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Traumstart zur Atlantikregatta

Die erste Startgruppe ist unterwegs - "Outsider" enteilt unter Gennaker - ab Montag Videos vom Rennen auf YACHT online

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 17.06.2007

HSH Nordbank blue race/N. Krauss Nach Gerangel an der Linie lösen sich die Yachten in der Narragansett Bay. Noch liegen fast 4000 Meilen vor ihnen

Bei kräftigem Südwest und strahlender Sonne gingen die Teilnehmer am HSH Nordbank blue race gestern Nachmittag in Newport auf die 3600 Meilen lange Transatlantik-Regatta.

Die 21 Yachten der ersten Startgruppe lieferten sich einen harten Kampf an der Linie. Die irische „Chieftain“ musste gar einen Frühstart bereinigen, bevor es auf den Nordatlantik ging. Als erstes Boot führte „Outsider“ von Tilmar Hansen die Flotte aus der Narragansett Bay (Rhode Island/USA).

Ein solches Gedrängel an der Linie hatte sich Wettfahrtleiter Alan Green aus London kaum vorstellen können zum Start der 3600 Seemeilen langen Atlantikregatta. Aber die Crews des ersten Starts zum HSH Nordbank blue race hatten es am Sonnabend um 14.00 Uhr Ortszeit mächtig eilig und kämpften hart um die beste Startposition vor Fort Adams.
Manuel Cadmus, Präsident des ausrichtenden Norddeutschen Regatta Vereins, gab mit einem unüberhörbaren Schuss aus einer Kanone der Newport Artillery das Startsignal.

Richtig eng wurde es für die irische „Chieftain“ von Skipper Ger O’Rourke, der seine Cookson 50 zu früh über die Startlinie steuerte und noch einmal umdrehen musste. Den besten Start erwischte die „Varuna“ von Jens Kellinghusen aus Hamburg, der schon vor vier Jahren dabei war.

Kleine Schaumkronen auf der Narragansett Bay krönten den Abschied der gut 200 Segler am Sonnabend und sorgten für einen Bilderbuchstart bei 15 bis 20 Knoten Wind aus Südwest. Mehr als 60 Zuschauerboote begleiteten die Flotte in Richtung der ersten Bahnmarke vor Beaver Tail, an der die „Outsider“-Crew ihren Turbo zog und unter Gennaker davon fegte. Da konnten auch die Swan 82 „Grey Goose“ von Tobias König aus Hamburg und die inzwischen wieder aufgekommene „Chieftain“ nicht mithalten.

Tilmar Hansens Elliott 52 führte die Flotte auf den Atlantik in Richtung der 1000 Seemeilen entfernten Bahnmarke Point Alpha. Pech begleitete die „Maiden“ von Skipper Hilmer Goedeking aus Mörfeld-Walldorf. Die Crew des 60-Fußers, zu der auch YACHT-Redakteur Matthias Beilken gehört, musste das Großsegel bergen und schlich hinter dem Feld her, bevor der Schaden repariert werden konnte und die Yacht wieder Fahrt aufnahm.

Der Abschied von Freunden, Verwandten und Gegnern einige Stunden zuvor fiel schwer. Im Hafen klopften sich die Konkurrenten ein letztes Mal gegenseitig auf die Schulter. „See you in Hamburg“, hieß es überall. Auch viele Angehörige waren angereist, um Glück zu wünschen und kräftig zu winken.

Bei der Auslaufparade gab es einen besonderen Moment: Die Crew der 1936 gebauten „Peter von Seestermühe“ nahm im blauen Blazer an Deck Aufstellung, um sich zu verabschieden. Aus den Lautsprechern tönte Hans Albers.

Anne Fahrion hatte bei dem Anblick ganz eigene Gedanken. „Wenn ich mir vorstelle, dass meine Kinder hier mitsegeln würden, da wird mir ganz anders“, so die Münchnerin, die als Gast eines Bootsponsors mit an Bord des Begleitschiffes „Rum Runner II“ rausfuhr. „Aber ich würde sie nicht davon abhalten. Wahrscheinlich wäre ich sogar stolz.“

So wie Dietmar Aulich, langjähriger Geschäftsführer der Hamburg Messe. Sohn Tobias (25) segelt nach absolviertem Examen als Crew auf der IMX 45 „Varuna“ das erste Mal über den Atlantik. „Sicher macht man sich Gedanken“, sagt der Hamburger. „Aber Tobias ist ein guter Segler, und die Stimmung an Bord ist sehr gut. Die packen das schon.“

Mit einem wehmütigen Auge blickte Sophie Laufer der Frauencrew auf der „KPMG“ hinterher, als die knapp 19 Meter lange Yacht langsam am Horizont entschwand. „Wenn ich das so sehe, wäre ich doch gern mitgefahren“, so die Hamburgerin.

„Ich bin froh, dass die Flotte sicher auf Kurs gegangen ist“, freut sich Wettfahrtleiter Alan Green. „Die Teams segeln jetzt mit Kurs 80 Grad in Richtung des imaginären Point Alpha, der die Eisgrenze markiert, und werden durchschnittlich etwa eine Woche brauchen, bevor sie den Kurs auf 40 Grad in Richtung Großbritannien ändern können“, so Green (68).

Von Montag an zeigt YACHT online hier im HSH-Nordbank-blue-race-Spezial packende Videos von den Vorbereitungen und vom Start der Atlantikregatta.


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Themen: AtlantikBlue RaceHSH Nordbank Blue RaceNewportOutsider

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