RS:X-EM
Wilhelm ist wieder voll da

Surfer Toni Wilhelm hat zwar bei der EM in der Türkei die Podiumsplätze knapp verpasst, doch der Schwarzwälder ist dran an der Weltspitze

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 06.07.2014

Jesús Renedo/Sofía Mapfre Toni WIlhelm – hier bei der Troféo Princesa Sofía – ist wieder voll da, surfte bei der EM vor Çesme auf Platz fünf

Surfer Toni Wilhelm kommt nach seinem Comeback immer besser in Fahrt. Bei der RS:X-Europameisterschaft im türkischen Çesme wurde der in der Schweiz lebende Schwarzwälder am Wochenende Fünfter. Den Sieg sicherte sich im Feld der 72 Starter aus 24 Nationen der mehrfache Weltcup-Sieger Piotr Myszka aus Polen vor dem Olympia-Fünften Julien Bontemps aus Frankreich und seinem Landsmann, dem polnischen Olympia-Dritten Przemyslav Miarczynski.

"Ich bin wieder dran an der Weltspitze, und das ist ein gutes Gefühl. Ich will definitiv bei der WM im September in Santander um eine Medaille kämpfen", sagte Wilhelm. Der Olympia-Vierte von 2012 zählt zu den größten Medaillenhoffnungen der deutschen Segelnationalmannschaft für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Bei der WM in Spanien will er den olympischen Nationenstartplatz für die deutsche Flotte sichern. "Wenn ich bei den Olympischen Spielen eine Medaille gewinnen will, dann darf die Nationen-Quali gar kein Thema sein", sagte der zweimalige Olympia-Teilnehmer mit wiedererstarktem Selbstbewusstsein.

Marina Könitzer Bei den Olympischen Spielen 2012 verpasste Wilhelm die Medaillenränge als Vierter schmerzlich knapp. 2016 soll die Wiedergutmachung erfolgen

Ein besonderes Lob hatte Przemyslav Miarczynski dem Deutschen bei der Siegerehrung ausgesprochen. Der Pole hatte Wilhelm bei den Olympischen Spielen 2012 vor Weymouth die zum Greifen nah scheinende Bronzemedaille im Finale vor der Nase weggeschnappt. Miarcynski sagte in Çesme zu Wilhelm: "Hey, Toni, das war ja schon wieder verkehrte Welt, denn du warst bei dieser EM definitiv schneller als ich." Wilhelm zählt längst wieder zu den schnellsten RS:X-Surfern der Welt. Daraus will er künftig noch mehr Kapital schlagen. Dafür wird er als A-Kadermitglied vom Deutschen Segler-Verband und als Top-Sportler vom Sailing Team Germany gefördert.

Wilhelm will jetzt den entscheidenden Schritt in Richtung Medaillen machen. "Mir fehlt immer noch ein bisschen Wettkampfpraxis. Es geht um kleine Abstimmungsfehler. So habe ich im Medaillenrennen zwei Runden lang geführt. Es ging über links, das wusste ich. Auf der letzten Runde dann habe ich die 50:50-Entscheidung an der Luvtonne falsch gefällt und zwei Konkurrenten verloren. Rang drei im Medaillenfinale war gut, aber es hätte auch der Sieg sein können." Für Wilhelm stehen in den kommenden zwei Monaten abwechselnd mit Ruhephasen zweimal zwei Wochen Training im spanischen WM-Revier auf dem Programm. Dann will er bereit sein für den Kampf um die WM-Medaillen.

onEdition In Deutschland eine Klasse für sich, in der Welt einer der Besten: Toni Wilhelm auf dem RS:X-Brett


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