Isaf-Weltcup Hyères
Traumauftakt für Gerz/Szymanski

Die 470er-Crew Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski ist fast ideal in den Isaf-Weltcup gestartet. Für Philipp Buhl lief es nicht so cool

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 22.04.2015

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Die ersten Ergebnisse vom Auftakt der dritten Isaf-Weltcup-Regatta der laufenden Saison verhießen wenig Gutes: Die 49er-Europameister Erik Heil und Thomas Plößel fanden am ersten Tag der Regatta, an deren Ende am 26. April insgesamt 72.000 Euro Preisgeld in zehn olympischen und zwei paralympischen Klassen ausgeschüttet wird, kein Rezept für gute Ergebnisse. Mit den Rängen 19, 22 und 23 fand sich die Berliner Crew nach den ersten drei Wettfahrten in ungewohnten Niederungen des Feldes auf Platz 29 wieder.

USSailing Ein Bild vom Sieg in Miami im Januar. Vor Hyères segelt Philipp Buhl noch auf Formsuche

Vom gleichen Platz aus muss auch Philipp Buhl am Donnerstag angreifen. Der Sonthofener Segler des Jahres hatte den Auftakt mit den Rängen 19 und 34 ebenso verpatzt wie seine Teamkameraden. YACHT online sagte der Lasersteuermann am Abend: "Ich habe mich heute mit meinen strategischen Entscheidungen zu schwer getan, und vielleicht war auch das Glück einmal nicht ganz auf meiner Seite. Meine Vorwinder waren aber gut und meine Starts auch." Auch Buhls Trainer Thomas Piesker hatte gesehen, womit sein Schützling zu Beginn zu kämpfen hatte: "Philipp wollte es heute ein bisschen zu gut machen, war vielleicht auch ein bisschen nervös. Er hat für einige Entscheidungen einen Tick zu lange gebraucht. Das wird in Weltklassefeldern wie diesen sofort bestraft."

SWC Hyères Vor Hyères geht es um insgesamt 72.000 Euro Preisgeld: voller Fokus auf den Weltcup

Anders als bei anderen großen Regatten wird bei den sechs Weltcup-Regatten in allen Klassen von Beginn an in einer starken Flotte von 40 Booten gesegelt, für die sich die Teilnehmer zuvor qualifizieren mussten. "Das sind fast doppelt so viele Boote wie sonst in einer Qualifikation", sagte Erik Heil, der sich am ersten Tag schwertat. "Die Starts sind noch wichtiger als sonst. Die ersten fünf Teams sind dann schnell weg, und dahinter geht es rund. Man muss blendende Starts hinlegen, um dabei zu sein." Solche Starts strebt auch der Olympiavierte Toni Wilhelm an. Der Schwarzwälder surfte mit dem RS:X-Brett zum Auftakt auf Platz 15, hat sich aber ebenfalls deutlich höhere Ziele gesteckt und will nach Passieren der Nationenhürde nun auch seine persönliche Olympiaqualifikation sichern.

STG Ferdinand Gerz

Während die Leistungsgaranten der Segelnationalmannschaft noch auf Formsuche segeln, katapultierten sich die 470er-Segler Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski aus dem langen Schatten ihrer zuletzt in Palma de Mallorca so erfolgreichen Teamkameraden. Der Münchner Olympiateilnehmer und sein Vorschoter eröffneten die Weltcup-Regatta nahezu ideal, übernahmen mit Rang vier und dem ersten deutschen Tagessieg die Führung in ihrer Flotte. Mit Platz vier nach den ersten beiden Wettfahrten glänzten auch ihre Berliner Teamkameraden Jasper Wagner und Dustin Baldewein. Die beiden Crews ließen an diesem denkwürdigen Tag nicht nur Olympiasieger und Weltmeister Mathew Belcher mit Will Ryan (7.) deutlich hinter sich – ein Bild, von dem die deutsche 470er-Herrenflotte lange träumte und das aus ihrer Sicht gern so bleiben dürfte.

Kohlhoff/Werner in den Top Ten

Auch die junge Nacra-17-Crew Paul Kohlhoff/Carolina Werner trumpfte am ersten Weltcup-Tag auf, erkämpfte sich die Ränge 19 und zwei sowie Platz 9 im topbesetzten Feld der 40 Katamaran-Spezialisten. Damit ließen die jungen Kieler zunächst sogar Spitzenteams wie Franck Cammas/Sophie de Turckheim (12.), den olympischen Bronzemedaillengewinner Allan Norregaard mit Anette Viborg Andressen (14.) aus Norwegen und die Briten Lucy Macgregor/Andrew Walsh (15.) hinter sich und dürften viel Motivation für die kommenden Tage getankt haben.

Durchwachsen las sich die Bilanz der deutschen 49er-FX-Damen am ersten Weltcup-Abend: Die Strander Zwillinge Jule und Lotta Görge behaupteten trotz Rang 30 in der dritten Wettfahrt Platz acht im Zwischenklassement. Tina Lutz und Suann Beucke beendeten die ersten drei Wettfahrten auf Platz 20. Leonie Meyer und Elena Stoffers liegen auf Platz 22 und Victoria Jurczok/Anika Lorenz auf Platz 30. Im Feld der 470er-Frauen konnten Annika und Marlene Steinherr als Achte einen Platz in den Top Ten erkämpfen. Laser-Radial-Europameisterin Svenja Weger segelte in den vorherrschenden leichten Winden zunächst auf Platz 21 und Finn-Steuermann Phillip Kasüske auf Platz 31.

In den parallel zu den olympischen Disziplinen ausgetragenen paralympischen Wettfahrten konnte sich Heiko Kröger mit Platz drei eine gute Ausgangsposition verschaffen. Der Norweger Bjørnar Erikstad setzte sich mit zwei Tagessiegen souverän an die Spitze der 2.4-mR-Flotte.


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Themen: Erik Heil/Thomas PlößelFerdinand Gerz/Oliver SzymanskiHyèresIsaf Sailing World CupJule und Lotta GörgePhilipp BuhlTina Lutz/Susann BeuckeWeltcup

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