Regatta-News
Velux; Neu: Knox-Johnston, Dalton und Basurko im Ziel

Als letzter Teilnehmer der Regatta hat nun auch Unai Basurko das Etappenziel in Freemantle erreicht

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 02.01.2007

Nach den Oldies Sir Robin Knox-Johnston und Graham Dalton ist nun auch der Baske nach 72 Tagen und 7 Stunden in Australien angekommen – 30 Tage hinter dem führenden Bernhard Stamm

Gestern Abend um 18.22 Uhr (GMT) ist der Spanier Unai Basurko über die Ziellinie in West-Australien gesegelt. Seine "Pakea" ist der jüngste Open 60 in der Velux-5-Ocean-Flotte. Darüber hínaus ist dieses Rennen die erste Solo-um-die-Welt-Wettfahrt für den Skipper, der morgen, am 4. Januar seinen 34 Geburtstag feiert.

Schon vergangene Woche, am 27. Dezember hat mit Sir Robin Knox-Johnston der älteste Teilnehmer im Feld des ältesten Einhand-Rennens um die Welt das erste Etappenziel in Freemantle, Australien erreicht. 67 Tage benötigte der 67 Jahre alte Brite, der einst (1968/69) als erster Mensch die Welt einhand und nonstop umsegelte, mit seinem Open 60 "Saga-Insurance", um die rund 12200 Seemeilen von Bilbao hin zum fünften Kontinent zu schaffen.

Am gestrigen Montag lief auch der zweite Oldie, Graham Dalton, immerhin 53 Jahre alt, mit seinem Open 50 "A southern man AGD" in Freemantle ein. Einzig Unai Basurko ist mit seiner "Pakea" nun noch auf dem Weg zum Ziel.

Aufgrund der vielen Probleme während der ersten Etappe (Aufgaben von Mike Golding und Alex Thomson, Zwischenstopps von Knox-Johnston und Graham Dalton wegen Reparaturen etc,) wird dann am 14. Juli der Start zur zweiten Etappe nach Norfolk/USA über rund 14500 Seemeilen stattfinden, bevor es von dort aus planmäßig am 15. April wieder nach Bilbao gehen soll.

Wie beurteilt man nun diese erste Etappe des Velux 5 Ocean? Der Schweizer Bernard Stamm und auch der Japaner Kojiro Shiraishi haben sicherlich tolle Leistungen gezeigt. Und ebenso hätten es wohl auch Alex Thomson und Mike Golding getan, wäre nicht auf ihrer beiden Schiffe etwas zu Bruch gegangen. Dies kann natürlich im High-Tech-Rennzirkus immer passieren. Einem Rennen, in dem jedoch eh nur sieben Starter lossegeln, stehen solche Ausfälle aber natürlich nicht gut zu Gesicht.

Sir Robin Knox-Johnston hat letztlich, zumindest auf der ersten Etappe, sein Ziel erreicht, unter den ersten Drei zu landen. Aber wie: Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7,5 Knoten ist er in Freemantle angekommen. Das ist rund 4 Knoten schneller als bei seiner ersten Nonstop-Umrundung 1969. Nur, damals segelte er auf der "Suhaili", einem 10-Meter-Holzschiff. Heute hingegen auf einem Open 60.

Zum Vergleich: Der Sieger der ersten Etappe, Bernhard Stamm war nach knapp 43 Tagen in Freemantle, das entspricht einer Durchschnitts-geschwindigkeit von 11,8 Knoten. Stamm und auch Shiraishi (11 Knoten) sind demnach auf der gesegelten Etappe, die einzigen, die den derzeiten Level des Ozean-Regatta-Segelns mit Open 60s bestätigen. So segelte auch Vincent Riou mit seiner "PRB" bei der letzten Vendée Globe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 11,4 Knoten um die Welt — allerdings nonstop. (Wahrscheinlich ist Riou auch mehr als die von den Organisatoren angepeilten 24000 Seemeilen gesegelt, was seinen Durchschnitt nochmals anheben würde.)

Wer Spaß an Zahlen hat, der kann sich noch die Folgenden zu Gemüte führen. Dame Ellen MacArthur wird vom World Sailing Speed Record Council (WSSRC) bei ihrer Rekord-Weltumrundung einhand und nonstop mit ihrem 72-Fuß-Tri "B&'Q" mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12,6 Knoten geführt. Dabei rechnet das WSSRC mit einer minimalen Länge von 21600 Seemeilen um den Globus. Tatsächlich segelte die Britin in den gut 71 Tagen jedoch eine Streckenlänge von 27348 Seemeilen. Dies wiederum entspricht einem Stundenmittel von 15,9 Knoten.

Noch schneller war jedoch Bruno Peyron mit seinem Katamaran "Orange II" um die Welt unterwegs. Er und seine Crew benötigten nur 50 Tage und 16 Stunden. Der WSSRC führt den Franzosen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,9 Knoten. Tatsächlich (rechnen wir einmal mit 24000 Seemeilen) dürfte er jedoch mit fast 20 Knoten unterwegs gewesen sein.

Lange Rechnung, kurzer Sinn: So ganz glücklich dürften die Veranstalter des Velux 5 Oceans wohl nicht sein. Schlechtes Wetter und Bruch gibt es zwar in jedem Ozean-Rennen — und den einen oder anderen älteren Teilnehmer auch. Ist das Feld jedoch so klein wie bei dieser Ausgabe, bleibt doch ein recht fader Nachgeschmack. Und das, obwohl nicht einmal die Hälfte des Rennens bestritten ist.


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Themen: ozeanVelux

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