IMOCA Ocean Masters
Zwei Bosse auf dem Atlantik

Pepe Ribes und Ryan Breymaier haben das IMOCA Ocean Masters gewonnen: "Hugo Boss" erreichte Barcelona am Sonntagabend mit sicherem Vorsprung

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 16.06.2014

B. Stichelbraut/Sea & Co/OSM IMOCA Ocean Masters 2014: Pepe Ribez (winkt) und Ryan Breymaier gewinnen das zweiwöchige Zweihand-Rennen über den Atlantik

Ein Spanier und ein Amerikaner haben gemeinsam das IMOCA Ocean Masters gewonnen. Mit der "Hugo Boss" überquerten Pepe Ribez und Ryan Breymaier den Atlanitk von New York nach Barcelona in 14 Tagen, zwei Stunden, 44 Minuten und 30 Sekunden und ließen sich nach Überquerung der Ziellinie am Dock von Familien, Freunden und Fans feiern. Für Ribez war die Ankunft besonders süßer Natur, denn er kehrte zurück in sein Heimatland.

B. Stichelbraut/Sea & Co/OSM Endspurt ins Ziel: "Hugo Boss"

Beiden Seglern war bei ihrer Ankunft im Hafen anzusehen, dass sie keinen Spaziergang hinter sich hatten. "Es war harte Arbeit", sagte Ribez, "weil wir andauernd Dinge repapieren mussten statt einfach nur die Regatta zu segeln. Je weniger Zeit du zum Segeln hast, detso stressiger ist es." Breymaier stimmte seinem Co-Skipper zu: "Wenn du bei einer Maschine das Gaspedal durchdrückst, dann gefällt das der Maschine nicht immer. Wir hatten zwar keine riesigen Probleme, nichts, was uns wirklich gestoppt hätte. Doch es traten einige Probleme mit dem Computer-System auf. Dabei haben wir den Einlass für das Wasserballast-System kaputt gemacht. Das wiederum hat unsere Geschwindigkeit beeinträchtigt."

B. Stichelbraut/Sea & Co/OSM Platz zwei für Guillermo Altadill und José Munoz (Daumen hoch) auf "Neutrogena"

Das Rennen über den Atlantik stellte die spanisch-amerikanische Zweihand-Crew immer wieder vor große Herausforderungen. Dazu zählte auch der Kampf mit einer schweren Böe. Ribez berichtete: "Heute habe ich zum ersten Mal den Mast einer IMOCA 60 unter Wasser gesehen! Da kam diese Böe, die wir zunächst als Regenwolke interpretiert hatten. Doch es war keine. Sie brachte 50 Knoten Wind. Das Boot segelte gerade mit vollen Ballasttanks und maximal geneigtem Kiel und vollzog eine Crash-Wende. Der Mast war für drei Minuten unter Wasser. Zu dem Zeitpunkt haben wir gerade die Batterien aufgeladen. Die Maschine begann schon zu schmoren... Wir hatten viel Glück."

Nach der Aufgabe von "Safran", auf der sich Skipper Marc Guillemot auf dem Weg in die Straße von Gibraltar verletzt hatte, war der Weg für die schnelle "Hugo Boss" frei geworden. Ribes lobte die französischen Konkurrenten: "Sie sind brilliant über den Atlantik gesegelt. Ich weiß nicht, woher sie ihre Wetterinformationen hatten, aber sie haben Kurse gewählt, die mir völlig unmöglich erschienen. Es ist wirklich schade, dass Marc sich verletzt hat, weil sie so gut unterwegs waren. Aber wir waren auch für den Kampf bereit."

In den letzten zehn Tagen auf dem Weg ins Ziel war gleichzeitig "Neutrogena" den Spitzenreitern immer näher gekommen. Ribes aber sagte, dass sie die Rivalen einfach ignoriert hätten: "Wir haben nicht zurückgeblickt um herauszufinden, was sie dort tun. Ich sagte zu Ryan, dass wir das Rennen gewinnen können. Ich sagte aber auch, dass wir Guillermo nicht folgen können, wenn er auf Rechts setzt. Wir mussten unserem Plan folgen, und das haben wir bis ins Ziel gemacht. Also haben wir ihn nicht gedeckt." Während Breymaier weiter hart an einem eigenen amerikanischen Projekt für die Ocean Masters Weltmeisterschaft und das Vendee Globe 2016 arbeitet, verkündete Pepe Ribez im Ziel seinen nächsten wichtigsten Plan: "Was ich morgen machen möchte? Meinen Sohn Pepe Junior zur Schule bringen!"

B. Stichelbraut/Sea & Co/OSM Der Boos im IMOCA Ocean Masters 2014: "Hugo Boss"


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Themen: Guillermo AltadillHugo BossIMOCA Ocean MastersMarc GuillemotPepe RibesRyan Breymaier

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