Rolex Sydney Hobart Race
Wild Oats XI erreicht als erste Hobart

Teils brutale Bedingungen in der Bass Strait machten dem ganzen Feld zu schaffen – 16 Crews gaben bereits auf

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 28.12.2010

Rolex/C. Borlenghi Sieger in schwerer See: "Wild Oats XI" beim Queren der Bass Strait

Für Skipper Mark Richards war es ein harter Sieg. "It was a tough race, no dobt", sagte er unmittelbar nach der Ankunft. Zum fünften Mal in sechs Rennen dominierte der 100 Fuß lange Super-Maxi "Wild Oats XI".

Damit wurden Richards und seine erfahrene Crew ihrem Favoriten-Status ebenso gerecht, wie die Wettfahrt ihrem berühmt-berüchtigten Ruf als eines der härtesten Hochsee-Rennen überhaupt.

Bei der Ankunft von "Wild Oats XI" heute Abend 20.37 Uhr Ortszeit hatten bereits 16 Teams das Rolex Sydney Hobart Race abgebrochen.

Mit Wind gegenan von 25 bis 40 Knoten und bis zu sechs Meter hohen Wellen hatten alle Teilnehmer schwer zu kämpfen. Viele segelten phasenweise nur unter dreifach gerefftem Groß oder Kreuzfock, um Fahrt aus dem Schiff zu nehmen. Selbst die großen Offshore-Racer verschwanden bisweilen komplett in den anrollenden Seen.

Auch auf "Wild Oats XI", die vorneweg segelte, waren diese Bedingungen eine immense Herausforderung. Co-Navigatorin Adrienne Cahalan, die schon 19 Mal am Sydney-Hobart teilnahm, sagte: Es war eins der härtesten Rennen, das ich je gesegelt habe. "Wir haben alles gegeben, um sicher zu gehen, dass wir ja nichts brechen."

Zwei Tage, sieben Stunden 37 Minuten und 20 Sekunden brauchte die von Reichel-Pugh gezeichnete Yacht bis ins Ziel. Noch schwebt ein Protest der Wettfahrtleitung über dem Sieg als "first ship home". Denn die Crew unterließ einen vorgeschriebenen Sicherheitsanruf über UKW-Seefunk. Zwar gab das Team seine Position und Zeit regelkonform durch; das aber nur über Telefon, nicht über Funk. Über den Protest wird am Mittwoch verhandelt.

Als zweites Boot wird der ebenfalls 100 Fuß lange Supermaxi "Investec Loyal" im Ziel erwartet. Er hatte mehrfach Bruch. Unter anderem waren die Reffleinen gerissen, der Kraftstofftank aus der Verankerung gebrochen und das Vorschiff hatte eine bis anderthalb Tonnen Wasser genommen.

70 Schiffe sind derzeit noch im Rennen. Sie alle genießen nach der brutalen Amwind-Knüppelei jetzt eine kräftige Backstagsbrise von etwa 20 Knoten aus Nordnordost.

Die aktuellen Ergebnisse des Rolex Sydney Hobart Race plus Tracker finden Sie hier!


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Themen: HobartMark RichardsRolexSydneyWild Oats XI

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