Seite 1: Einhand über den Atlantik
Taufe und Träume: aktuelle deutsche Mini-Transat-Projekte

2021 könnten so viele deutsche Segler zur Einhand-Transatlantik-Regatta starten wie nie zuvor. Und: Das Boot der Trans-Ocean-Kampagne hat nun einen Namen

  • Kristina Müller
 • Publiziert vor 2 Jahren
Testsegeln: Lennart Burke und Oliver Korte wollen 2021 mit einer Vector 650 (im Bild) starten Testsegeln: Lennart Burke und Oliver Korte wollen 2021 mit einer Vector 650 (im Bild) starten Testsegeln: Lennart Burke und Oliver Korte wollen 2021 mit einer Vector 650 (im Bild) starten

Privat Testsegeln: Lennart Burke und Oliver Korte wollen 2021 mit einer Vector 650 (im Bild) starten

Nun ist es offiziell: "Mex" soll er heißen, der Mini 6.50, mit dem Lennart Burke, 19, in zwei Jahren beim Mini-Transat über den Atlantik jagen will. Allein und im Regattamodus bei jenem Hochsee-Rennen, das vielen als Sprungbrett ins Profi-Solosegeln dient – mindestens ebenso vielen aber auch einfach als persönliche Herausforderung, als Krönung der Segelkarriere oder als riesiges Abenteuer: Allein über den Atlantik!

Andreas Deubel ist einer von vier deutschen Startern beim Mini Transat 2017. Wir waren mit ihm auf der Ostsee segeln.

Lennart Burke will in der Serienwertung starten, auf der Vector 650  "Mex", die am Donnerstagabend in Hamburg getauft wurde. Der Bootsname führt zu den Wurzeln und der Idee hinter dem Projekt: Auch Claus Hehners Eintonner, mit dem er selbst einhand über den Atlantik gesegelt war, hieß so. Hehner ist Gründer des Vereins zur Förderung des Hochseesegelns, Trans Ocean e.V. (TO), der die Kampagne rund um "Mex" und Lennart Burke ins Leben gerufen hat. Das Ziel: Begeisterung für sportliches Hochseesegeln bei jungen Seglern wecken.

Taufe

3 Bilder

Schirmherr der Kampagne ist Hochseeprofi Boris Herrmann, der selbst als damals junger Nachwuchssegler 2001 beim Mini-Transat den Atlantik überquerte. Bei diesem Projekt nun würden zwei Welten aufeinandertreffen, sagte er bei der Taufe: die der Langfahrtsegler, welche die Mehrzahl der TO-Mitglieder bilden, und die der Regattasegler.

Bewerbung für ein Abenteuer

Lennart Burke hat sich im vergangenen Jahr in einem Bewerbungsverfahren um den Platz im TO-Team gegen zahlreiche andere junge deutsche Segler durchgesetzt. Unter anderem gegen Maurice Oster, 24. Der ist dennoch an Bord, in der Funktion als Co-Skipper, Trainingspartner und Ersatzkandidat. Beide Segler sollen bis zum Transat 2021 die erforderlichen Qualifikationsmeilen sammeln, sodass auf jeden Fall einer mit der "Mex" – einem von Bertrand gezeichneten Mini mit Scow-Bug – in zwei Jahren starten können.

Noch ist Lennart Burke zudem in einer betagten IW-31 auf einer Atlantikrunde unterwegs, die er schon vor Ausschreibung der TO-Mini-Kampagne mit einem Freund als Segelabenteuer für die Zeit nach dem Abitur geplant hatte. Auf YACHT online berichtet er regelmäßig über den Törn.

Zwei Skipper für ein Boot

Bis Burke also im Frühsommer zurück in Deutschland ist, treibt Oster das Mini-Projekt gemeinsam mit dem TO-Vorstand und zahlreichen Unterstützern voran. Auch will er – nun, da das Schiff getauft ist – bereits erste Mini-Klassenregatten in Frankreich bestreiten. Außerdem ist die Teilnahme an der neuen Zweihand-Langstrecke Baltic 500, die Ende Mai von Strande aus startet, geplant.

Insgesamt hat das Team Oster/Burke ab jetzt bis zum Mini-Transat-Start im Herbst 2021 knapp zweieinhalb Jahre Zeit für Vorbereitung und Qualifikation. Und für die Sponsorensuche: Trans-Ocean e.V., der das Boot und die Logistik zur Verfügung stellt, sucht dringend nach Unterstützern: Unter diesem Link gibt es weitere Informationen zum Projekt und zu Fördermöglichkeiten. 

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