Sailing World Cup
Wilhelm entfesselt, Kröger führt

Die Segel-Nationalmannschaft ist solide, aber auch mit einigen Glanzleistungen in die finale Weltcup-Regatta der Saison 2013/2014 gestartet

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 21.04.2014

Franck Socha / Sailing World Cup Hyères Gewannen die erste Wettfahrt, wurden aber aufgrund eines Frühstarts unter U-Flagge disqualifiziert: Erik Heil und Thomas Plößel

Die deutsche Segel-Nationalmannschaft ist in Frankreich solide in den letzten Sailing World Cup der Saison 2013/2014 gestartet. Als Leistungsgaranten erwiesen sich am Ostermontag zum Auftakt der Regatta vor Hyères einmal mehr RS:X-Surfer Toni Wilhelm und die Paralympics-Sieger Heiko Kröger sowie Jens Kroker und sein Sonar-Team.

onEdition Am ersten Tag voll da und hellwach: Im letzten der drei Rennen verwies Wilhelm Olympiasieger Dorian van Rijsselberge auf Rang zwei

Im letzten seiner drei gelungenen Rennen (4, 2, 1) konnte der Olympia-Vierte Toni Wilhelm sogar einen Tagessieg verbuchen und verwies dabei im direkten Duell den überragenden Olympiasieger Dorian van Rijsselberge auf Rang zwei. "Dieser Sieg war wichtig", sagte der Schwarzwälder am Abend, "Dorian ist ja so ein bisschen der Gott für alle... Wir waren heute vergleichbar schnell. Das letzte Rennen konnte ich mit einer taktisch besseren Wende für mich entscheiden."

Mit nur einem Punkt Rückstand auf RS-X-Spitzenreiter Piotr Myszka und punktgleich vor van Rijsselberge liegt Wilhelm im Feld der 88 Surfer nach dem ersten Weltcup-Tag auf Platz zwei. Damit bestätigt der Schwarzwälder seine herausragende Form, die er schon bei seinem Comeback vor zwei Wochen vor Palma de Mallorca nach fast eineinhalbjähriger Wettkampfpause unter Beweis gestellt hatte. Teamkameradin Moana Delle, die am Karfreitag das Ende ihrer Leistungssportkarriere bekanntgegeben hatte, surfte bei ihrer Abschiedsregatta am ersten Tag mit den Rängen acht, acht und vier auf Platz sechs.

Mark lloyd/Oman Sail Auftakt ausbaufähig: Philipp Buhl

Laser-Ass Philipp Buhl war mit seinem Auftakt und den Rängen zwölf, zehn und zwei nicht ganz zufrieden. "Ich bin ja nicht hier, um 13. zu werden", sagte der Allgäuer mit einem Augenzwinkern. Unglückliche Positionierungen an der Luvtonne und ein verpatzter Start in der zweiten Wettfahrt hatten Deutschlands Segler des Jahres 2013 am Ostermontag eine bessere Platzierung gekostet. Mit Rang zwei im letzten Rennen des Tages zeigte Buhl aber noch, dass mit ihm in den kommenden Tagen zu rechnen sein wird.

So wie mit Heiko Kröger, der vor Mallorca nicht am Start war, in Frankreich aber nahtlos an alte Erfolge anknüpfen konnte und die 2.4-mR-Flotte nach zwei Wettfahrten vor seinem Dauerrivalen Damien Seguin anführt. Der Deutsche und der Franzose ersegelten jeweils einen zweiten und einen ersten Rang. Jens Kroker, Siegmund Mainka und Robert Prem liegen nach Rang fünf und einem Wettfahrtsieg im Sonar auf Platz zwei.

Beste Frauen-Crew waren vor Hyères am Montag Tina Lutz und Susann Beucke. Die 49er-FX-Seglerinnen sicherten sich mit den Rängen vier, vier und sechs Platz sechs. "Es war erst der erste Tag, und die Regatta ist noch lang. Für uns war es heute wichtig, mit konstant guten Ergebnissen in die Serie einzusteigen", sagte Susann Beucke. "In Spanien hatten wir die ersten beiden Tage etwas verpennt und dann Mühe, das Finale zu erreichen. Das wollten wir dieses Mal besser machen." Bei Winden um zwölf bis 15 Knoten und steiler Welle gelang das gut. "Hätten wir dazu noch die Sonne gesehen, wäre es ein perfekter Segeltag gewesen", sagte Beucke.

Denkbar unglücklich stiegen ihre 49er-Teamkameraden Erik Heil und Thomas Plößel in die Weltcup-Regatta ein: Dem Berliner Duo unterlief gleich im ersten Rennen ein Frühstart unter U-Flagge. Im Gegensatz zur sogenannten "Black Flag" dürfen Frühstarter unter U-Flagge bei einem Generalrückruf wieder mitstarten. Den aber gab es zum Leidwesen der Deutschen nicht. Ihr zum Auftakt ersegelter Wettfahrtsieg wurde folglich später in eine Disqualifikation umgewandelt. Heil/Plößel ließen die Ränge sechs und sieben folgen und müssen am Dienstag mit ihrem neuen Gennaker von Position 18 aus angreifen. "Wir waren heute schnell auf der Kreuz", sagte Erik Heil, "aber noch nicht so schnell Downwind. Da sind wir mit dem neuen Segel noch nicht so eingespielt."

Franck Socha / Sailing World Cup Hyères Schnell auf den Beinen: 49er-Crew Erik Heil und Thomas Plößel

Bei den 470er-Frauen platzierten sich Annika Bochmann udn Karoline Göltzer zum Auftakt auf Platz sieben. Beste 470er-Männer der DSV-Flotte waren am ersten Tag Jan-Jasper Wagner und Dustin Baldewein als Gesamt-13. Ein starker Einstieg gelang Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger mit den Rängen drei, 15 und vier. Die Junioren-Welt- und Europameisterin arbeitet sich weiter beharrlich in Richtung Weltspitze der olympischen Einhandklasse für Frauen vor.

Die sechstägige Serie endet am 26. April mit den Preisverleihungen und der Ehrung der Welt-Cup-Sieger, die nach diesem fünften und letzten Sailing World Cup nach Regatten in China, Australien, den USA und vor Palma de Mallorca in Frankreich gekürt werden.

Franck Socha / Sailing World Cup Hyères Hier kentert eine Olympiasiegerin: Die Griechin Sofía Bekatorou kämpft mit dem Nacra 17


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