Solo rund Fünen
Wieder Starkwind bei Silverrudder?

Die Wettermodelle sind sich uneins für Freitag: Am Nachmittag könnte es mit Nordwest 6 dicke kommen für die mehr als 400 Einhandsegler

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 19.09.2016

YACHT/C. Gossmann Fast and fun? So war es voriges Jahr

Kommt es bei der Silverrudder Challenge, die am Freitag startet, zu einer Neuauflage des Rennens im Vorjahr? Damals machten bis zu 40 Knoten Wind den Startern in der ersten Hälfte des Rennens zu schaffen. Es gab schon zu Beginn Bruch und Aufgaben.

Windity ECMWF-Daten für Freitagnachmittag

Diesmal, so zeigen zumindest die Prognosen nach dem europäischen Wettermodell ECMWF, könnte ab dem frühen Nachmittag Starkwind für eine Härteprüfung sorgen, der bis zum Abend anhalten soll und dann vermutlich genau gegenan kommt – falls gegen den Uhrzeigersinn gestartet wird, wofür manches spricht.

Die GFS-Daten dagegen sagen ein Leichtwindrennen voraus, mit im Mittel 5 bis 10 Knoten Wind, in Böen höchstens 15 Knoten. Auch der in der Regel treffsichere dänische Wetterdienst DMI bleibt bisher bei dieser Prognose. Eine interessante Divergenz, die das Thema Wetter – ohnehin Priorität Nummer 1 für die Einhandsegler – noch einmal mehr ins Zentrum des Interesses rückt.

Unterdessen füllt sich bereits der Starthafen merklich. Und der Run auf Svendborg wird Mittwoch und Donnerstag noch zunehmen. Um die 431 gemeldeten Yachten überhaupt unterbringen und mit Landstrom versorgen zu können, muss die Kommune die Marina für alle Besucher sperren, die nicht fürs Rennen gemeldet sind. Das gab es in der fünfjährigen Geschichte des Silverrudder noch nicht.

Um am Freitagmorgen das Gedränge an der Linie zu mindern, hat sich die Wettfahrtleitung entschlossen, die Klassen Kielboote "Small" und "Medium" in zwei Starts aufzuteilen. Ein notwendiger Schritt, denn 120 Solisten gleichzeitig auf so engem Raum – das hätte kaum gutgehen können. Aber auch so bleibt der Auftakt eine kritische Phase, mit bis zu knapp 80 Schiffen in der Klasse der großen Kielboote, die um die beste Position kämpfen werden.

www.minbaad.dk Eine von mehreren Havarien voriges Jahr 

Wegen des enormen Andrangs wird das Rennen in Dänemark teils kritisch gesehen. Viele der Starter sind zum ersten Mal dabei, etliche waren noch nie so lange einhand unterwegs – schon gar nicht bei so dichtem Verkehr, der an der Kreuz bei Nacht und harten Bedingungen zudem schwer einzuschätzen ist. Von nachlassender Konzentration infolge von Ermüdung und Erschöpfung ganz abgesehen.

Wettfahrtleiter und Organisator Ole Ingemann Nielsen hält die Sicherheitsvorkehrungen dagegen für ausreichend und baut auf die Umsicht und Erfahrung der Teilnehmer. "Wir überprüfen die Ausrüstung der Boote und Skipper, und wir haben ein hervorragendes Notfallsystem, sollte etwas schiefgehen." Dazu zählt er auch die GPS-Tracker, mit denen jedes Boot ausgestattet wird und die eine Überwachung der gewaltigen Flotte ermöglichen.

Wer das Rennen darüber verfolgen möchte, sollte sich die entsprechende App auf sein Smartphone oder Tablet laden. Auch auf PCs und Macs läuft die Software ( Direktlink zum Silverrudder hier ). Sie heißt TracTrac und geht spätestens Freitagfrüh um 6 Uhr online.

Ebenfalls ab Freitagmorgen wird auf der Homepage von YACHT online ein Livefeed laufen, über den Starter aus nahezu allen Klassen ihre Eindrücke vom Kurs posten sowie Fotos hochladen werden. Die große Silverrudder-Reportage folgt in YACHT 22/2016.

Der Veranstalter der Regatta will am Mittwoch, zwei Tage vor dem Start, die neueste Ausgabe seines Silverrudder-Magazins veröffentlichen. Es wird hier zu finden sein. Dem Vernehmen nach ist darüber hinaus eine TV-Live-Übertragung der Starts sowie der Zielankunft über die Silverrudder-Homepage geplant. Auf Facebook gibt es bereits eine eigene Gruppe zum Rennen .

Mehr Öffentlichkeit geht kaum – aber es ist ja auch mit weitem Abstand die größte Einhandregatta weltweit.


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Themen: EinhandregattaEinhand rund FünenSilverrudder 2016Svendborg

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