Kieler Woche
Weltcup-Comeback: Kiel wieder im Spiel

Sie haben hart für die Rückkehr an die Förde gearbeitet. Jetzt wurden die Organisatoren und ihre Partner für den Einsatz belohnt

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 10.11.2016

©www.segel-bilder.de Die zuletzt kleinen olympischen Flotten der Kieler Woche werden auf Kurs Weltcup-Finale 2018 wieder wachsen

Gute Nachrichten für den deutschen Segelsport: Fünf Jahre nach dem Verlust des Weltcup-Status soll die Kieler Woche 2018 ihr Comeback auf der Weltbühne des olympischen Segelsports feiern. Das hat der Welt-Seglerverband World Sailing den Organisatoren um Kieler-Woche-Chef Dirk Ramhorst im Rahmen seiner Jahrestagung in Barcelona mitgeteilt.

In zwei Jahren sollen die Norddeutschen das Weltcup-Finale der olympischen Klassen auf der Kieler Förde ausrichten. "Das ist ein Erfolg und eine große Chance für die Kieler Woche", sagte Dirk Ramhorst, der seit gestern bei der laufenden Generalversammlung des Welt-Seglerverbandes in Barcelona ist. Belohnt wurden die Kieler damit auch für den gelungenen Auftritt in diesem Jahr, von dem sich der Generalsekretär des Weltverbandes, Andy Hunt vor Ort einen persönlichen Eindruck verschafft hat – und sich sehr beeindruckt zeigte: "In Kiel wird der Segelsport beispielhaft mit einem Festival verknüpft. Das ist der Weg in die Zukunft. Davon können viele andere große Veranstaltungen lernen."

www.segel-bilder.de/Kieler Woche Nach Kieler-Woche-Siegen wie diesem von Tina Lutz und Susann Beucke im 49erFX in diesem Jahr werden in Zukunft auch wieder namhafte Olympioniken aus aller Welt auf der Förde kämpfen

Nachdem die Kieler Woche 2013 ihren Weltcup-Status verloren hatte, waren immer mehr prominente Olympiateilnehmer an der deutschen Regatta vorbeigesegelt. Dieser Trend dürfte nun gestoppt und umgekehrt werden. Das ist auch den Partnern der Kieler Woche zu verdanken. Allen voran Audi und SAP, die mit ihrem Kommunikations-Konzept zuletzt dafür sorgten, dass die Kieler Woche im Olympiazentrum Kiel-Schilksee eine enorme Wiederbelebung erfahren hat. Da kommt eine weitere gute Nachricht aus Ingoldstadt gerade recht: Audi bleibt für mindestens ein weiteres Jahr an Bord der Kieler Woche.

www.segel-bilder.de Infotainment bei der Kieler Woche: Das Engagement der Partner hat das Olympiazentrum Kiel-Schilksee belebt

Der grundsätzlichen Entscheidung pro Weltcup-Finale in Kiel 2018 sollen nun Detailverhandlungen folgen. "Das Kieler Weltcup-Finale 2018 wird den Halbzeit-Gipfel auf Kurs zu den Olympischen Spielen 2020 markieren. Es ist also der Höhepunkt zwischen den Spielen, und wir freuen uns auf diese Herausforderung", so Dirk Ramhorst.

2017 soll das Weltcup-Finale der auf insgesamt drei Regatten verkürzten Weltcup-Serie nach Miami (USA, 22. bis 29. Januar 2017) und Hyères (Frankreich, 23. bis 30. April 2017) vom 4. bis 11. Juni in Santander stattfinden. Die Spanier hatten ebenfalls eine starke Bewerbung abgegeben und waren 2014 an der Bucht von Santander großartige Gastgeber der World-Sailing-Weltmeisterschaft aller olympischen Disziplinen mit rund 1000 Teilnehmern und 400.000 Zuschauern.

Ein typischer Kieler-Woche-Clip aus diesem Jahr, den die Kieler ihrer Bewerbung um die Austragung des Weltcup-Finale beigefügt hatten

"Das Weltcup-Finale 2017 in Santander passt zeitlich zur Kieler Woche", freut sich Ramhorst. Zwischen Santander und der Kieler Woche Ende Juni 2017 sind zwei Wochen Luft – genügend Zeit für die Olympioniken, Kurs auf Kiel zu nehmen und sich das Weltcup-Final-Revier für 2018 schon einmal genauer anzusehen. World-Sailing-Präsident Carlo Croce sagte zum Votum für Santander und Kiel: "Beide Veranstaltungen tragen den Segelsport in ihrem Herzen und werden den weltbesten Segler eine großartige Bühne für unseren Sport schaffen."

Deutschlands Top-Segler begrüßen den Zuschlag für Kiel ausdrücklich. Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl sagte: "Das ist für den deutschen Segelsport und die Kieler Woche, aber auch für den Segelsport insgesamt eine sehr gute Nachricht, denn es gibt zur Zeit weltweit keine olympische Regattabühne, auf der unser Sport besser gezeigt wird als in Kiel. Ich würde mir allerdings wünschen, dass zwischen der Kieler-Woche-Regatta für die olympischen Klassen und dem Weltcup-Finale für die jeweils besten 20 Starter zwei bis drei Tage Luft bleiben, denn sonst sind neun Tage am Stück zu segeln. Das würden in einem oftmals kälteren und fordernden Revier wie in Kiel vermutlich nicht alle olympischen Segler mitmachen."

Nach der verkürzten Weltcup-Serie 2017 wird der Weltcup ab der Saison 2017/2018 bis zu den Olympischen Spielen 2020 immer im Oktober in Japan (zunächst in Gamagori, dann in Enoshima) eröffnet. Über die finalen Austragungsorte für die Weltcup-Finals 2019 und 2020 wird World Sailing zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

www.segel-bilder.de Zählten 2016 zu den wenigen prominenten Olympia-Seglern der Kieler Woche: die späteren Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel


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Themen: Andy HuntDirk RamhorstKielKieler WocheWeltseglerverbandWorld Sailing

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