Route du Rhum 2014
Yann Guichard Zweiter der Rhum-Regatta

Mit mehr als 14 Stunden Rückstand auf Loïck Peyron kam der Skipper von "Spindrift 2" Montagabend ins Ziel auf Guadeloupe – fix und fertig

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 10.11.2014

Spindrift-Racing/T. Martinez Yann Guichard im Ziel der Route du Rhum

Gut 17 Knoten segelte Yann Guichard im Schnitt auf seinen letzten 250 Seemeilen – das war der Rückstand auf den Sieger am Montag um 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Ein flottes Finish, das zeigt, wie ehrgeizig der Skipper selbst dann noch ackerte, als es für ihn nur noch ums Ankommen ging.

Mit 8 Tagen, 5 Stunden, 18 Minuten und 46 Sekunden wurde er auf dem mit Abstand größten Tri Zweiter. Die Zeit ist die viertbeste in der Geschichte der Route du Rhum – schneller waren nur Pascal Bidégorry und Lionel Lemonchois (2006) sowie der aktuelle Sieger und neue Rekordhalter Loïck Peyron. Es ist noch nicht allzu lange her, zwölf Jahre nur, da reichten 13 Tage für den Sieg bei dieser legendären Einhand-Transatlantikregatta. Eine phänomenale Entwicklung!

Spindrift-Racing/C. Schmid Kleine Segel für die letzten Meilen ins Ziel: "Spindrift 2"

Yann Guichard fielen die letzten Meilen ins Ziel nicht in den Schoß. Zwar konnte er die Küste Guadeloupes bei Tageslicht runden, er brauchte aber drei Halsen und fünf Wenden bis zur Ansteuerung der Linie vor Pointe-a-Pitre. Jedes einzelne Manöver muss man sich auf dem 40-Meter-Tri wie ein verschärftes Zirkeltraining vorstellen, denn unter Gennaker und vollem Groß hantiert der Skipper der "Spindrift 2" mit 800 Quadratmeter Segelfläche – so viel wie ein Handballfeld.

Unter anderem deshalb sagte Loïck Peyron im Interview mit der YACHT: "Selbst wenn ich 20 Jahre jünger wäre, würde ich auf diesem Boot nicht antreten. Es ist in meinen Augen einfach zu groß." Das lässt erahnen, welche Leistung sich Yann Guichard abringen musste, um Zweiter zu werden. Und es erklärt, warum er von Beginn an Peyron nie wirklich unter Druck setzen konnte. "Physisch ist es, als würde man den Mount Everest bezwingen", sagte Guichard vor drei Tagen, und er sah da schon gezeichnet aus. 

Hier erste Bilder von "Spindrift 2" im Anflug auf Guadeloupe!

Der letzte Podiumsplatz ist derzeit noch offen. Er gehört, wenn nichts mehr dazwischenkommen sollte, Sébastien Josse auf "Edmond de Rothschild". Der wohl kühnste der Skipper in der Ultime-Klasse hat nur noch 90 Seemeilen vor den Bügen und sagte heute Nachmittag:

"Das Ziel ist noch nicht wirklich nahe, aber wir kommen. Ich fühle mich so fit, wie man nur sein kann nach acht Tagen auf einer dieser Maschinen, aber ich halte ein stetes Tempo und trimme viel. Es sah nicht so aus wie ein Match der verschiedenen Tris am Start, und es sieht auch jetzt vor dem Ziel nicht so aus. Wir auf den kleineren Booten mussten praktisch die ganze Zeit 100 Prozent geben, wir segelten meistens hart am Limit, auf nur einem Rumpf. Streng genommen haben wir nicht das gleiche Transatlantikrennen gemacht."

Und hier noch mal zum Nacherleben die Bilder von Loïck Peyrons großem Sieg! 

Sieger-Bilder: Loïck Peyron bei der Route du Rhum

14 Bilder

Fotogalerie mit Impressionen von der Rekordfahrt der "Banque Populaire VII" von St. Malo nach Pointe-a-Pitre auf Guadeloupe


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