Boris Herrmann
"Wir geben noch nicht auf"

Der 30-Jährige segelt Ende Januar mit dem italienischen Segelheld Giovanni Soldini über den Atlantik – aber plant zugleich Größeres

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 10.01.2012

borisherrmannracing.com Boris Herrmann am Kap Hoorn

Während der deutsche Mini- und Class-40-Segler Jörg Riechers in der vergangenen Woche vorerst Abschied von seinem Traum nahm, die Vendée Globe 2012 mitzusegeln, wurde zeitgleich im Internet das Gerücht gestreut, dass Boris Herrmanns Vendée-Globe-Kampagne steht und der 30-jährige Oldenburger in Les Sables d'Olonne an den Start gehen wird. Während der letzten Vorbereitungen zum Transatlanik-Rekordversuch mit Giovanni Soldini gelang es YACHT online nun, Herrmann für ein Statement zu gewinnen:

YACHT: Herr Herrmann, im Internet wurde das Gerücht gestreut, dass Ihre Teilnahme an der Vendée Globe 2012 in trockenen Tüchern sei. Wie kam es dazu?

Boris Herrmann: Ich habe auf Facebook den Promotionfilm zum Rennen gepostet und wurde gefragt, ob ich meine Teilnahme denn noch realisieren könne. Also habe ich schlicht mit einem simplen "Ja" geantwortet. Daraufhin hat dann jemand Spekulationen angestellt. Als ich dann abends nach Hause kam und diese Fragen sah, habe ich mich für die Unterstützung bedankt und klargestellt, dass wir noch an der Realisierung arbeiten. Es freut mich auf jeden Fall sehr zu sehen, dass die Leute neugierig auf das Thema sind und sich freuen würden, wenn es klappt. Wir geben jedenfalls noch nicht auf.

Wie steht es denn um Ihre Teilnahme, wie laufen die Verhandlungen?

Wie immer kann man über laufende Projektvorbereitungen schlecht reden … Wir haben uns als Team verstärkt, um noch mehr Energie in die Vorbereitungen, also in die Sponsorenakquise, stecken zu können.

Wo liegt die größte Hürde, einen Sponsor zu finden?

Es reicht nicht zu sagen, dass wir solch ein Projekt korrekt managen würden – man muss zunächst das kommerzielle Potenzial solcher Segelkampagnen erklären. Wir versuchen Beispiele anzuführen, wie andere Unternehmen der Vendée Globe, die dazugehörige Rennyacht und Team für ihre Kommunikationsziele nutzen. Zum Beispiel Hugo Boss, aber auch kleine Mittelständler. Bisher hat noch nie ein deutsches Unternehmen mit einem deutschen Skipper teilgenommen und das Potenzial für den deutschen Markt genutzt. Es geht darum zu zeigen, dass diese Projekte auch und gerade in Deutschland funktionieren. Die Budgets sind im Vergleich mit anderen Investments in den Segelsport deutlich niedriger.

B. Herrmann Herrmann (l.) und Soldini an Bord der "Maserati"

Zunächst steht noch der Rekordversuch zusammen mit Giovanni Soldini und seinem VO 70 auf der Agenda. Wie laufen die Trainings, und wann geht es los?

Das Training ist abgeschlossen. Wir waren mit dem Schiff unter anderem in meinem neuen Heimatort Barcelona, sind hier bei einem Trainingsschlag morgens um sechs Uhr eingelaufen, und ich wusste, wo es um die Uhrzeit ein deftiges Frühstück mit Speck und Ei gibt. Deshalb habe ich ein besonderes Lob als Navigator eingefahren. Ende Januar geht es dann von Cadiz hinüber zu den Bahamas.

Was erwarten und hoffen Sie für das Jahr 2012?

Ich hoffe, einen großen Schritt weiterzukommen, professionell und auch persönlich. Ich freue mich auf die See und die Momente, in denen ich das Segeln als eine tiefe Leidenschaft empfinde.


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Themen: Boris HerrmannGiovanni SoldiniJörg RiechersMaseratiVendée Globe

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