Isaf-Weltcup
Und plötzlich in der Weltspitze

Zwei deutsche Crews überraschen beim Weltcup vor Hyères mit imposanten Sprüngen in die Top Ten. Die Nationalmannschaft holt fünf Tagessiege

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 24.04.2015

SWCHyères/Franck Socha Der 20-jährige Nacra-17-Steuermann Paul Kohlhoff und seine Vorschoterin Carolina Werner ersegelten am zweiten Weltcup-Tag einen Wettfahrtsieg

Es geht aufwärts in Hyères. Beim ersten europäischen Weltcup der Saison hat die deutsche Segelnationalmannschaft mit fünf Tagessiegen glänzen können. Manchen Teams halfen die herausragenden Ergebnisse beim Satz in die Top Ten, anderen zumindest aus ungewohnten Tiefen des Klassements. Extrem starke Eindrücke hinterließen an Tag zwei die junge Kieler Nacra-17-Mannschaft Paul Kohlhoff und Carolina Werner, die sich nach einem Frühstart mit den Rängen acht, eins und elf als Gesamt-Achte und jüngste Crew der Flotte in die Top Ten katapultierten.

Carolina Werner sagte YACHT online: "Wir waren schon in Palma gut unterwegs, mussten dort aber wie auch viele der Top-Teams einen Mastbruch hinnehmen. Wir hatten nach dem Weltcup in Miami unsere Foils neu eingestellt. Davor hatten wir bei leichten Winden Probleme. Jetzt haben wir in allen Bedingungen guten Speed." Und das zeigten der 20-jährige Steuermann und seine 21-jährige Vorschoterin der Konkurrenz am Donnerstag nicht nur, als sie in der fünften Wettfahrt die gesamte mit Olympiasiegern, Weltmeistern und Weltumseglern gespickte Katamaran-Flotte hinter sich ließen. Dem neuen DSV-Cheftrainer David Howlett waren Kohlhoff und Werner bereits bei der Trofeo Princesa Sofía vor Mallorca positiv aufgefallen. Damals hatte er gesagt: "Die beiden sind sehr gut unterwegs, haben hier schon olympische Medaillengewinner geschlagen. Es war nur der Mastbruch, der ihnen ein deutlich besseres Ergebnis verwehrt hat. Sie haben eine gute Einstellung."

SWCHyères/Franck Socha Mittendrin in der Weltspitze: Die 49er-Segler Justus Schmidt und Max Böhme

Parallel zu den herausragenden Leistungen der jungen Nacra-17-Crew ließen es auch Justus Schmidt und Max Böhme nach ihrem verpatzten Auftakt im Feld der 40 49er-Crews krachen. "Wir konnten heute das umsetzen, was wir besser machen wollten: die Starts", sagte Steuermann Justus Schmidt, "das war ein wirklich guter Tag." Die Kieler verbesserten sich mit den Einzelrängen sechs, zwei und sieben als Gesamt-Achte um eindrucksvolle 26 Plätze. Ein zusätzliches Glanzlicht konnten die 49er-Europameister Erik Heil und Thomas Plößel mit einem Tagessieg am Abend setzen. Damit rückten die Berliner nach ihrem ebenfalls missratenen Auftakt auf Platz zwölf vor.

Als beste DSV-Mannschaft schlossen die Paralympics-Sieger um Sonar-Steuermann Jens Kroker den Tag mit Platz drei ab. Die 470er-Crew Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski konnte die Leistungen ihres überragenden Auftakts nicht wiederholen und rutschte mit den Rängen 26 und 14 auf Platz vier zurück. Heiko Kröger liegt nach vier Wettfahrten im 2.4mR auf Platz fünf. Die deutschen 49er-FX-Damen setzten ihre Achterbahnfahrten am Donnerstag fort. Den Berlinerinnen Victoria Jurczok/Anika Lorenz gelang ein umjubelter Tagessieg, doch in der Gesamtwertung haben die WM-Fünften auf Platz 21 noch Aufholbedarf. Beste deutsche 49er-FX-Crew waren nach den ersten sechs Rennen Leonie Meyer und Elena Stoffers auf Platz sechs. Tina Lutz und Susann Beucke lagen nach dem ersten Weltcup-Drittel auf Platz elf. Der Olympiavierte Toni Wilhelm arbeitete sich von Platz 15 auf Platz sieben vor und hat nach fünf Rennen nur fünf Zähler Rückstand auf einen Podiumsplatz.

SWCHyères/Franck Socha Toni Wilhelm pirscht sich auf dem RS:X-Brett an die Spitze heran

Deutschlands Segler des Jahres indes ringt noch um seine Top-Form. Philipp Buhl, der mit einem Weltcup-Sieg vor Miami und dem Sieg beim Klassiker Troféo Princesa Sofía die Saison ideal eröffnet hatte, kommt vor Hyéres nicht so gut in Fahrt wie zuletzt. Der Sonthofener verbesserte sich mit den Rängen 21 und 13 aber immerhin auf Platz 23 und demonstrierte eine aufsteigende Formkurve. Der Weltcup vor Hyères endet am 26. April mit den finalen Medaillenrennen und der Ausschüttung von 72.000 Euro Preisgeld an die besten Athleten in den zehn olympischen und zwei paralympischen Disziplinen.

SWCHyères/Franck Socha Für manche ein steiler Gipfel: das Segeln in der neuen Olympiadisziplin Nacra 17


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Themen: David HowlettErik Heil/Thomas PlößelHeiko KrögerHyèresIsaf-WeltcupJens KrokerJustus Schmidt/Max BöhmeLeonie Meyer/Elena StoffersNacra 17Paul Kohlhoff/Carolina WernerPhilipp Buhl

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