"Seaexplorer" gewinnt 15. German Offshore Award
Zum dritten Mal siegt ein Boot von Boris Herrmann

Für seine mitreißende Vendée-Globe-Premiere ist Boris Herrmann oft ausgezeichnet worden. Jetzt gewann wieder eines seiner Boote den German Offshore Award

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 05.04.2022
Der German Offshore Award geht traditionell an Boote, nicht an Crews. In diesem Jahr wird erneut Boris Herrmanns "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" ausgezeichnet, die ihren Skipper bei dessen Vendée-Globe-Premiere  2020/2021 so bravourös und sicher um die Welt brachte Der German Offshore Award geht traditionell an Boote, nicht an Crews. In diesem Jahr wird erneut Boris Herrmanns "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" ausgezeichnet, die ihren Skipper bei dessen Vendée-Globe-Premiere  2020/2021 so bravourös und sicher um die Welt brachte Der German Offshore Award geht traditionell an Boote, nicht an Crews. In diesem Jahr wird erneut Boris Herrmanns "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" ausgezeichnet, die ihren Skipper bei dessen Vendée-Globe-Premiere  2020/2021 so bravourös und sicher um die Welt brachte

Yvan Zedda/Alea/VG2020 Der German Offshore Award geht traditionell an Boote, nicht an Crews. In diesem Jahr wird erneut Boris Herrmanns "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" ausgezeichnet, die ihren Skipper bei dessen Vendée-Globe-Premiere 2020/2021 so bravourös und sicher um die Welt brachte

Der Große Festsaal im Hamburger Rathaus ist mit 720 Quadratmetern der größte Saal im Rathaus und wird für große Empfänge und Festessen genutzt. Einmal im Jahr sind hier die Organisatoren und Gäste der Verleihung des German Offshore Awards schon fast wie zu Hause. Zum 15. Mal wurde er am Dienstagabend im Großen Festsaal verliehen. Die Auszeichnung geht traditionell an die erfolgreichste Hochseeyacht des Vorjahres unter deutscher Flagge. Da konnte es weder für die rund 300 Gäste im Saal noch für Segelfans eine Überraschung sein, dass Boris Herrmanns "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" das Rennen machte und in der Heimatstadt ihres Skippers geehrt wurde. Die Imoca-Rennyacht hatte Boris Herrmann bei seiner Vendée-Globe-Premiere in 80 Tagen sicher um die Welt und als Fünften ins Ziel gebracht und damit ein Stück deutsche Segelgeschichte geschrieben.

privat Der Vielgeehrte auf der goldenen Bühne im prächtigen Großen Festsaal des Hamburger Rathauses: Boris Herrmann bedankte sich bei den Veranstaltern und der Stadt Hamburg für ihr Engagement für den Segelsport

In seiner Laudatio sagte Staatsrat Christoph Holstein: "Boris Herrmann hat mit der 'Seaexplorer – Yacht Club de Monaco' als Einhandsegler über die beeindruckende Distanz von 28.000 Seemeilen eine herausragende Leistung gezeigt und uns alle auch mit seiner mitreißenden Berichterstattung von Bord begeistert." Weiter schwärmte Christoph Holstein: "Mit diesem kaum zu steigernden seglerischen Abenteuer unter Rennbedingungen hat Boris Herrmann sich und den Segelsport bis in die Hauptnachrichten des deutschen Fernsehens und auf die Titelblätter der Tageszeitungen gebracht. Sowohl dieser sportliche Erfolg als auch die öffentliche Begeisterung sind für einen Segler in Deutschland bisher einmalig. Als Vertreter des Hamburger Senats freue ich mich natürlich besonders, dass Boris Herrmann den Namen seiner Wahlheimat Hamburg um die Welt trägt. Dass er seine sportlichen Höchstleistungen mit der beständigen Mahnung zum Schutz unseres Planeten und der Meere verbindet, verdient besondere Anerkennung." Die gab’s in Form eines Silbertabletts, in das die Namen aller Gewinner eingraviert sind und weiter werden. Zuletzt hatte der junge Hochseeprofi Lennart Burke den Preis für seinen roten Mini "Vorpommern" für 2020 erhalten. Boris Herrmanns Leistungen waren übrigens auch vor der aktuellen Ehrung schon darauf nachzulesen, denn die "Beluga Racer", mit der er das Portimão Global Race an der Seite von Felix Oehme gewonnen hatte, hatte den German Offshore Award 2010 abgeräumt. 2018 siegte Herrmanns "Malizia 2 – Yacht Club den Monaco" nach Platz fünf bei der Route du Rhum.

GER-OO/K. Schmidt Lange her und wie aus einer anderen Zeit: 2010 wurde Boris Herrmann schon einmal im Rathaus geehrt, damals für und mit der "Beluga Racer", die ihn und seinen Co-Skipper Felix Oehme im Portimão Global Race zum Sieg getragen hatte

DSV-Präsidentin Mona Küppers brachte die Glückwünsche an den Skipper der Siegeryacht auf den Punkt: "Was Boris Herrmann geleistet hat, ist bisher für einen deutschen Segler und den deutschen Segelsport einmalig." Sie überreichte Boris Herrmann als Zeichen der besonderen Anerkennung seiner erfolgreichen Vendée-Globe-Teilnahme im Namen des DSV-Präsidiums ein Silbertablett, auf dem die gesamte, über 28.000 lange Route der Vendée Globe eingraviert ist.

Yvan Zedda/Alea/VG2020 Die "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" und ihr Skipper Boris Herrmann beim Finale der Vendée Globe

Unter den weiteren Nominierten war in diesem Jahr für Leistungen 2021 der Mini "signforcom" von Melwin Fink. Der junge Skipper aus Bad Salzuflen hatte im Alter von 19 Jahren Platz drei bei seiner Mini-Transat-Premiere erkämpft und dabei für Aufsehen gesorgt. Zur Wahl standen auch die Imoca-Yacht "Einstein" des Offshore Team Germany sowie die "Störtebeker" des Hamburgischen Verein Seefahrt. Unter Skipperin Katrina Westphal nahm das Schiff mit einer sehr jungen Crew am Rolex Fastnet Race teil und erreichte in der Wertungsgruppe IRC Zero der großen Yachten den zweiten Platz; im Gesamtergebnis kam das tiefschwarze Schiff auf den neunten Platz. "Katrina Westphal wurde mit dem neuen Flaggschiff in einer von Profis dominierten Regatta vom ausrichtenden Verein als 'schnellste Skipperin', als 'schnellste Schiffsführung unter 30 Jahren' und als 'schnellstes Vereinsschiff' ausgezeichnet", sagt Achim Brünner, zweiter Vorsitzender des Hamburgischen Vereins Seefahrt. Der traditionsreiche Hamburger Ausbildungsverein, 1903 vom Reeder Albert Ballin gegründet, richtet seit diesem Jahr zusammen mit der German Offshore Owners Association die Vergabe des Senatspreises aus.

Vincent Olivaud Melwin Fink auf seinem Mini "signforcom"

Den Liftime Award erhielt vor rund 300 Gästen aus Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur die Hamburgerin Kirsten Harmstorf-Schönwitz, die als langjährige Skipperin der Rennyacht "Tutima" mit einem reinen Frauen-Team erfolgreich am Ruder stand. Die Laudatio für die geehrte und gerührte Kirsten Harmstorf-Schönwitz hielt Susann "Sanni" Beucke, die bei den Olympischen Spielen in Tokio zusammen mit Tina Lutz die Silbermedaille im 49er FX gewann und sich nun selbst auf eine Offshore-Karriere konzentriert. Beucke sagte: "Segeln ist eine Sportart, in der zunehmend mehr Frauen den Mut haben, es den Männern gleichzutun. Kirsten ist eine der wesentlichen Vorreiterinnen in Deutschland."

Den Wehring & Wolfes Jugendpreis, übergeben vom zweiten Vorsitzenden des Hamburgischen Verein Seefahrt, Achim Brünner, erhielt in diesem Jahr die seit 1972 zur Alfred Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung gehörende klassische Regattayacht "Germania VI", auf der junge Crews die Gelegenheit haben, das Hochseesegeln in allen Facetten zu erlernen. Die bekannte kupfergrüne klassische Yacht, die im Herbst 2021 an der Regatta Kiel–Travemünde der norddeutschen Hochseesegelvereine teilnahm, wurde von Arndt von Bohlen und Halbach in eine Stiftung überführt, deren Satzungsziel vor allem der Förderung der Jugend und deren Ausbildung zu versierten Seeseglern ist.

Anmerkung: Wir haben den ursprünglichen Beitrag korrigiert, in dem es hieß, Boris Herrmanns Boote hätten den German Offshore Award zum zweiten Mal gewonnen. Tatsächlich war es schon das dritte Mal.


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