Olympiabewerbung
Und der Gewinner ist: Hamburg!

Die Hansestadt hat die Hauptstadt im Ringen um den Bewerberstatus für 2024 – und alternativ 2028 – besiegt. Doch wo wird nun gesegelt?

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 16.03.2015

Marina Könitzer Von solchen Medaillenrennen wie vor Weymouth 2012 träumen Deutschlands Segler: Hier ist Simon Grotelüschen auf dem Weg zum Wettfahrtsieg

Jubel an Elbe und Alster, Enttäuschung in Berlin: Im Duell zwischen Hamburg und Berlin um den Status als offizielle deutsche Bewerberstadt für die Olympischen Spiele 2024 ist die Vorentscheidung gefallen. Hamburg soll als deutsche Bewerberin in den internationalen Wettstreit ziehen. Und im Falle eines Scheiterns auch gleich noch in die Bewerberrunde für die Olympischen Spiele 2028. So empfahl es heute das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nach langer und ausführlicher Beratung. Die Entscheidung wurde am Montagabend um kurz nach 19 Uhr in Frankfurt bekannt gegeben.

Zwei Hürden sind aber für Hamburg bis zum Antritt als offizielle Bewerberstadt immer noch zu nehmen: Die Entscheidung des DOSB-Präsidiums muss am 21. März noch von der DOSB-Mitgliederversammlung bestätigt werden. Deren Ja zum Präsidiumsvotum gilt jedoch als sicher, weil einflussreiche Spitzenverbände nach einer Zusammenkunft am Sonntag dem DOSB-Präsidium ihre Unterstützung bereits zugesagt haben. Den finalen Ausschlag soll das Votum der Hamburger bei einer Volksbefragung im Spätsommer geben.

Kiel, Rostock-Warnemünde oder Lübeck-Travemünde?

Mit der Entscheidung für Hamburg rückt aus Sicht des Segelsports nun ein weiterer spannender Wettbewerb ins Rampenlicht, denn die Hansestadt hatte sich für den Fall ihrer Wahl zur deutschen Bewerberin offen gelassen, mit welchem Segelrevier sie sich bewerben wird. Während sich Berlin auf Warnemünde festgelegt hatte, war Hamburg mit Blick auf die drei Bewerber aus Kiel, Rostock-Warnemünde und Lübeck-Travemünde zunächst neutral geblieben. Alle drei Bewerber haben sich mit Präsentationen, vor-Ort-Terminen, Image- und Plakat-Kampagnen um die Gunst der Elbmetropole bemüht. Die Hamburger, so hieß es, wollen sich nun "zeitnah" für ein Revier entscheiden.

In der aktuellen YACHT: die drei Revier-Rivalen im Überblick

onEdition Alexander Schlonski (mit Matze Bohn im Boot) zählte im Starboot zu den besten Steuerleuten der Welt. Er wirbt für das Revier Rostock-Warnemünde

Mark Lloyd/Oman Sail Deutschlands zweimaliger Segler des Jahres spricht sich für Kiel aus: Philipp Buhl

Die YACHT stellt die drei Rivalen im Ringen um den Revierzuschlag Hamburgs in ihrer aktuellen Ausgabe 7 ausführlich vor. Zu lesen sind persönliche Liebeserklärungen von Deutschlands Segler des Jahres, Philipp Buhl, dem Olympia-Sechsten Simon Grotelüschen und dem WM-Vierten im Starboot von 2009, Alexander Schlonsk. Die drei Spitzensportler stellen ihre Revier-Favoriten mit jener Leidenschaft vor, die schon Hamburg mit zum Erfolg im Duell mit Berlin verhalf. Schlonski sagt: "Aus meiner Sicht hat Rostock-Warnemünde in diesem segelsportlichen Dreikampf mit Kiel und Lübeck schon deshalb einen großen Vorteil, weil es die besten Attribute der beiden Rivalen in sich vereint: den Leistungssport-Ansatz Kiels und den Charme von Lübeck-Travemünde. Warnemünde hat beides!"

Simon Grotelüschen erklärt: "Weil ich in Lübeck geboren und aufgewachsen bin und das Segeln in Travemünde gelernt habe, schlägt mein Herz für diesen Ort. Ich kenne hier jede Ecke auswendig und kann sagen, dass das Revier in jeder Hinsicht absolut olympiareif ist." Mit Philipp Buhl, dem WM-Dritten im Laser von 2013 und dem WM-Vierten von 2014, macht sich ein Allgäuer für Kiel stark: "Für die olympische Segelregatta würde ich Kiel wählen, weil es langfristig die besten Perspektiven bietet. Kiel kann als Revier fast alles und hat schon oft Weltklasse bewiesen. Und die ist bei Olympia gefragt."

Die ersten Reaktionen

Für die drei Reviere geht es jetzt in den Bewerbungsendspurt. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling sagte: "Wir wollen und wir können Olympia." Nikolaus Rickers, Geschäftsführer des Kieler-Woche-Vermarkters Point of Sailing erklärte direkt nach der Entscheidung zugunsten von Hamburg gegenüber YACHT online: "Für uns bedeutet das Votum für Hamburg, dass wir mit dem Partner, mit dem wir gefühlt ohnehin am engsten zusammen gearbeitet haben, noch enger zusammenarbeiten dürfen. Unser Konzept pass gut zu dem der Hamburger. Wir sind eng im Dialog. Und wir gehen davon aus, dass der vom Spitzenverband DSV bewusst gewählte Bundesstützpunkt für die olympischen Segler für die Entscheidung von großer Bedeutung sein wird. Wir rechnen uns sehr gute Chancen aus, als Segelstandort gewählt zu werden. Mit der Entscheidung rechnen wir nach bisherigen Informationen im April."

Landeshauptstadt Kiel / Bodo Quante Bundespräsident Gauck beim Besuch der Kieler Woche

Oliver Groth, persönlicher Referent des Bürgermeisters der Hansestadt Lübeck, sagte gegenüber YACHT online: "Wir freuen uns sehr, dass der DOSB eine Empfehlung für Hamburg ausgesprochen hat. Das macht uns froh und glücklich! Wir glauben, dass damit der Standort mit dem besten Konzept den Zuschlag erhalten hat. Wir werden nun alles dafür tun, dass Lübeck-Travemünde den Zuschlag als Segelrevier erhält. Wir rechnen uns gute Chancen aus. Unser Konzept entspricht den veränderten IOC-Kriterien, beinhaltet auf ganzer Linie Nachhaltigkeit und ökologische Vernunft. Die wirtschaftliche Nachnutzung ist bereits heute geklärt. Wir stehen nicht für gigantische Spiele. Wir wollen einfach eine großartige olympische Regatta bieten."


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