Olympia-Klassen
Todesstoß für den Tornado

Die Hoffnung auf eine Rückkehr ins olympische Programm ist dahin – der Katamaran ist zu lang, passt nicht in die neuen Richtlinien

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 26.09.2011

Martina Barnet Roland und Nahid Gäbler auf dem Comer See

„Wir sind geschockt. Wir können das nicht glauben.“ Die Reaktion von Roland Gäbler, Präsident der internationalen Tornado-Klassenvereinigung, ist verständlich. Hatte er doch gehofft, den nach den Spielen 2008 aus dem Programm genommenen Katamaran reinstallieren zu können. Diesmal in der für die Spiele 2016 neu ausgeschriebenen Disziplin Mixed Multihull, also mit gemischtgeschlechtlichen Besatzungen. Er war mit Ehefrau Nahid selbst Vorreiter und enorm erfolgreich.

Doch nun bleibt der Tornado wohl endgültig außen vor. Denn der Welt-Seglerverband (Isaf) hat die Kriterien veröffentlicht, die ein Boot erfüllen muss, um an den anstehenden Sichtungswettkämpfen teilnehmen zu können. Danach muss es in einen 20-Fuß-Container passen. Der stellt jedoch nur 5,898 Meter Innenmaß bereit – zu wenig für die 6,09 Meter des Tornado.

Zudem sei das Gewichtslimit von 120 bis 140 Kilogramm an den Realitäten vorbei festgelegt worden. „Das disqualifiziert 50 Prozent aller Segler“, so Gäbler.

Er wirft dem Verband sogar Befangenheit vor: „Wenn man sich die Mitglieder der technischen Komitees anschaut, so findet man Segler mit großem kommerziellem Interesse, die Regeln erfinden, die perfekt zu den Booten passen, die sie verkaufen.“ Er fordert die Isaf auf, die Regeln zu ändern, um Chancengleichheit zu wahren.


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Themen: GäblerTornado

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