Warnemünder Woche 2022
Erste Sieger stehen fest

Seit gestern Abend steht das diesjährige "First Ship Home" von Rund Bornholm fest, und auch in den anderen Klassen gibt es bereits strahlende Gewinner

  • Max Gasser
 • Publiziert am 06.07.2022
Der Open 60 "SEB-OSPA" segelte am schnellsten um Bornholm und kehrte gestern Abend nach Warnemünde zurück Der Open 60 "SEB-OSPA" segelte am schnellsten um Bornholm und kehrte gestern Abend nach Warnemünde zurück Der Open 60 "SEB-OSPA" segelte am schnellsten um Bornholm und kehrte gestern Abend nach Warnemünde zurück

Pepe Hartmann Der Open 60 "SEB-OSPA" segelte am schnellsten um Bornholm und kehrte gestern Abend nach Warnemünde zurück

Am Samstag wurde die Warnemünder Woche 2022 feierlich eröffnet. Nachdem einige Regatten noch am gleichen Tag auf die Bahnen gingen, startete bei perfekten Bedingungen am Montag auch die Langstreckenregatta Rund Bornholm. Dabei gilt es, 280 Seemeilen offene See zu bewältigen – die ersten Schiffe waren bereits gestern zurück.

Gegen 20.15 Uhr überquerte der Volvo Ocean Racer "SEB-OSPA" die Ziellinie in Warnemünde. Dort wurde das Boot bereits von einem Empfangskomitee erwartet, und noch auf dem Wasser wurde dem First Ship Home die obligatorische Kiste Rostocker Pils übergeben.

Es kam wenig überraschend, dass das Team nur 1 Tag, 7 Stunden, 55 Minuten und 4 Sekunden brauchte – 2019 war es sogar 7 Stunden schneller und stellte damit den Streckenrekord auf. Nur zwölf Minuten später erreichte ein weiterer Ocean Racer das Ziel: Die legendäre "Illbruck", die 2001/02 das Rennen um die Welt als erstes und einziges deutsches Schiff gewinnen konnte.

Pepe Hartmann Setzte sich im Kampf gegen die ehemalige "Illbruck" durch: "SEB-OSPA"

Nach den beiden unterschiedlichen Vermessungssystemen ORC und Yardstick gingen insgesamt 21 Teams an den Start. Ein Boot musste das Rennen aufgeben, da in der Nacht von Montag auf Dienstag der Mast gebrochen war. Wie der Berliner Eigner Robert Jatkowski mitteilte, gab es bis auf kleinere Schnittwunden an den Händen eines Crewmitglieds keine weiteren Verletzungen.

"Wir sind unter Spinnaker in die Nacht gefahren, bei circa vier Windstärken. Dann kamen zwei Böen mit etwa 21 Knoten, und der Spi fiel immer wieder ein. Als dann wieder Druck ins Tuch kam, ist ein Block im Achterstag gebrochen, woraufhin der Mast nach vorne weggeklappt ist", schildert er die kritische Situation. Die restlichen Teams werden bis morgen wieder in Warnemünde erwartet, wo dann auch die Siegerehrung stattfinden kann.

Pepe Hartmann Von Anfang bis Ende auf dem ersten Platz war das Team Billerbeck/Raithe vom Segel-Verein Wedel-Schulau

Bei den Piraten ist das längst erledigt. War nach den ersten beiden Tagen noch eine knappe Führung für die amtierenden Europameister Frieder Billerbeck und Julius Raithe zu erkennen, konnten sie am Abschlusstag der Ranglistenregatta noch einmal ihr ganzes Können unter Beweis stellen. "Das Schönste war, dass wir heute die Warnemünder Welle hatten, für die wir hierhergekommen sind", sagte Julius Raithel. Zwei gewonnene Wettfahrten vergrößerten schließlich nochmals den Abstand zu den Zweiten, Ines und Thomas Heldt aus Teterow, auf sechs Punkte. Dritte wurden Andreas und Martin Ebel aus Güstrow.

Pepe Hartmann Der Sieg bei den 505ern ging nach Dänemark

Auch der 505er Europa Cup Warnemünde ging nach sieben Wettfahrten bereits erfolgreich zu Ende. Den Sieg sicherten sich Jørgen und Jacob Bojsen-Møller vor den Rostocker Lokalmatadoren Lutz Stengel und Frank Feller. Die Dänen führten das Feld der 39 Crews von Tag eins am Samstag bis zum Abschluss am Dienstag an. Ihre konstant gute Leistung wurde nur am zweiten Tag durch einen Schaden am Rigg unterbrochen, als den Brüdern in der zweiten Wettfahrt des Tages in Führung liegend das Vorstag brach. Am letzten Tag zeigte sich das Warnemünder Revier noch einmal in Perfektion.

So kam Jørgen Bojsen-Møller aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: "Es war einer der besten Segeltage, den wir je hatten! Es war einfach super!" Der olympische Gold- und Silbermedaillengewinner sagte weiter: "Man könnte nirgendwo bessere Bedingungen haben als heute hier in Warnemünde. Wir hatten frischen Wind, tolle Wellen und Sonne."

Pepe Hartmann "Wullie" auf Siegeskurs

Auf insgesamt zehn Wettfahrten in vier Tagen kam die Korsar-Klasse. Den Gesamtsieg sicherte sich deutlich die Crew Dirk Braun/Jürgen Kruck, die die Führung seit dem zweiten Tag nicht abgegeben hatte. Mit zwölf Punkten Rückstand auf die Sieger schoben sich Ralf Mahnke und Stefan Seibert am Abschlusstag noch vom vierten auf den zweiten Platz vor. Auf Rang drei beendeten die Österreicher Peter Tschada und Carsten Fischbach die Regatta.

Aktuell läuft bereits die Weltmeisterschaft der H-Boote, neben dem Ilca Europa Cup ist auch die IDM-Seesegeln ein kommendes Highlight. Die 84. Warnemünder Woche geht noch bis zum 10. Juli und hat außer den noch anstehenden Wettfahrten auch an Land einiges zu bieten.


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