AC World Series
30 Knoten und Manege frei

Frische Winde und fliegende Boote sorgten beim Fleetrace-Finale für eine große Show. Fast das halbe Feld war mal in inkorrekter Schwimmlage

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 18.09.2011

www.americascup.com „China Team" in Schwierigkeiten in den giftigen Böen von Plymouth

Dünnes Ende oben, spitzes Ende vorne. So einfach kann Balance beim Segeln umschrieben werden. Aber manchmal, wie zum Beispiel gestern beim Fleetracefinale der AC 45 in Plymouth, hält die Praxis nicht, was die Theorie verspricht. Bei fünf bis sechs Windstärken trennte sich die Spreu vom Weizen, das heißt: Nur die Topteams mit Ausnahme von „Artemis Racing” hatten ihre Geräte ständig im Griff. Den Zuschauern war’s einerlei, denn die bekamen geboten, was versprochen wurde: Dramatik und Akrobatik.

www.americascup.com Alles unter Kontrolle: „Oracle Racing Spithill" holt sich das Fleetracefinale. Jimmy an der Pinne fand es „sehr unterhaltsam"

Und dabei zeigte der Australier Jimmy Spithill, warum er und sein Team von „Oracle Racing” eigentlich weit besser sind, als der fünfte Platz beim Matchracing vermuten lässt. In der Schlussrunde distanzierten sie die einzigen, ernsthaften Rivalen, „Team New Zealand” und den Oracle-Stallkollegen Russell Coutts. „Ehrlich, ich dachte, wir hätten noch ein bisschen was im Tank”, strahlte Spithill. „Wir hatten ein wenig San Francisco-Verhältnisse. Die Windstärke war vergleichbar, aber die Böen und Dreher haben heute alle herausgefordert. Was für ein tolles Rennen, sehr unterhaltsam.”

www.americascup.com „Artemis" setzt zum Kopfstand an, konnte das Ärgste jedoch verhindern. Das kam dann später ...

Platz zwei ging an die Matchrace-Sieger von „Team New Zealand” mit Dean Barker, die „Oracle Racing Coutts” in Schach halten konnten. Dahinter war das Feld ziemlich licht, denn als der Wind zulegte, fanden sich „Energy Team”, „Artemis Racing”, „China Team” und „GreenComm” in unvorteilhaften Situationen, mit Mastspitze in Wassernähe. Zudem schoss „Artemis” „GreenCom” vor dem Start ab, wobei Vasilij Zbogar, der slowenische Steuermann der Spanier, über Bord ging und sich an der Hand verletzte. Das Boot war ebenfalls perforiert, womit das Rennen für „GreenComm” vorbei war, noch ehe es losging.

www.americascup.com ... mit dem Abschuss von „GreenComm", die mit Schaden und ohne Skipper schon vor dem Start aufgeben musste

Der alte Fuchs Bertrand Pace nutzte mit "Aleph" die diversen Probleme der anderen und segelt auf den vierten Rang, gefolgt von "Team Korea", das nach dem sensationellen zweiten Platz beim Matchrace nicht mehr so frisch wirkte. "Energy Team" und die Chinesen konnten ihre Fahrzeuge nach den Kenterungen wieder aufrichten und weitersegeln, wobei "China Team" gerade mal sechs Sekunden vor dem Ablauf des Zeitlimits ins Ziel kam.

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Nächster Stopp für die America’s Cup World Series ist San Diego Mitte November, wo Wind und Wetter ein wenig temperierter sein dürften als in Plymouth. Ab Mittwoch, den 16. 11. wird das Match Racing Championship ausgetragen. Alle Wettfahrten werden wieder live im TV und im Internet zu sehen sein.

ACWS in Plymouth

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Ein Woche im Zeichen von Dramatik und Akrobatik

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