Brest Atlantiques
Wie in der Formel 1: Pitstops mit Folgen

Beim neuen Ultim-Rennen Brest Atlantiques sind die Favoriten gestolpert, aber nicht gefallen. Die einen haben repariert, für die steht der Pitstop noch bevor

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 13.11.2019
Team Gitana Team Gitana Team Gitana

Team Gitana / Yann Riou Team Gitana

Das Szenario erinnert an die Formel 1, bei der die Planung und Ausführung von Pitstops Teil der Strategie sind. Im neuen Ultim-Rennen Brest Atlantiques sorgen notwendige Reparaturen der beiden favorisierten Teams für zusätzliche Spannung. Weil sowohl die zunächst führende "Maxi Edmond de Rothschild" als auch "Macif" in der ersten von insgesamt rund vier Rennwochen Schäden infolge von Kollisionen zu beklagen hatten, war für beide Teams Reparaturbedarf entstanden. Die einen – Franck Cammas und Charles Caudrelier auf "Maxi Edmond de Rothschild" haben ihr Problem nun über Nacht in Bahía gelöst und das Rennen wieder aufgenommen. Die anderen – François Gabart und Gwénolé Gahinet auf "Macif" – haben den Pitstop noch vor sich, wollen die Blitzreparatur in Rio de Janeiro durchführen. Für das kleine, aber erlesene Feld der insgesamt vier Trimaran-Giganten bedeutet das vor allem eines: Es rückt enger zusammen. Und es entsteht zusätzliche Spannung, weil abzuwarten bleibt, wie schnell das Team Macif Course au Large seinen Schaden wird beheben können.

Brest Atlantiques / Screenshot Bei diesem Zwischenstand ist gut zu sehen, wie sich "Maxi Edmond de Rothschild" nach dem Reparaturstop in Bahía wieder in die Flotte einreiht. Als nächstes Boot wird voraussichtlich noch heute "Macif" in Rio stoppen und unter Hochdruck reparieren. Es bleibt spannend, wie schnell das gelingt und wo sich die aktuell führenden "Macif"-Co-Skipper François Gabart und Gwénolé Gahinet anschließend wieder einordnen müssen

Team Gitana / Yann Riou Schöne Drohnen-Studie von Gitanas Anbord-Reporter Yann Riou

Team Gitana / Yann Riou Das Symbolbild für den Pitstop: Team Gitana machte  seinen Trimaran trotz aufwändiger Reparatur binnen nur 13 Stunden und 40 Minuten wieder fit für das Rennen der Giganten

Team Gitana hat für die aufwändige Schwertreparatur inklusive Laminierung dank Blitzeinsatz des Teams statt der üblichen mehreren Tage nur 13 Stunden und 40 Minuten für die Großoperation in der Allerheiligenbucht vor Bahía benötigt. Am Mittwochmorgen betrug der Rückstand auf die führende "Macif" nach der Wiederaufnahme des Rennens am späten Dienstagabend rund 270 Seemeilen. Auf die inzwischen auf Platz zwei vorgefahrene "Sodebo Ultim 3" müssen Cammas und Caudrelier rund 150 Seemeilen aufholen. Außenseiter "Actual Leader" konnte das Gitana Team trotz Pitstop hinter sich lassen.

Team Sodebo / Martin Keruzoré Nicht ausgeschlossen, dass "Sodebo"-Skipper Thomas Coville nach dem bevorstehenden "Macif"-Pitstop der lachende Dritte ist, der zumindest vorläufig mit Co-Skipper Jean-Luc Nélias sogar die Führung übernehmen kann

Die aktuelle Situation wird sich schon bald erneut verändern, denn auch François Gabart und Gwénolé Gahinet müssen reparieren und haben für ihre Operation Rio de Janeiro ausgewählt. Wie sie sich danach wieder in die Flotte einreihen, hängt von der Schnelligkeit der Landmannschaft ab. "Macifs" Ruderblatt des Mittelrumpfes hatte bei einer Kollision mit einem "Ufo" wenige Tage nach dem Start am 5. November Schaden genommen. Die massive Operation soll noch heute beginnen. "Macif" befindet sich bereits im "Anflug" auf die Brasiliens Olympia-Metropole, wo sich das Team auf den schnellstmöglichen Pitstop vorbereitet. Zuletzt hatten alle vier Giganten mit flauen Winden zu kämpfen. Doch bald schon werden sie nach Passage der Cargarras-Inseln vor Rios Ipanema-Strand auf dem Weg zur zweiten Bahnmarke vor Kapstadt (Robben Island) tief in den Süden abtauchen und von stärkeren Winden angetrieben. Mit der Rückkehr der Giganten in den Start- und Zielhafen Brest wird Anfang Dezember gerechnet. Rund ein Viertel der Strecke ist bislang absolviert.

Der Gigant in der Nahaufnahme: Diese stillen, aber imposanten Bilder schickte das Team heute von See

Team Sodebo / Martin Keruzoré Der Blick in "Sodebos" Steuerkapsel – fotografiert von Martin Keruzoré


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Themen: BrestBrest AtlantiquesCharles CaudrelierFranck CammasFrançois GabartMacifMaxi Edmond de Rothschild

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