Regatta-News
Velux 5 Oceans: "Yipieee" und Fruchtkuchen am Kap Hoorn

Robin Knox-Johnston passiert als Erster des Trios RJK/Basurko/Dalton den berühmten Felsen. Skipper Versüßt Passage mit Fruchtkuchen 100-jähriger Tante. Legt dann jedoch Pitstop in Ushuaia ein. Graham Dalton läuft Falklandinseln an.

  • Matthias Beilken
 • Publiziert am 20.02.2007

Die Fruchtschnitten haben bereits Tradition. Vor 38 Jahren rundete der junge Robin Knox-Johnston während seiner berühmten Nonstop-Fahrt mit "Suhaili" erstmalig das Kap. "Habe Tante Aileens Kuchen angeschnitten", stand damals im Logbuch. Tante Aileen (heute 100) hat ihrem Neffen (67) nun wieder einen Fruchtkuchen gebacken. "Delikat", meint Sir Robin.

Für zwei Drittel des hinteren Feldes im Velux 5 Oceans — es handelt sich um drei Boote — schloss das langersehnte Verlassen des Soutern Ocean einen Pitstop ein. Nur Unai Basurko segelt mit "Pakea", der mit lediglich einigen Meilen Rückstand auf "Saga Insurance" die Landmarke rundete, ohne anzuhalten weiter nach Norden. Graham Dalton läuft mit dem Open 50 "A Southern Man ADG" (der einzigen Open-50-Yacht im Rennen) Port Stanley auf den Falklandinseln an: Der Kopfbrettschlitten ihres Großsegels macht Probleme. Den Hafen kennt er gut: Vor vier Jahren, als er mit dem Open 60 "Hexagon" im gleichen Rennen segelte (das damals Around Alone hieß), lief er Port Stanley unter Notrigg an — er musste aufgeben.

An Bord von Sir Robin Knox-Johnstons "Saga Insurance" sind während der langen Etappe durch den Southern Ocean diverse Dinge ausgefallen — nur eines davon ist ebenfalls der Kopfbrettschlitten des Großsegels. Genügend Dinge, um sofort nach dem Runden des Kaps das Rennen zu unterbrechen und Kurs auf den Beaglekanal zu nehmen. Zwar liegt der Open 60 nun sicher vertäut an einer Muringboje, aber dennnoch ist der energiegeladene Sir Robin ungeduldig: "Entspannen geht erst wieder, wenn wir Feuerland insgesamt hinter uns gelassen haben, nicht eher. Dies hier ist ein ziemlich ungemütlicher Ort, verdammt windig".

Wegen des Stopps und der vielen auszuführenden Arbeiten ist der Manager des Shoreteams, Simon Clay, eigens nach Ushuaia geflogen — nur um in Buenos Aires festzustellen, dass sich das Gepäck mit wichtigen Ersatzteilen darin noch in Madrid befindet. Lediglich den direkten Verbindungen des Sponsors ist es zu danken, dass die teilweise sehr filigranen Dinge überhaupt nach Südamerika gelangten. Denn teilweise handelt es sich auch um spezielle Elektronik zum Wiederbeleben der Kommunikation via der Fleet-77- und Iridiumanlagen. Denn seit Wochen segelt "Saga Insurance" bereits ohne präzise Wetterinformationen. "Und die braucht man im Bereich der wechselnden Winde und der Doldrums weiter im Norden auf jeden Fall".

Bernard Stamm und Kojiro Shirashi wissen das — den Skippern der beiden führenden Open 60s zeigt das Rennen längst ein anderes Gesicht. Denn Bernard Stamm und "Cheminées Poujpulat" stehen querab von Recife in Brasilien und werden sich bereits bald wieder mit den Flauten, mit den Böen und der sengenden Hitze in den Doldrums herumschlagen müssen. Der Abstand zwischen "Cheminées Poujoulat" und "Saga Insurance" beträgt mittlerweile fast 2000 Seemeilen.


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Themen: Kap Hoorn

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