Regatta-News
Tracy Edwards schlägt zurück

Britin antwortet auf Anschuldigungen von Bruno Peyron

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 23.10.2003

J. McDonald/Getty Images Tracy Edwards

Der heftige Streit um Tracy Edwards' neue Round-The-World-Regatten für die großen Katamarane geht in die nächste Runde. Nachdem Bruno Peyron die Britin unter anderem als Plagiateurin und Heuchlerin bezeichnet hat , wehrte sie sich jetzt in einem Interview mit dem britischen Online-Dienst thedailysail gegen die schweren Vorwürfe.

"Ich weiß von den hasserfüllten Anschuldigungen, die ein gewisses Individuum gegen mich geäußert hat. Aber man kann weder auf das Konzept einer Round-The-World-Regatta das Copyright beanspruchen noch sich als Eigner einer ganzen Bootsklasse darstellen. Es gab für unsere Events zwei freie Termine im internationalen Regattakalender, und wir haben sie genutzt."

Darüber hinaus ging sie nicht weiter auf die Anschuldigungen ein, erwähnte aber noch, dass sie Peyrons Drohung zu verhindern, die Jules Verne Trophy als Bestandteil ihres Oryx Cup zu nutzen, für gewagt hält. Edwards will dem Boot, das die bestehende Bestzeit unterbietet, die Jules Verne Trophy zuerkennen und dazu ein Preisgeld von einer Million Dollar ausloben. Peyron, der wie Edwards Mitglied der Jules Verne Association ist, will verhindern, dass sie den Titel für ihren Event nutzen darf, und verwies darauf, dass die Jules Verne Trophy stets ohne Sponsorenverpflichtungen ausgekommen sei. Edwards konterte nun, sie habe bereits mit dem Präsidenten der Association, dem Franzosen Olivier de Kersausson, gesprochen, und der Verband habe sie nach der Bekanntgabe ihrer Events in einer Pressemitteilung zu dem Plan beglückwünscht.

G. Martin-Raget

Es wird spannend sein zu sehen, welchen der beiden Streithähne und damit welchen Event de Kersaussson unterstützt. Denn mit dem Maxi-Tri "Geronimo" besitzt er das zurzeit wohl leistungsfähigste Boot der Klasse, und die Entscheidung, wo er mitsegelt, könnte für manche anderen Eigner - sowie die Sponsoren - der ausschlaggebende Grund sein, sich ebenfalls für diese Veranstaltung zu entscheiden. Die Tatsache, dass Peyron offenbar immer noch keinen Hauptsponsor für seine Veranstaltung präsentieren kann, lässt vermuten, dass die Britin noch die Nase vorn hat.

Interessant ist, dass mittlerweile die eher nebenbei geäußerte Absicht von Edwards, es könnten wohl auch Monohulls über 100 Fuß an ihren Events teilnehmen, auf mehr Interesse stößt als erwartet. Nachdem sich bereits "Mari-Cha IV"-Eigner Robert Miller interessiert zeigte, signalisierte auch "Bols"-Skipper Gordon Kay, er könne sich durchaus vorstellen, neben den Maxi-Kats ein Nonstop-Round-The-World-Race zu segeln.

Th. Martinez Die 140 Fuß lange "Mari-Cha IV"

So würde für die Maxis ein ganz neues Offshore-Betätigungsfeld entstehen, treten sie bislang doch meist nur bei Langstrecken-Klassikern wie Fastnet oder Sydney-Hobart an. Kay sagte, es wären zurzeit durchaus einige Boote (z.B. "Alfa Romeo" oder "Zana") vorhanden, die sich ein interessantes Rennen liefern würden. Darüber hinaus wären auch Projekte von Schiffen um die 100 Fuß in Arbeit, die dem brandneuen 141-Fuß-Monstrum "Mari-Cha IV" Paroli bieten könnten.

Ohne Frage wäre ein solches Round-The-World-Event für die Maxi-Monohulls ein neues Highlight im Regattakalender.


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Themen: Bruno PeyronStreitTracy Edwards

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