The Transat Bakerly
Weitere Ausfälle und ein Regelverstoß

Nach Maxime Sorel mussten inzwischen auch Erwan Le Roux und Sébastien Josse nach schweren Schäden an ihren Booten das Rennen aufgeben

  • Ricarda Richter
 • Publiziert am 04.05.2016

Gitana SA/Yvan Zedda Sébastien Josse an Bord seiner "Edmond de Rothschild"

Nachdem der Anführer des Class-40-Feldes, der Franzose Maxime Sorel, gestern mit einem Frachter kollidiert war, mussten inzwischen zwei weitere Franzosen und Mit-Favoriten aufgeben und Nothäfen anlaufen. Auf dem Open 60 "Edmond de Rothschild" von Sébastien Josse brachen Latten im Großsegel, Erwan Le Roux verlor einen Teil des Backbordrumpfs seines Multi-50-Trimarans "FenêtréA Cardinal".

Sébastien Josse hatte sich bereits seit Stunden ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Vincent Rioux und Armel Le Cléac’h geliefert, als auf der "Edmond de Rothschild" kurz nach Mitternacht in einer schnellen Halse die Segellatten brachen. Zwar stelle der Schaden keine unmittelbare Bedrohung dar, er sei auf See jedoch nicht zu beheben, sagte Josse. Nach einer ausführlichen Besprechung mit seinem Technikteam habe er die schwere Entscheidung getroffen, das Rennen aufzugeben. "Es ist wirklich enttäuschend. Ich war im Spiel, in Kontakt mit Armel und Vincent. Das Boot war sehr gut vorbereitet. Das ist umso frustrierender, als dass der härteste Teil des Rennens meiner Meinung nach schon hinter uns lag." Josse befindet sich nun auf dem Weg nach Vigo in Spanien.

GItana SA/Sea&Co/Th.Martinez Bei der "Edmond de Rothschild" sind die Segellatten gebrochen

The Transat bakerly Skipper Le Roux konnte eine Kenterung verhindern und ist wohlauf

Fünf Stunden zuvor hatte es den führenden Multi 50 "FenêtréA Cardinal" getroffen. 60 Meilen vor Kap Finisterre segelte er auf Vormwindkurs mit zwei Reffs im Großsegel, als der Trimaran fast die Hälfte seines Backbordrumpfes verlor. "Ich musste umgehend eingreifen, um eine Kenterung zu verhindern", sagte Skipper Erwan Le Roux. Er schaffte es, sein Boot zu sichern, bevor er sein Team an Land informierte. Auch der dreimalige Gewinner des Transat Jacques Varbe zeigte sich sehr enttäuscht über sein Ausscheiden. Er wird im Laufe des Tages in der Nähe von La Coruña erwartet.

The Transat/Lloyd Images Die "FenêtréA Cardinal" von Erwan Le Roux

Als Erster musste bereits gestern früh der Franzose Maxime Sorel aufgeben, nachdem seine Class 40 "VandB" vor der viel befahrenen bretonischen Küste mit einem Frachter kollidiert war. Zwar befand sich Sorel an Deck und ging Ausguck, sein Spinnaker verdeckte jedoch die Sicht. "Ich bin nicht besonders schnell gesegelt und habe noch versucht, es zu verhindern, aber es war zu spät", berichtet der französische Skipper. Er habe zwei Optionen gehabt: entweder den Frachter nur längsseits zu rammen und dafür Gefahr zu laufen, dass der Mast von oben kommen könnte, oder einen Winkel zu wählen, in dem der Schaden für den Bugspriet möglichst gering gehalten würde. Er entschied sich für Letzteres. Mittlerweile befindet er sich in La Trinité sur Mer. Gegenüber den Organisatoren des Transat sagte er gestern Abend: "Ich bin enttäuscht. Ihr habt mich heute Morgen angerufen, um mir zu sagen, dass ich das Feld der Class 40s anführe und nun ruft ihr mich an, um darüber zu sprechen, warum ich aufgebe."

Georacing Auf dem Tracker deutlich zu sehen: Während die anderen Yachten das rot gekennzeichnete Verkehrstrennungsgebiet umfahren, steuert die "Imerys" von Phil Sharp mittendurch

Auch der einzige britische Teilnehmer unter den Class 40s, Phil Sharp, ist von einem Renn-Aus bedroht. Jedoch nicht durch einen Schaden, sondern durch Disqualifikation. Er war gestern durch ein Verkehrstrennungsgebiet gesegelt. Laut den Segelanweisungen ist dies den teilnehmenden Yachten jedoch verboten. Ihm sei bewusst gewesen, dass er durch ein Verkehrstrennungsgebiet fahre, nicht aber, dass er damit die Regeln verletze, äußerte sich Sharp. Er konnte sich während des Rennens durchgängig gegen seine Konkurrenten durchsetzen und führt auch weiterhin die Class 40s an – für sein Fehlverhalten droht ihm jetzt jedoch eine Strafe.

Angeführt wird das Transat-Rennen weiterhin von den 100-Fuß-Einhand-Trimaranen "Sodebo" (Thomas Coville) und "Macif" (François Gabart), die sich inzwischen rund 180 Seemeilen vor der portugiesischen Küste befinden. Die Deutsch-Französin Isabelle Joschke liegt unter den Class 40s auf dem 5. Platz, Anna Maria Renken mit ihrer "Nivea" auf dem 7. Platz. Fast alle Yachten haben sich für die südliche Route entschieden, nur die Multi 50 "Olmix", die dadurch in ihrer Klasse auf Platz eins liegt, und der Brite Richard Tolkien auf der Open 60 "44" segeln eine nördlichere Route. Außerhalb der Wertung und als einziger auf direktem Nordkurs durch die Keltische See segelt Loïck Peyron auf der "Pen Duick II". Er hatte bereits im Vorhinein einen Schwenk nach Süden ausgeschlossen.

Georacing Wie der Tracker zeigt, haben die meisten Boote die Südroute gewählt. Nur die "Pen Duick II" fährt auf dem vorgesehenen Nordkurs


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