Regatta-News
„Traumstart in die Saison“

Roland Gäbler berichtet über die ersten Regatten der Saison und über die Erfahrungen mit dem neuen Medal-Race-Finale.

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 03.05.2006

N. Gäbler Gäbler/Struckmann vor Palma

„Als wir uns Ende März mit unserem großen Trailer in Richtung Palma de Mallorca aufmachten, hätten wir nicht gedacht, das wir nach 5 Wochen Training und Regatta Ende April mit solch guten Ergebnissen wieder nach Hause kommen würden.

Denn diesem Winter haben wir nicht wirklich viel trainieren können. Das Studium von Gunnar hatte Vorrang. Es standen wichtige Prüfungen in der Universität von Kiel an. Dazu kam unser Ausfall bei der Regatta in Miami.

Doch vor Palma hatten wir von der ersten Stunde an ideale Trainingsbedingungen. So kamen wir nach der langen Winterpause schnell wieder in Fahrt. Auch die neuen Segel, die wir im Winter mit unserem Segelmacher Pablo Soldano/Ullman Sails Italy entwickelt haben, schienen schnell zu sein. So war zumindest die Arbeit am Segel-Design im Winter nicht umsonst.

Nun waren wir gespannt, wie wir uns bei der Princess Sofia Trophy so schlagen würden. 41 Teams aus 18 Nationen waren aus aller Welt angereist, um beim Europäischen Saisonauftakt vor Palma de Mallorca dabei zu sein. Die Regattaserie wurde vorwiegend von leichten Winden dominiert. Nur am 2. Regattatag wehte es mal mit 4-5 Bft aus Nördlichen Richtungen.

Mit den Plätzen 11-12-2-3-5-11-4-5-(22)-16-3-5 erreichten wir am Ende überraschend den 3. Gesamtplatz. Unsere guten Allroundstärken konnten wir damit erneut bestätigen. Als uns dann die Prinzessin Sofia von Spanien den Pokal im Schloss von Palma übereichte war das ein tolles Gefühl.

Somit ging es am nächsten Tage mit dem königlichen Silber in der Tasche und nach der Siegesfeier leicht angeschrammt mit der Fähre via Barcelona in Richtung Hyeres, wo der nächste ISAF Grade 1 Event mit den Olympischen Wochen von Frankreich stattfinden sollte.

Wieder hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Nachdem ein schwerer Sturm in Hyeres durchgezogen war, schien die Sonne nach unserer Ankunft und eine leichte Thermik setzte sich die Tage durch. So konnten wir erneut eine tolle Trainingswoche mit unseren internationalen Trainingspartnern hinlegen. Sicher war das auch das Fundament für einen erneuten Erfolg.

Denn mit der Serie 2-14-2-12-2-2-(23)-4 erreichten wir am Ende den 2. Gesamtplatz bei der Semaine Olympique Francaise. Diese Regattawoche vor Hyeres bescherte uns extreme Windbedingen. Entweder hatten wir sehr leichte Winde und wir krampften uns um den Regattakurs, oder es wehte gleich mit 4-6 Bft. Da waren wieder gute Allroundqualtäten gefragt. Mit diesen konnten wir erneut eine glatte Serie bis ins Finalrennen durchsegeln.

Mit Platz 3. vor Palma und Platz. 2 vor Hyeres haben wir unseren bisher besten Saisonstart hingelegt. Das ist eine Bestätigung des Weges, den wir mit unserem Segel- und Trainerteam nach den Olympischen Spielen in Athen eingeschlagen haben. Wir gehen jetzt gemeinsam in unsere vierte Saison. Es gibt noch viel zu tun und zu verbessern. Aber es gibt viel Selbstvertrauen, wenn der Anfang schon einmal geglückt ist.

Das neue Konzept des Weltsegler-Verbandes ISAF die großen Olympischen Regattaserien mit einem Final-Rennen zu beenden scheint aufzugehen. Dieses Format scheint zumindest mehr Zuschauer an den Regattakurs zu holen als das alte Regattaformat. Wenn die Veranstalter es jetzt noch schaffen würden, mit modernster Kameratechnik die Bilder einzufangen und zu versenden, dann bekommen die Finalrennen die richtige Wirkung.

Leider wird seitens des Weltseglerverbandes immer noch zu viel über den Austragungsmodus als über das Marketing nachgedacht. Was nützt es, wenn wir die Regattakurse immer medien- und zuschauerfreundlich gestalten und gleichzeitig die Kamerapositionen, das GPS Tracking (visuelle und transparente Darstellung des Rennens) und die Kommentierung schlecht besetzen.

Hier muss die ISAF noch einiges verbessern. Wir hoffen, dass es zu diesem Thema in Holland Regatta (24.-28. Mai) in Medemblik und bei der Kieler-Woche noch große Fortschritte gibt. Dass das olympische Segeln mit Tornados das Zeug zum Publikumssport hat, haben wir mit dem Volvo Champions Race bewiesen.“


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Themen: Gäblerstruckmann

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