Regatta-News
Velux 5 Oceans: auf ein Wiedersehen im März

Längste Etappe der Einhand-Etappenregatta um die Welt in Australien gestartet

  • Matthias Beilken
 • Publiziert am 15.01.2007

Solosegler werden in etwa 50 Tagen in Norfolk/USA erwartet. Start bei fast tropischen Temperaturen. Schweizer Bernard Stamm führt, Oldie Sir Robin Knox-Johnston mit Autopilot-Problemen wieder in Fremantle. Er ist außer sich wegen erneuter Panne

Der Doktor war nicht da. Der vielleicht berühmteste Seewind der Welt, der Fremantle Doctor, glänzte durch Abwesenheit. Weht er von See herein, treibt er Fliegen, stickige Hitze und Unwohlsein Richtung der australischen Wüste im Hinterland. Weht er nicht, geht es allen schlecht. Deswegen wird heilende Wirkung mit ihm verbunden, deswegen sein Name. Die fünf Yachten des Velux-5-Oceans-Rennens werden jedoch kaum unter den Temperaturen zu leiden haben. Denn nach kurzem Show-Kurs entlang der Küste führt segeln sie fast direkt nach Süden Richtung Southern Ocean.

Lediglich der legendäre Sir Robin Knox-Johnston, der mit seinem Open 60 “Saga Insurance” auf der ersten Etappe einen beachtlichen dritten Platz belegte, muss die Wüstenhitze noch ein paar Tage ertragen, sollte sich der Doctor auch in den nächsten 48 nicht in Fremantle bemerkbar machen. Grund: Die beiden Autopiloten seiner Yacht haben bereits in der ersten Nacht ihre Funktion eingestellt, während Sir Robin hartnäckig um den dritten Platz kämpfte. Der Japaner Kojiro Shirashi mit “Spirit of Yukoh” ist sein Widersacher gewesen.

Warum die Piloten den Geist aufgegeben haben, ist nicht klar, mangelnde Fürsorge kann es nicht gewesen sein. Denn nach ähnlichen Problemen während der ersten Etappe haben Sir Robin und sein Team beide Piloten in Fremantle gecheckt und nochmals gecheckt. “Erst dachte ich noch, dass ich ohne segeln oder mir anderweitig helfen könnte, solange ich an dem Problem bastle. Doch als das Boot ohne Ankündigung wendete, als ich im Segelstauraum nach der Sturmfock kramte, war der Ofen aus. Ich wusste: ‚Du musst zurück, Junge.’ Zum Glück hat der Techniker an Land sofort das Problem erkannt und mir bestätigt, dass ich es nicht hätte allein lösen können. Es handelt sich zwar nur um ein Kabel, das getauscht werden muss. Aber das hatte ich nicht.”

Auf jeden Fall muss Sir Robin, so wollen es die Regeln, 48 Stunden im Hafen von Fremantle warten, bis er wieder auf die Reise gehen kann. Natürlich ärgert er sich. Aber ob zwei Tage bei über 12.000 Meilen, die vor dem Feld liegen, einen Unterschied machen?
Nächtster Wegepunkt der Solisten: Kap Leeuwin an der Südwestecke Australiens. Das Kap trennt den Indischen vom Pazifischen Ozean. Nach Passieren dieses Kaps ist der Weg frei nach Kap Hoorn.


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Themen: Velux

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