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Wie Saisonplanung durch Corona zur Herausforderung wird

Eine Regattasaison im Mini 6.50 zu organisieren hat es schon in normalen Zeiten in sich. Und während der Corona-Pandemie? Fast unmöglich, berichtet Lina Rixgens

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 04.05.2020
Corona bringt so ziemlich jede Saisonplanung durcheinander – erst recht die einer ambitionierten Regatta-Kampagne Corona bringt so ziemlich jede Saisonplanung durcheinander – erst recht die einer ambitionierten Regatta-Kampagne Corona bringt so ziemlich jede Saisonplanung durcheinander – erst recht die einer ambitionierten Regatta-Kampagne

Lina Rixgens Corona bringt so ziemlich jede Saisonplanung durcheinander – erst recht die einer ambitionierten Regatta-Kampagne

Derzeit bereiten sich so viele deutsche Segler auf das nächste Mini-Transat vor wie noch nie: Sie wollen bei der legendären Einhandregatta von Frankreich in die Karibik im Herbst 2021 an den Start gehen . Dann werden wieder 80 Solisten in 6,50 Meter kurzen Hochseebooten versuchen, den Atlantik zu bezwingen.

Dabei ist auch die Kölnerin Lina Rixgens, 25, die 2017 als erste deutsche Seglerin überhaupt das Rennen beendete (Porträt in YACHT 21/2016) . Vier Jahre nach ihrer Ozean-Premiere im Mini will die Medizinstudentin nun 2021 erneut durchstarten, diesmal in einer Scow, einer Wevo 6.50.

blondsign by Eike Schurr Hat das Mini-Transat 2021 fest im Blick: Lina Rixgens

Auf YACHT online berichtet sie über die Vorbereitung auf das Offshore-Abenteuer und die Herausforderungen einer Mini-Transat-Kampagne, bei der die Skipper weitaus mehr als nur Segler sind: In Eigenregie organisieren und finanzieren sie ihr Projekt und trainieren für die Teilnahme am Mini-Transat, bei dem schon viele Profisegler ihre ersten Offshore-Meilen sammelten.

Im ersten Teil hat Rixgens von der Übernahme ihres nackten, neuen Bootes und der Mammutaufgabe berichtet, es in einen segelklaren Zustand zu bringen. Im zweiten Teil ging es im Sommer 2019 endlich erstmals aufs Wasser. In Teil drei nimmt sie mit zur Transatvorbereitung im Homeoffice während des Corona-Lockdowns.

Nun könnte es endlich wieder losgehen! Schleswig-Holstein – wo auch ihr Mini "Whomper" liegt – öffnet ab heute die Häfen. Doch die Saison- und Regattaplanung hängt noch von so einigen Unbekannten ab und bringt auch die Seglerin an die Grenzen des Planbaren ...


Saisonplanung bei der Classe Mini – eine Wissenschaft für sich von Lina Rixgens

Da bei der Classe Mini Sicherheit ganz großgeschrieben wird, werden auch die Teilnahmebedingungen für alle Regatten immer weiter verfeinert. So kann nicht jeder, der einen Mini 6.50 hat, einfach die "Mini Transat" oder das "Mini Fastnet" mitsegeln. Man muss bestimmte Anforderungen erfüllen und sich mit seinem Boot qualifizieren.

Was heißt das genau?

Regatten in vier Kategorien

Die Regatten sind je nach Länge in Kategorien von A bis D eingeteilt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sie single- oder doublehanded gesegelt werden.

Eine Regatta der Kategorie D entspricht einer Tageswettfahrt. Für die Teilnahme werden keine Qualifikationen benötigt, und es wird nur eine Standard-Sicherheitsausrüstung gefordert.

Kategorie-C-Regatten haben eine Länge von weniger als 300 sm. Dazu gehören im Atlantik beispielsweise das "Pornichet Sélect" oder im Mittelmeer das "Arcipelago 6.50". Voraussetzung hierfür ist der Nachweis eines bootsgebundenen 24-Stunden "Mini-Qualifiers", also eines 24-Stunden langen Törns, oder die Teilnahme an einem B- oder C-Rennen innerhalb der letzten fünf Jahre. Bei C-Rennen ist die Ausrüstungsliste noch relativ überschaubar. So braucht man beispielsweise nur eine Bordapotheke, die einem erweiterten Erste-Hilfe-Kasten im Auto gleicht und kein Personal-AIS.

Kategorie B – die Mittelstrecke

Rennen der Kategorie B beinhalten hingegen schon eine Strecke von mehr als 300 sm. Von ihnen gibt es nur eine begrenztere Anzahl pro Saison. Dazu gehören das "Mini en Mai", das "Mini Fastnet" und in jedem geraden Jahr die "Transgascogne" im Atlantik sowie der "Gran Premio d’Italia", das "Mare Nostrum" und neuerdings das "Mini Med" im Mittelmeer.

Um an einem B-Rennen teilnehmen zu dürfen, muss der Skipper oder Co-Skipper in den letzten fünf Jahren schon einmal ein B- oder C-Rennen bestritten haben. Ersatzweise kann auch der so genannte "Qualifier" (dazu weiter unten mehr) zur Qualifikation dienen, sofern er innerhalb der letzten fünf Jahre und auf dem Boot absolviert wurde, mit dem auch die Regatta gefahren werden soll.

Gefordert: umfangreiche Sicherheitsausrüstung

Die Sicherheitsausrüstung ist hier deutlich umfangreicher, sodass neben dem Weltempfänger beispielsweise auch ein Überlebensanzug pro Person, eine Ersatz-Rettungsweste und eine Lademöglichkeit für die Batterien nicht fehlen dürfen. Ebenso gefordert werden ein "World Sailing Sea Survival" Kurs für alle Teilnehmer und ein "First Aid at Sea" Zertifikat für den Skipper, beziehungsweise bei Doublehanded-Regatten für eine Person pro Boot.

Die Königsdisziplin

Regatten der Kategorie A gibt es immer nur eine pro Saison. Die Länge beträgt mehr als 1000 Seemeilen. In ungeraden Jahren ist das die "Mini Transat", in geraden Jahren das Azoren-Rennen ("Les Sables-Les Azores-Les Sables). Während B- und C-Regatten sowohl singlehanded als auch doublehanded stattfinden, gibt es aktuell nur singlehanded gefahrene Kategorie-A-Rennen.

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