Vendée Globe
Dritter Anlauf für Jörg Riechers: „Der Start ist sicher“

Der Hamburger Hochsee-Profi nimmt Anlauf auf die Vendée Globe 2024. Der Bau eines neuen Imocas sei gesichert, mit interessanten Partnern

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 09.09.2021
Hat Grund zum Feiern: Start von Jörg Riechers bei der Vendée Globe sei sicher Hat Grund zum Feiern: Start von Jörg Riechers bei der Vendée Globe sei sicher Hat Grund zum Feiern: Start von Jörg Riechers bei der Vendée Globe sei sicher

ADELINE Hat Grund zum Feiern: Start von Jörg Riechers bei der Vendée Globe sei sicher

Aller guten Dinge sind drei, so kann man vielleicht bei Jörg Riechers sagen. Zweimal stand der 52-jährige Hamburger bereits kurz vor einer Teilnahme. Doch die Kampagnen mit dem Mare-Team und dem Offshore Team Germany scheiterten nicht zuletzt immer an der Finanzierung. Nach zwischenzeitlichem Engagement in der Class 40 segelte er zuletzt das Rolex Fastnet Race auf dem Imoca des Schweizers Beat Fankhauser. Doch das reicht Riechers nicht. Er will sein eigenes Boot und damit seinen großen Traum, die Teilnahme an der Vendée Globe, endlich erfüllen.

Zusammen mit Alva Yachts, einem jungen, 2017 gegründeten Unternehmen mit Sitz in Bad Pyrmont, das vollelektrische Luxusyachten sowie Komponenten dafür entwickelt, soll ein neuer Imoca für die Vendée Globe gebaut werden. Der Start sei sicher, so Riechers.

YACHT: Herr Riechers, wie ist Ihr Kontakt zu Alva Yachts zustande gekommen?

Riechers: Über die Marketingexpertin Sabine Köhler. Sie hat bereits für andere Segelkampagnen gearbeitet und auch für Alva Yachts. Ich habe nach einer guten Beratung bei der Vermarktung gesucht und bin auf sie gestoßen. Sie hat den Kontakt hergestellt.

Was verspricht sich Alva Yachts von dem Projekt?

Bei der Vendée Globe geht es immer mehr um Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Alva Yachts ist auf die Elektrifizierung von Yachten spezialisiert. Für sie wäre es so etwas wie ein Nachweis: Was im Southern Ocean funktioniert, funktioniert überall.

Wie sehen die Pläne bis 2024 aus?

Gerade ist die heiße Designphase angelaufen. Die geht bis Februar 2022. Bis März 2023 soll das Boot dann fertig sein.

Wer wird es konstruieren?

Ein Designerteam. Dazu gehören der Franzose Etienne Bertrand, mit dem ich auch im Mini zusammengearbeitet habe, dann Guillaume Dupont, der Co-Desinger der Imocas „Charal“, „Hugo Boss“ und „11th Hour“, und Farr Yacht Design, die ihre technischen Möglichkeiten, wie Simulationsprogramme, zur Verfügung stellen. Und ich gehöre auch dazu. Ich habe einhundert Prozent freie Hand beim Design und bei der Zusammensetzung des Teams. Ich muss nicht wie bei früheren Kampagnen in eine vorgefertigte Struktur, was dann manchmal zu Reibereien geführt hat.

Wie viel vom nötigen Budget ist vorhanden? In der Ankündigung war zu lesen, dass noch Sponsoren gesucht werden?

Das ist richtig. Je mehr Geld wir noch akquirieren können, desto mehr können wir in das Projekt stecken, umso besser wird es. Aber unabhängig davon wird das Boot gebaut, und ich werde starten, das ist sicher.

Sie klingen etwas zurückhaltend, eigentlich müssten Sie doch jubeln.

Ich hüpfe jetzt nicht auf und ab, dafür bin ich zu alt und mache das schon zu lange. Aber es ist echt super, überwältigend, und dass es jetzt so schnell geht, damit habe ich ehrlich gesagt auch nicht gerechnet.

Das Projekt soll morgen auf der Bootshow in Cannes offiziell vorgestellt werden.


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Themen: Jörg Riechers

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