Regatta-News
Velux 5 Oceans: Start verschoben

Heftige lokale Stürme hindern Veranstalter, Endspurt nach Bilbao zu starten

  • Matthias Beilken
 • Publiziert am 16.04.2007

Der Hubschrauberträger HMS Ocean, das größte Schiff im Register der Royal Navy, sollte den Start begleiten, wurde jedoch erwartungsgemäß von Wellen und Gischt umtost und heute Morgen von grauem Himmel und ebenso grauem, leeren Meer begrüßt. Der Start in Norfolk wurde aufgrund der widrigen Witterung verschoben.

Rennleiter David Adams (Australien) : “Wir taten uns mit dieser Entscheidung schwer. Wir haben uns intensiv mit den Skippern, deren Teams und den Sponsoren beraten”, so der ehemalige Sieger des Rennens (1994, Klasse II). “Auch jetzt treffen wir uns alle zwölf Stunden mit den Teams und den besten Wetterberatern des Landes. Aber wir kennen die Lösung nicht.” Noch für heute Abend sagen die Experten schwere Böen mit über 45 Knoten und ebenso schwere Regenschauer voraus.

Norfolk ist an heftige Stürme gewöhnt. Sie haben sogar eine speziellen, lokalen Namen: “Nor’easter”. Tony Seibers, Chefmeteorologe des nahegelegenen Wakefield Vorhersagebüros des staatlichen amerikanischen Wetterriesen NOAA: “Sieben bis acht Mal jährlich, vor allem im Frühjahr und im Herbst, toben hier &aposNor’easter’. Wenn ein Oberflächentief eine auflandige Luftströmung aus Nordost beschleunigt, bekommen wir hier heftige Stürme und Hochwasser.” Tornadowarnung ist für die gesamte Region in Kraft getreten und eine Sturmwarnung ohnehin ausgegeben worden.

Für Graham Dalton könnte es jedoch auch in dieser neuen Situation knapp werden. Mit seinem Open 50 “A Southern Man AGD” steht er nämlich noch 800 Meilen von Norfolk entfernt, etwa auf der geografischen Breite der Südspitze Floridas. Obwohl er das Unmögliche vollbracht hat und seine verschollene Kielbombe in Fortaleza ersetzt und die Reise fortgesetzt hat, kann er nicht die Rennregeln verbiegen. Und die sagen klipp und klar: Wenn er bis zum 19. April Norfolk nicht erreicht hat, wird er vom Rennen ausgeschlossen. Denn dann kann er nicht mehr die vorgeschriebenen 72 Stunden im Hafen “abliegen” und das nach dem eigentlichen Start noch offene Zeitfenster für einen Spätstart erwischen. Die Startverschiebungen von Sonntag und Montag könnten heftige Diskussionen zwischen ihm und dem Wettfahrtleiter David Adams auslösen. Das Zeitfenster könnte verschoben und Dalton so die weitere Rennteilnahme ermöglicht werden. Auch dürften Ausnahmeregeln in Betracht gezogen werden. Die Statistik der Ausnahmen beim Velux 5 Oceans und seinen Vorgängern Around Alone und BOC spricht jedoch gegen Dalton: Nur wenige sind je gewährt worden. Fest steht jedoch ungeachtet des Ausgangs der Dalton-Diskussionen: Die Heldengeschichte des Velux 5 Oceans hat der hartnäckige Neuseeländer Graham Dalton geschrieben.


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Themen: Velux

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