Regatta-News
Überraschungsteam vom Bodensee

DSV-Flotte mit starken Einzelresultaten vor Palma de Mallorca. Pickel/Borkowski zweiter. Schümann Crew dritte, Mittelmeier Brüder bei Tornado EM vierte

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 10.04.2007

Die Kaderflotte des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) hat im Rahmen der Trofeo Princesa Sofia vor Palma de Mallorca in mehreren olympischen Klassen starke Resultate ersegelt. Im Mittelpunkt stand zum europäischen Saisonauftakt die Europameisterschaft der Tornado-Segler. Insgesamt waren in der Katamaran-Klasse 57 Mannschaften aus 21 Nationen am Start.

Dabei wäre den Brüdern Tino und Niko Mittelmeier aus Überlingen beinahe ein großer Coup gelungen. Der erst 21 Jahre alte Steuermann und sein 24-jähriger Bruder hatten sich nach zehn Wettfahrten mit 80 Punkten überraschend Platz vier erkämpft und den Sprung aufs Siegerpodest nur knapp verpasst. DSV-Sportdirektor Hans Sendes sagte: „Das ist mal eine richtig schöne Überraschung.“

Der dreimalige Tornado-Weltmeister Roland Gäbler (Tinglev) und sein Vorschoter Gunnar Struckmann dagegen mussten nach verheißungsvollem Auftakt in der Endabrechnung mit Platz sieben (87 Punkte) zufrieden sein. Johannes Polgar/Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) segelte mit 93 Punkten auf Platz acht, werden aber aufgrund der bereits im vergangenen Jahr erfüllten Kriterien die deutschen Farben in diesem Sommer bei der olympischen Testregatta vor Qingdao (China) vertreten.

Neue Europameister im Tornado sind die Griechen Iordanis Pashalidis und Trigonis Konstantinos mit 60 Punkten vor den Russen Andrey Kiriyuk und Valery Ushkov (65 Punkte). Bronze sicherten sich Xavier Ravil und Christophe Espagne (74 Punkte) aus Frankreich.

Parallel zur Europameisterschaft waren auch alle anderen olympischen Segeldisziplinen in der spanischen Serie auf dem Mittelmeer gefordert. Die beste Klassenleistung feierten die deutschen Starboot-Segler: Marc Pickel und Ingo Borkowski (Kiel/Potsdam) belegten im Weltklassefeld Platz zwei, Matthias Miller und Manuel Voigt (Rostock/Berlin) segelten auf Platz vier.

Auch die zweimalige Yngling-Vizeweltmeisterin Ulrike Schümann (Berlin) und ihre Crew sprangen am Finaltag noch aufs Siegertreppchen, sicherten Bronze für den DSV. Der erst 21 Jahre alte Laser-Steuermann Simon Grotlüschen aus Lübeck erreichte einen herausragenden sechsten Platz und auch die zweimalige Olympiateilnehmerin Petra Niemann aus Berlin wurde sechste.

Andere erfolgverwöhnte Mannschaften dagegen mussten Federn lassen. Allen voran die Weltranglisten-Ersten Jan-Peter und Hannes Peckholt (Hamburg/Kiel), die im 49er nicht über Platz 20 hinaus kamen. Etwas besser beendeten der zweimalige 49er-Olympiateilnehmer Marcus Baur und sein Vorschoter Hannes Baumann auf Platz 15.

Hans Sendes zog in Palma de Mallorca dennoch eine positive Bilanz: „Es gab sehr eindrucksvolle Mannschaften. Dazu zählt auch Laser-Segler Simon Grotelüschen, der als erster eine der Olympianormen für die Laserklasse erfüllt hat. Wir sind zum Teil hochzufrieden, müssen aber auch sehen, dass es Enttäuschungen durch Leistungsträger gab.“

Vor der olympischen Testregatta vor Qingdao im August ist der Kader jener Kandidaten, die in China schon ein Jahr vor den Olympischen Spielen die eigene Leistung und ihr Material testen dürfen, noch vergleichsweise überschaubar. Bislang qualifiziert sind:

Yngling: Ulrike Schümann, Ute Höpfner, Julia Bleck (alle Berlin)
Tornado: Johannes Polgar/Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel)
470er-Frauen: Stefanie Rothweiler/Vivien Kussatz (München/Berlin)
49er: Marcus Baur/Hannes Baumann (beide Kiel)
Laser Radial: Petra Niemann (Berlin)

Weitere Mannschaften haben in den kommenden Monaten die Chance, sich zusätzliche Testregatta-Tickets zu sichern. So beispielsweise die starken Starboot-Crews. Hans Sendes sagte aber: Wir sind sowohl in diesem als auch im kommenden Olympiajahr bereit, mit kleinem Kader nach China zu reisen. Es wird allein die Leistung zählen.“


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Themen: DSV

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