Weltcup vor Hyères
Zwei Siege beflügeln die Olympiasegler

Surferin Moana Delle und Lasersegler Philipp Buhl triumphieren in Sturm-Rennen vor Hyères, Toni Wilhelm surft als Dritter aufs Podium

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 27.04.2012

okpress/Kieler Woche Raste vor Hyères zum Weltcup-Sieg: RS:X-Surferin Moana Delle

Zum ersten Mal trug er bei einer Weltcup-Regatta das gelbe Hemd des Spitzenreiters. Zum ersten Mal siegte er in einem solchen Medaillenrennen. Und zum ersten Mal gewann er eine Weltcup-Regatta: Lasersegler Philipp Buhl hat bei der Semaine Olympique Francaise de Voile vor Hyères wie entfesselt gesegelt und den bislang größten Erfolg seiner Karriere eingefahren.

tati Lasersegler Philipp Buhl

Der in der nationalen Olympiaqualifikation seinem Teamkameraden Simon Grotelüschen unterlegene Sonthofener konnte in starken Winden und hoher Welle vor Hyères in Frankreich endlich konstant sein Leistungsvermögen abrufen. Mit insgesamt fünf Tagessiegen, darunter der Triumph im Medaillenrennen, dominierte der  22 Jahre junge Sportsoldat vom Segelclub Alpsee Immenstadt das Weltklassefeld der 106 Laser souverän und sicherte sich Weltcup-Gold mit fünf Punkten Vorsprung vor dem Neuseeländer Andy Meloney und dessen Landsmann Andrew Murdoch. Weltmeister Tom Slingsby musste mit Platz fünf hinter Tonci Stepanovic zufrieden sein. Simon Grotelüschen war nicht am Start.

„Da kamen bei mir heute viele Premieren zusammen“, sagte Buhl nach dem Medaillenrennen in stürmischen Winden, „ich bin sehr glücklich.“ Bereits am Dienstag wird Buhl nach Boltenhagen reisen, um sich dort mit Simon Grotelüschen auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land vorzubereiten. Dort ist der Norddeutsche Regatta Verein Gastgeber der Titelkämpfe für die Klassen Laser Standard und Laser Radial und erwartet ab 14. Mai insgesamt rund 270 Teilnehmer und Teilnehmerin im Hafen der „Weißen Wiek“.

tati RS:X-Surferin Moana Delle

Den zweiten großen Erfolg der DSV-Equipe sicherte drei Monate vor den Olympischen Spielen Moana Delle für das Sailing Team Germany. In mehr als 30 Knoten Wind raste die Kielerin im Medaillenrennen als erste über die Ziellnie und fing die bis dahin führende Polin Maja Dziarnowska, die nicht über Rang sechs hinauskam, noch ab. Moana Delles einstige Starkwind-Schwäche scheint wie weggeblasen. Am Ende gewann die gebürtige Münsteranerin vom Segelklub Bayer Uerdingen den Weltcup mit acht Punkten Vorsprung.

Für die deutschen Surfer markierte der Weltcup vor Hyres ein weiteres Hoch: Toni Wilhelm aus Dogern meldete sich mit auskurierter starker Schulter und Platz drei souverän in der Weltspitze zurück. „Das war spannend heute. Wir hatten bis zu 30 Knoten Wind auf der Bahn. Der dritte Platz ist cool, motiviert mich unheimlich und bestätitgt den guten Weg, auf dem wir alle sind.“ Wilhelm wird Anfang Mai ein zweiwöchiges Training vor Weymouth mit den starken polnischen und griechischen Surfern aufnehmen.

Für noch mehr Glücksgefühle sorgte in Frankreich die 49er-Crew Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann aus Kiel. Zwar fiel ihr Medaillenrennen dem Sturm zum Opfer, doch mit Platz fünf war Steuermann Schadewaldt mehr als zufrieden: "Ein super Ergebnis, mit dem wir nun zur WM fahren." Als fünfte Mannschaft fuhren Johannes Polgar und Markus Koy aus Hamburg mit Platz acht ein Top-Ten-Resultat heraus. In den Paralympics-Disziplinen erreichten Heiko Kröger (2.4mR) und das Team um Jens Kroker jeweils den fünften Platz.

Kleine Abstriche mussten die deutschen 470er-Segler in Frankreich machen. Ferdinand Gerz und Patrick Follmann aus München beendeten die Serie mit Platz 16. Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher aus Berlin und Hamburg erreichten Platz 15 mit zwei Punkten Vorsprung vor Annika Bochmann und Elisabeth Panuschka aus Berlin. Franziska Goltz, Olympiakandidatin im Laser Radial, belegte Platz 20.


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Themen: DSVHyèresMoana DellePhilipp BuhlSemaine OlympiqueToni WilhelmWeltcup

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