America's Cup
10... 9... der Countdown läuft! Fakten und Stories für Fans

Am 26. Mai beginnt die Qualifikation für den America's Cup. Wir liefern die Hintergrundinfos. Heute: Warum Segler der Kampf um die Kanne so sehr fasziniert

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 16.05.2017
Begehrt, umkämpft, geliebt, verteidigt, verloren und wieder gewonnen: der America's Cup Begehrt, umkämpft, geliebt, verteidigt, verloren und wieder gewonnen: der America's Cup Begehrt, umkämpft, geliebt, verteidigt, verloren und wieder gewonnen: der America's Cup

Gilles Martin-Raget / www.americascup.com Begehrt, umkämpft, geliebt, verteidigt, verloren und wieder gewonnen: der America's Cup

Kein Segelpokal ist so schwer zu gewinnen wie der America's Cup, keine international umkämpfte Sporttrophäe so alt wie die verschnörkelte Silberkanne. Das sind schon die beiden wichtigsten Gründe für die Faszination, die der America's Cup auf seine Fangemeinde ausübt: eine schillernde Historie und ein hochkarätiger Wettbewerb der bekanntesten Segelsporthelden ihrer Zeit.

"Der America's Cup ist so schwer, wie es ist, ihn zu gewinnen." So beschrieb es einst auch Jochen Schümann, der die Trophäe 2003 und 2007 als Sieger mit dem Schweizer Team Alinghi in den Himmel heben durfte. Als der Londoner Hofjuwelier Garrard die Kanne 1848 kreierte, war sie gerade einmal 71 Zentimeter hoch. Heute misst die "Auld Mug" – wegen der Unsummen, die sie die Konkurrenten im Laufe von mehr als eineinhalb Jahrhunderten gekostet hat, auch bodenlose Kanne genannt – vom Sockel bis zur Oberkante stattliche 109,5 Zentimeter und wiegt 17,7 Kilogramm.

Ein hübsch und heiter in Szene gesetzter historischer Rückblick auf das Rennen, das 1851 den America's Cup begründete. Wer genau hinhört und schaut, wird erfahren, dass die Regeln schon damals nicht für alle gleich waren...

Ungleich höher ist der Wert, den sie für viele Menschen hat. Dabei wäre sie von den ersten amerikanischen Siegern, die sie mit der "America" bei einem Rennen um die Isle of Wight gewannen und über den großen Teich entführten, beinahe eingeschmolzen und zu Medaillen für jedes Mannschaftsmitglied gemacht worden. Doch sie blieb erhalten. 132 Jahre residierte der Cup festgebolzt auf einem Eichentisch im New York Yacht Club. Dort galt ein sprichwörtlich überliefertes Gesetz: Sollte der Club den Cup jemals verlieren, würde man ihn durch den Kopf des Mannes ersetzen, der dafür verantwortlich wäre.

Als der New Yorker Albtraum 1983 tatsächlich wahr wurde und Australien gewann, blieb der bis dahin dreimal siegreiche "Mr. America's Cup" Dennis Conner gnädig von der Guillotine verschont. Er tilgte die erlittene Schmach selbst und holte den Oscar der Segelwelt aber schnellstmöglich in die Vereinigten Staaten zurück. Nach Australien konnten noch Neuseeland und die Schweiz den Cup gewinnen und jeweils einmal verteidigen, bevor die Amerikaner ihn über eine gerichtliche Auseinandersetzung und ein Exklusiv-Match nach ihrem Geschmack zurückeroberten. Seitdem halten Oracle-Gründer Larry Ellison, sein Cup-Architekt Russell Coutts und das Oracle Team USA ihn fest. Wird das nach dem Jahrhundert-Comeback 2013, als die Amerikaner im Duell gegen die zunächst so dominanten Kiwis aus einem 1:8-Rückstand noch einen 9:8-Triumph machten, auch im Juni vor Bermuda wieder gelingen?

Ein historischer Rückblick, der mit Blick auf die heutigen Katamarane und einem wichtigen Fazit abschließt: Der jüngste Veränderungsprozess der Boote im America's Cup wirkt dramatisch, weil der Vergleich zwischen den älteren Booten und den "fliegenden Katamaranen" so sehr ins Auge springt. Die Veränderung aber, so der Historiker John Rousmanière, sei die Geschichte des America's Cup und die aktuellen Boote nur ein weiteres Kapitel

Unzählige Milliarden Dollar sind seit 1851 in den America's Cup geflossen, der sich im vergangenen Jahrzehnt so radikal verändert hat wie nie zuvor in seiner Geschichte. Die Einrumpf-Edelyachten gehören der Vergangenheit an. Heute wird auf ultramodernen und foilenden Katamaran-Geschossen im Batmobil-Look übers Wasser geflogen. Kleine Elite-Einheiten hochtrainierter Athleten treiben sie in kurzen 20-Minuten-Duellen permanent am Limit über die kurzen Kurse. Die klügsten Design-Köpfe, Entwickler und besten Bootsbauer haben sie ersonnen und gebaut. Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 Knoten sollen bei dieser 34. Cup-Auflage möglich sein.

ACEA Zum 35. America's Cup ist der America's Cup auf Bermuda zu Hause, bevor ihn die Sieger mitnehmen

Dabei reist die Gefahr immer mit. Früher kaum einmal Anlass für Diskussionen im America's Cup, ist die Sicherheit der Sportler seit Einführung der rasenden Katamaran-Geschosse ein permanent präsentes Thema. Seit dem tragischen Unfalltod von Andrew "Bart" Simpson am 9. Mai 2013 in Folge einer Trainings-Kenterung seines Teams Artemis Racing sind die Sicherheitsstandards zwar extrem hoch: Die Athleten tragen Helme, Messer und Notfall-Atemgeräte bei sich. Und sie führen immer wieder Sicherheits-Trainings durch. Doch die Folgen von Kenterungen oder Kollisionen lassen sich nicht sicher kontrollieren.

Die Entwicklungssprünge des Fohlens zeigt dieses Video mit den wichtigsten Cup-Etappen seit 2013 – erstaunlich, wie schnell die Teams ihr Können hochgeschraubt haben und was inzwischen möglich ist

Mehrere Vorfälle in letzter Zeit haben gezeigt, wie gefährlich dieser neue Cup-Sport geworden ist. Gruselig waren die Bilder, als Graeme Spence zu Jahresbeginn im Training in Folge einer Wende auf Foils und einer abrupten Verlangsamung des Katamarans nicht seitlich, sondern vorne über die Bugspitzen ins Wasser katapultiert wurde und dann unter Wasser nur sehr knapp den messerscharfen Foils und Rudern entging, mit denen der amerikanische Katamaran über ihn hinwegdonnerte. So sind sich Teams, Fans, Partner und Organisatoren in einem vor dem Showdown ab dem 26. Mai absolut einig: Mögen eventuelle Unfälle für die Sportler glimpflich ausgehen.

Der große Cup-Guide: Im America's-Cup-Spezial in YACHT 12/2017 finden Sie alle Infos und Hintergründe zum Segelevent des Jahres. Ab 24. Mai am Kiosk oder hier digital .

Der Unfall aus diesem Jahr zeigt, wie gefährlich das Segeln der Cup-Katamarane sein kann. Graeme Spence vom Oracle Team USA hatte sehr viel Glück, nachdem er unglücklich über Bord gegangen war


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Themen: AC-CountdownAmericaAmerica's CupBermudaLarry EllisonRussell Coutts

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