Drachen-EM 2013
Wieser wird Zweiter vor Cascais

Schwierig war's und spannend bei der Drachen-EM in Portugal. Ein Präsident siegt, und die Titelverteidiger müssen mit Platz 2 vorlieb nehmen

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 16.04.2013

Fernando Algarvio Markus Wieser und sein ukrainisches Team segelten zur Silbernen

Paternoster heißen diese alten Fahrstühle, die im steten Auf und Ab nie anhalten. So ein Gefühl hatten die 61 Teilnehmer aus 16 Nationen bei der diesjährigen Drachen-EM vor Cascais an der portugiesischen Atlantikküste. In einer schwer auszurechnenden Südwestbrise mit Drehern und Löchern wechselten Top-Ergebnisse mit katastrophalen Ausrutschern, weshalb sich so mancher Teilnehmer in einem Paternoster wähnte, aus dem es kein Entrinnen gab.

Fernando Algarvio Mäßiger Wind bei Dünung. Die Drachensegler hatten es nicht leicht in Cascais

Am Schluss gewann das Team um José Matoso, den Präsident des ausrichtenden Clube Naval de Cascais, der sich mit dem ehemaligen Laser-Europameister Gustavo Lima einen gerissenen Taktiker ins Boot geholt hatte. Fünf Punkte dahinter folgte der Vorjahrssieger Markus Wieser aus Bayern, der mit den beiden Ukrainern Sergey Pugachev und George Leonchuk am Ende noch aufdrehte und sich Platz zwei sicherte. "Wir segelten nach der unnötigen Frühstartdisqualifikation im zweiten Rennen, die wir ja noch streichen durften, schon mit dem Rücken zur Wand", brachte Wieser das Problem auf den Punkt. "Dann erwischte es uns in der fünften Wettfahrt. Ein 30-Grad-Winddreher auf der Startkreuz, als wir auf der falschen Seite lagen – das war’s." Der 38. in dieser Wettfahrt war unstreichbar und wurde damit zum Sargnagel der Hoffnung auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Fernando Algarvio Herr im eigenen Haus: Sieger Gustavo Lima und Frederico Melo (M.) mit Crew Gustavo Lima und Frederico Melo

Es gab einige tragische Helden, wie zum Beispiel die favorisierten Dänen Jens Christensen, Kim Andersen und Anders Bagger, die sich mit einem Frühstart in der letzten Wettfahrt selbst aus dem Titelrennen nahmen. Oder das deutsche Trio Ingo Ehrlicher, Werner Fritz und Thomas Auracher, dem am Ende ein 14. Platz zum Titel gereicht hätte. Allerdings griffen sie mit einem 28. Platz tief in den Punkttopf und fielen damit auf Rang 5 in der Endabrechnung zurück. "Eine solche Riesenchance auf den Titel gibt es nicht alle Tage", trauerte Auracher hinterher.


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Themen: CascaisDrachen-EMMarkus WieserPortugal

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