Vegvisir Race 2019
Wettfahrt zwischen Tiefdruckgebieten und Flachs

Heute Abend startet im süddänischen Nykøbing das Vegvisir Race. Schon in den Vorjahren gab es viel Wind. Auch diesmal wird es kein hochsommerliches Vergnügen

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 15.08.2019
Eindrücke vom Vegvisir Race 2018 Eindrücke vom Vegvisir Race 2018 Eindrücke vom Vegvisir Race 2018

Seascape/A. Sutej Eindrücke vom Vegvisir Race 2018

So ungemütlich, wie die Wetterprognosen noch vor einigen Tagen klangen, wird es zwar nicht werden. Da zeigten die Modelle noch übereinstimmend ein Böenpotenzial von 40 Knoten und mehr für die Kurse um Lolland-Falster. Manch einer mag sich dabei an die  Havarien aus dem Vorjahr  erinnert haben. Jetzt soll es etwas moderater wehen. Doch eine Abfolge von Tiefs wird die Solo-Segler und Zweihand-Crews unzweifelhaft fordern.

vegvisirrace.com Zweiter Versuch. Voriges Jahr fiel der Kiel ihrer Code 8 ab, jetzt sind Jasper Marwege und Michael Höfgen mit Neigekiel erneut am Start

Gut 140 Boote sind gemeldet. Wegen der frischen Bedingungen, die auch die Hin- und insbesondere die Rückreise für viele Skipper zur echten Herausforderung macht, werden tatsächlich aber wohl um die 100 Yachten über die Linie gehen. Auch das wäre noch ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr.

Damit zählt das Vegvisir Race zu den am schnellsten wachsenden Regatten in Nordeuropa und belegt eindrucksvoll den Boom der Wettfahrten für kleine Crews. Zum Vergleich: Bei der ersten Auflage 2017 gingen gerade mal elf Boote an den Start. Mehrere der "Pioniere", wie es auf den Finisher-Shirts damals hieß, sind bereits zum dritten Mal mit dabei.

vegvisirrace.com Bunte Mischung: Binnen-Racer neben Mini 6.50

Weil bei Langstrecken-Rennen, noch dazu ohne Handicap und ohne Vermessung, stets das Erlebte über dem Ergebnis steht, zieht die von nicht weniger als fünf regionalen Clubs und 70 ehrenamtlichen Helfern organisierte Wettfahrt die unterschiedlichsten Teilnehmer an.

Lina Rixgens etwa machte gestern ihren neuen Mini-Transat-Racer unweit eines Kleinkreuzers aus den siebziger Jahren fest, der von einem Vater-Sohn-Duo geskippert wird. Eine typische Fahrtenyacht – inklusive Bimini und Bugtritt – wie die Jeanneau 36i von Claus Mogensen ist ebenso zu finden wie Performance-Cruiser von Dehler, X-Yachten, JPK, Seascapes und anderen. "Eine solche Vielfalt sieht man auf keiner Bootsmesse in Dänemark", sagt Veranstalter Morten Brandt-Rasmussen nicht ohne Stolz.

Das gilt auch für die Crews. Nachdem das Vegvisir Race zu Beginn reine Männersache war, haben inzwischen mehrere gemischte Teams gemeldet. So geht die DSV-Kaderseglerin Susann Beucke, die am Mittwoch erst von  Testregatten mit Tina Lutz im 49er auf dem Olympiarevier von Enoshima heimgeflogen war, bei Hasso Hoffmeisters Mini 6.50 "Husky" an Bord. Ein anderes Power-Paar bilden die mehrmalige Matchrace-Weltmeisterin Helle Jespersen und ihr Partner, Segelmacher Jan Hansen; beide treten mit einer Figaro 2 an und zählen zu den großen Favoriten in ihrer Klasse.

YACHT/J. Rieker Danish Dynamite: Jan Hansen und Helle Jespersen

Außer Dänen und Deutschen, die das Gros der Teilnehmer stellen, sind auch Crews aus Frankreich, Holland und Schweden angereist. Sie werden sich auf drei Kurse verteilen: 86, 152 und 225 Seemeilen lang. Die ersten Starts für die beiden langen Distanzen werden heute ab 18 Uhr angeschossen und sollen live übers Internet zu verfolgen sein, mit englischer Kommentierung vom Guldborgsund. Das weitere Rennen lässt sich per GPS-Tracker über die App von TracTrac verfolgen oder über die Vegvisir-Homepage .

Die Live-Übertragung des Starts


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