wird."


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Themen: America's CupBARBen AInslie RacingBermudaSir Ben Ainslie

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