Für die Ultime-Giganten rückt das Ziel schon in Sicht
Nach dem Halsen-Marathon mit Vollgas nach Martinique

Für die schnellsten Transatlantik-Teams hat die entscheidende Schlussphase begonnen. Die Ultimes werden ab 23. November im Ziel erwartet

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 20.11.2021
Dieser leuchtende Schnappschuss kommt mit besten Grüßen von den Imoca-Spitzenreitern Thomas Ruyant und Morgan Lagravière auf "LinkedOut". Auch die führenden Imocas sind nach ihrer Passage des Wegepunktes Fernando de Noronha – 350 Kilometer östlich des brasilianisches Festlandes gelegen – schon auf die Zielgerade eingebogen Dieser leuchtende Schnappschuss kommt mit besten Grüßen von den Imoca-Spitzenreitern Thomas Ruyant und Morgan Lagravière auf "LinkedOut". Auch die führenden Imocas sind nach ihrer Passage des Wegepunktes Fernando de Noronha – 350 Kilometer östlich des brasilianisches Festlandes gelegen – schon auf die Zielgerade eingebogen Dieser leuchtende Schnappschuss kommt mit besten Grüßen von den Imoca-Spitzenreitern Thomas Ruyant und Morgan Lagravière auf "LinkedOut". Auch die führenden Imocas sind nach ihrer Passage des Wegepunktes Fernando de Noronha – 350 Kilometer östlich des brasilianisches Festlandes gelegen – schon auf die Zielgerade eingebogen

"LinkedOut"/Transat Jacques Vabre Dieser leuchtende Schnappschuss kommt mit besten Grüßen von den Imoca-Spitzenreitern Thomas Ruyant und Morgan Lagravière auf "LinkedOut". Auch die führenden Imocas sind nach ihrer Passage des Wegepunktes Fernando de Noronha – 350 Kilometer östlich des brasilianisches Festlandes gelegen – schon auf die Zielgerade eingebogen

Die Idee der Jacques-Vabre-Organisatoren, die Crews in den vier ganz unterschiedlichen Klassen auf ganz verschieden langen Kursen über den Atlantik zu schicken, wird voraussichtlich mit einem packenden Finale belohnt. Als Erste werden nach aktuellen Berechnungen am kommenden Dienstagabend die Ultim-Giganten im Ziel vor Fort-de-France auf Martinique erwartet. Die Verfolger der Ocean-Fifty-Division und auch die Imocas werden aber nicht zu lange auf sich warten lassen. Nur das Class-40-Feld, das etwa zur Hälfte die Kapverden passiert hat, wird länger brauchen. Hier der Karten-Überblick, wo sich die Boote aktuell befinden:

Screenshot/Transat Jacques Vabre 2021 Übersicht über die Positionen der vier Flotten im Transat Jacques Vabre am Nachmittag des 20. November. Da lagen die Ocean Fifties bei ihrer Annäherung ans Ziel nicht weit von den größeren Ultime-Trimaranen entfernt, die nach längerem Kurs nach aktuellen Berechnungen Martinique voraussichtlich am Dienstagabend erreichen werden

Spitzenreiter bei den Giganten der Meere bleiben die beiden Cs: Charles Caudrelier und Franck Cammas auf "Maxi Edmond de Rothschild". Nach gut 13 Tagen auf See hatte das französische Top-Doppel noch rund 1200 Seemeilen bis ins Ziel zu absolvieren. Mit 400 Seemeilen Rückstand folgten Armel Le Cléac'h und Kevin Escoffier aus "Banque Populaire XI". Weitere rund 100 Seemeilen dahinter befanden sich François Gabart und Tom Laperche auf "SVR Lazartique" im Angriffsmodus, waren mit über 30 Knoten Speed unterwegs. Armel Le Cléac'h meldete sich nicht ohne Grund mit diesem Gedanken von Bord: "Wir haben François und Tom unter genauer Beobachtung, sodass sie uns nicht zu viele Meilen abnehmen können."

Nach längerem Abschnitt mit Halse auf Halse dürfen sich die Ultime-Segler wie auch die Crews auf den kleineren Ocean Fifties auf die Zielgerade freuen, auf der es fast wie auf der Autobahn und ohne viele Manöver in rasantem Tempo nach Martinique gehen dürfte.

Yann Riou/polaRYSE/Gitana S.A. Co-Skipper auf dem führenden "Maxi Edmond de Rothschild": Charles Caudrelier

Yann Riou/PolarRYSE/Gitana S.A. Caudreliers Mitspieler: Co-Skipper Franck Cammas auf dem "Maxi Edmond de Rothschilld", der Martinique in führender Position entgegenstrebt

Die Ocean-Fifty-Crews hatten mit ihren Halsen-Serien zuletzt in 20 bis 25 Knoten Wind ordentlich zu kämpfen. Die beiden "Leyton"-Co-Skipper Sam Goodchild und Aymeric Chapelier konnten ein Lied davon singen. Goodchild sagte: "Wir waren ziemlich beschäftigt mit den Halsen, zwischen denen immer nur etwa eine Stunde lag. Deswegen haben wir jeder zuletzt nur 45 Minuten Schlaf bekommen. Wir waren im Vergleich zu 'Koesio' zuletzt nicht ganz so schnell. Das zwingt uns dazu, ein paar neue Sachen auszuprobieren. Dabei entdecken wir tatsächlich auch Schritt für Schritt neue Möglichkeiten."

Das Ocean-Fifty-Feld wurde am späteren Samstagnachmittag von Sébastien Rogues und Matthieu Souben auf "Primonial" angeführt. Dahinter rangen – keine 30 Seemeilen auseinander liegend – Erwan Le Roux und Xavier Macaire auf "Koesio" und die "Leyton"-Crew um Platz zwei.

"Charal"/Transat Jacques Vabre Schöne Atlantik-Impression von "Charal"

Sam Davies zur Halsen-Herausforderung: "ziemlich sportlich!"

Bei den Imocas verteidigten Thomas Ruyant und Morgan Lagravière auf "LinkedOut" auch zu Beginn des 14. Tages auf See ihre Führung vor den Top-Favoriten Charlie Dalin und Paul Meilhat auf "Apivia". Die "LinkedOut"-Crew hatte den Wegepunkt bei Fernando de Noronha als erste passiert.

Hinter "Apivia" folgten zum Beginn des Wochenendes "Charal", "Arkéa Paprec" und "Initiatives Cœur", deren Skipperin Sam Davies sagte: "Wir sind glücklich darüber, die Passatwinde nach Süden erreicht zu haben. Wir sind schnell unterwegs! Die Strömungen und die Wetterbedingungen sind kompliziert gewesen. Wir mussten viel halsen. Das war ziemlich sportlich. Aber daran sind wir nach den Kanaren und den Kapverden ja gewöhnt." Über diese Erkenntnis musste Davies selbst lachen, sagte dann weiter: "Wir freuen uns schon auf den Anblick der Küste von Martinique. Aber jetzt gerade leben wir den Moment." Die in München geborene Deutsch-Französin Isabelle Joschke lag mit Fabien Delahaye auf ihrer "Macsf" zuletzt auf Platz 13.

Maître Coq/Transat Jacques Vabre Sie werden den Vendée-Globe-Sieg des Skippers wohl nicht wiederholen können, genießen die Regatta aber auch als Neunte des Zwischenklassements: die Co-Skipper und Freunde Yannick Bestaven und Jean-Marie Dauris

"Apivia"/Transat Jacques Vabre 2021 Jagten Spitzenreiterin "LinkedOut" auf ihrer "Apivia" zu Beginn des 14. Tages auf See in bester Angriffslaune als erste Verfolger hinterher: Der Vendée-Globe-Zweite Charlie Dalin und sein Co-Skipper Paul Meilhat (l.)

Macsf/Transat Jacques Vabre Frau mit Durchblick: "Macsf"-Skipperin Isabelle

Am engsten geht es aktuell weiter in der Spitzengruppe der Class40-Flotte zu. Hier trennen die ersten zehn Boote nur gut 70 Seemeilen. Vorn geben weiter Antoine Carpentier und Pablo Santurde Del Arco auf "Redman" das Tempo vor. Keine 40 Seemeilen dahinter rangen bei verbliebenen 2000 Seemeilen bis ins Ziel mit nur rund drei Seemeilen zwischen sich Charles-Louis Mourruau und Andrea Fantini auf "Guidi" mit Jonas Gerckens und Benoit Herzsprung auf "Volvo" um Platz zwei.

Ähnlich wie schon die Solisten im Mini-Transat, haben nun auch die Zweihand-Teams in der Class40 im Transat Jacques Vabre zu entscheiden, wie weit sie in den Süden gehen, bevor sie zum Westsprung über den Atlantik ansetzen. Das Szenario scheint vergleichbar: Weniger Wind, aber die kürzere Strecke im Westen sind gegen den längeren Weg mit mehr Wind im Süden abzuwiegen. Im Mini-Transat hatten sich die Süd-Mutigen durchgesetzt. Es könnte erneut so kommen. Hier geht es zu den Zwischenständen (bitte anklicken!) . Und hier geht es zum Tracker.

"Milai"/Transat Jacques Vabre Hin und wieder gesellen sich Überraschungsgäste an Bord. Hier ruht sich ein Seevogel auf dem Deck der Class40 "Milai" von Masa Suzuki und Anne Beaugé aus


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Themen: Transat Jacques Vabre

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