Regatta-News
Velux 5 Oceans: Alex Thomson schiebt sich auf den zweiten Platz

Der Führende Bernard Stamm umfährt heute etwa 900 Seemeilen südlich das Kap der guten Hoffnung

  • Jan Plagmann
 • Publiziert am 20.11.2006

Velux 5 Oceans Alex Thomson surft mit seiner "Hugo Boss" dem Southern Ocean entgegen

Für den Briten Alex Thomson hat sich der Umweg der vergangenen Woche ausgezahlt. Seine “Hugo Boss” segelt nun 74 Seemeilen vor der “Ecover” des Drittplatzierten Skippers Mike Golding. Der berichtet von schweren Bedingungen mit Schauer-Böen bis zu 45 Knoten Wind und dass er seine Segel zu spät gerefft hat.

Der Schweizer Bernard Stamm an Bord von “Cheminees Poujoulat” passiert heute das afrikanische Kap und bekommt nun die Kälte des südlichen Ozeans zu spüren. “Es beginnt zu frieren und jeder Handgriff nimmt mehr und mehr Zeit in Anspruch”, berichtet der Führende des Einhand-um-die-Welt-Rennens. 4351 Seemeilen vor dem Ziel in Freemantle/Australien hat er einen komfortablen Vorsprung. Ganze 721 Seemeilen hinter ihm liegt der Zweitplatzierte Alex Thomsen.

Der hat sich diese Platzierung duch einen Umweg im Südatlantik hart erarbeitet. Dort entschied sich Thomson für einen östlicheren Kurs und konnte damit das Hochdruckgebiet mit wenig Wind umfahren, in dem seine Konkurrenten nur schwer vorankamen. Mike Golding auf der “Ecover” segelt nun 74 Seemeilen und Kojiro Shiraishi auf der “Spirit of Yukoh” 146 Seemeilen hinter ihm. “Golding wird nicht glücklich sein, dass er jetzt zurück liegt,” kommentiert der Zweitplatzierte, “besonders weil er vor einer Woche noch 200 Meilen vor mir lag und er auch das schnellere Boot hat.”

Ganz andere Sorgen machte sich der Oldie im Rennen. Der 67 Jahre alte Sir Robin Knox-Johnston segelt nach wie vor mit gebrochenen Segellatten und kommt 580 Meilen vor der Küste Brasiliens nur schwer voran. Derzeit denkt er über einen weiteren Zwischenstopp in Kapstadt nach. Die dafür anfallende 48-Stunden-Zeitstrafe würde der zur Zeit an fünfter Stelle Liegende nur ungern in Kauf nehmen. “Insgesamt läge ich dann schon acht Tage hinter meinem Zeitplan und das Rennen wäre für mich kein richtiges Rennen mehr”, sagt er.

Einen Vorteil hätte ein solcher Reparatur-Stop jedoch. Er könnte seine Whisky-Vorräte aufstocken. “Ich dachte ich hätte acht Flaschen an Bord, doch nachdem ich bisher drei getrunken habe, finde ich nun nur noch eine. Ich kann ihnen versichern, ich habe sehr sorgfältig gesucht.” Sir Robin denkt nun darüber nach, die Rennleitung zu bitten, dass er von einem Frachter oder einem Flugzeug aus mit neuem Alkohol versorgt werden könne. Schließlich, so der Oldie, würde ihm das in bezug auf das Rennen doch keinen Vorteil einbringen.

Zwischenstand im Klassement beim Velux 5 Oceans
Stand: 20.11. 05:32 UTC

1 Bernard Stamm, “Cheminees Poujoulat” Distanz zum Ziel in Seemeilen: 4351
2 Alex Thomson, “Hugo Boss” Distanz zum Führenden (DzF): 729
3 Mike Golding, “Ecover” DzF: 803
4 Kojiro Shiraishi, “Spirit of Yukoh” DzF: 875
5 Sir Robin Knox-Johnston, “SAGA Insurance” DzF: 3054
6 Graham Dalton, “A Southern Man-AGD” DzF: 3262
7 Unai Basurko, “Pakea” DzF: 3372


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